Zum Kalenderblatt 26. April/Launing: Ludwig Uhland – „Schwäbische Kunde“, „Schwabenkunde“, oder auch „Der wackere Schwabe“ von Ludwig Uhland

Leider fehlt bei dem vorgetragenen Stück eine Strophe, da diese offenbar zensiert worden ist.
Die fehlende Stelle lautet: „…und jedem ist’s, als würd ihm mitten
durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.“

Hier der UNGEKÜRZTE Originaltext: Als Kaiser Rotbart lobesam
zum heil’gen Land gezogen kam,
da mußt‘ er mit dem frommen Heer
durch ein Gebirge wüst und leer.
Daselbst erhob sich große Not.
Viel Steine gab’s und wenig Brot.
Und mancher deutsche Reitersmann
Hat dort den Trunk sich abgetan.

Den Pferden ward so schwach im Magen,
fast mußt der Reiter die Mähre tragen.

Nun war ein Herr aus Schwabenland,
von hohem Wuchs und starker Hand.
Des Rößlein war so krank und schwach,
er zog es nur am Zaume nach.

Er hätt‘ es nimmer aufgegeben,
und kostet’s ihn das eig’ne Leben.
So blieb er bald ein gutes Stück
hinter dem Heereszug zurück.

Da sprengten plötzlich in die Quer
fünfzig türkische Reiter daher!
Die huben an, auf ihn zu schießen
nach ihm zu werfen mit den Spießen.

Der wackre Schwabe forcht‘ sich nit,
ging seines Weges Schritt vor Schritt,
ließ sich den Schild mit Pfeilen spicken
und tät nur spöttlich um sich blicken,

bis einer, dem die Zeit zu lang,
auf ihn den krummen Säbel schwang.

Da wallt dem Deutschen auch sein Blut.
Er trifft des Türken Pferd so gut,
er haut ihm ab mit einem Streich
die beiden Vorderfüß zugleich.

Als er das Tier zu Fall gebracht,
da faßt er erst sein Schwert mit Macht,
er schwingt es auf des Reiters Kopf,
haut durch bis auf den Sattelknopf,

haut auch den Sattel noch zu Stücken
und tief noch in des Pferdes Rücken.
Zur Rechten sah man wie zur Linken
einen halben Türken heruntersinken.

Da packt die andern kalter Graus,
sie fliehn in alle Welt hinaus,
und jedem ist’s, als würd ihm mitten
durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.

Drauf kam des Wegs ’ne Christenschar,
die auch zurückgeblieben war;
die sahen nun mit gutem Bedacht,
welch Arbeit unser Held gemacht.

Von denen hat’s der Kaiser vernommen,
der ließ den Schwaben vor sich kommen;
er sprach: „Sag an, mein Ritter wert!
Wer hat dich solche Streich gelehrt?“

Der Held besann sich nicht zu lang:
„Die Streiche sind bei uns im Schwang!
Sie sind bekannt im ganzen Reiche;
man nennt sie halt nur Schwabenstreiche!“

 

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Zum Kalenderblatt 26. April/Launing: Ludwig Uhland – Ich hatt´ einen Kameraden

Der gute Kamerad wurde 1809 von Ludwig Uhland in Tübingen gedichtet, Friedrich Silcher vertonte, ebenfalls in Tübingen, das Gedicht im Jahre 1825. Als Lied ist es besser bekannt unter der Anfangszeile der ersten Strophe: Ich hatt‘ einen Kameraden.

Text by Ludwig Uhland

Ich hatt‘ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen:
Gilt sie mir oder gilt sie dir?
Sie hat ihn weggerissen,
Er liegt zu meinen Füßen
Als wär’s ein Stück von mir

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad‘.
„Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!“

 

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26. April/Launing Kalenderblatt: Kaiser Friedrich II., Preßburger Schiedsspruch, Universität Viadrina, Schlacht bei Preußisch Eylau, Londoner Vertrag, Paul von Hindenburg, Welthundeausstellung, Me 209, Schlacht um Bautzen, Stettin, 500-Deutsche Mark, Bundesgerichtshof,

1220: Als Zugeständnis für die Wahl seines Sohnes Heinrich zum römisch-deutschen König erlässt der Staufer-Kaiser Friedrich II. die Confoederatio cum principibus ecclesiasticis und übergibt den Bischöfen damit wesentliche Königsrechte.

1429: Im Preßburger Schiedsspruch verfügt der römisch-deutsche König Sigismund die Verteilung des ehemaligen Herzogtums Straubing-Holland an die Herzöge der anderen bayerischen Herzogtümer Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt.

1506: Die erste Brandenburgische Landesuniversität, die Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder mit vier Fakultäten wird feierlich eröffnet. Schon im ersten Jahr ihres Wirkens immatrikulieren sich dort über 900 Studenten aus den deutschen Gebieten und aus Polen, Schweden, Norwegen und Dänemark.

1787: Ludwig Uhland, Deutscher Dichter und Politiker,* 26. April 1787 in Tübingen † 13. November 1862 ebendort

1807: Nach der unentschiedenen Schlacht bei Preußisch Eylau im Februar beschließen Russland und Preußen im Vertrag von Bartenstein den gemeinsamen Kampf gegen Napoléon Bonaparte

1915: Im Londoner Vertrag geht Italien ein Bündnis mit Großbritannien, Frankreich und Russland ein. Für seinen Kriegseintritt gegen die Mittelmächte im Ersten Weltkrieg werden Italien im geheim gehaltenen Vertrag große Gebietsgewinne nach dem Kriegsende in Aussicht gestellt.

1925: Bei der Reichspräsidentenwahl wird der Kandidat der Rechten, der frühere Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, als Nachfolger des verstorbenen Sozialdemokraten Friedrich Ebert zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Der 78-jährige Hindenburg erhält 14,7 Millionen Stimmen, auf Wilhelm Marx, den Kandidaten des Zentrums und der Sozialdemokratie, entfallen 13,7 Millionen.

1935: In Berlin wird die erste Welt-Hunde-Ausstellung mit 124 Rassen aus 15 Ländern eröffnet. Die Ausstellung gilt als die größte ihrer Art in der Welt.

1939: Mit einem Flugzeug, der von Robert Lusser konstruierten Messerschmitt Me 209, stellt Fritz Wendel über einer Messstrecke zwischen Augsburg und Buchloe einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord (755,138 km/h) auf, der bis 1969 halten wird.

1945: Der letzte größere deutsche Panzerangriff des Zweiten Weltkriegs, die seit 21. April tobende Schlacht um Bautzen führt zur Rückeroberung Bautzens durch die deutsche Wehrmacht unter Hermann von Oppeln-Bronikowski.

1945: Die Rote Armee erobert die Stadt Stettin.

1965: Die Deutsche Bundesbank gibt Banknoten über 500 Deutsche Mark aus. Auf ihrer Rückseite ist als Symbol für Ritterlichkeit die Burg Eltz abgebildet.

1979: Mehr als 30 Jahre nach Kriegsende erklärt in einem Grundsatzurteil der sogenannte Bundesgerichtshof den Verkauf von Kinderspielzeugen und Modellflugzeugen mit nationalsozialistischen Symbolen für strafbar.

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Holen wir uns unser Land – Alternative für uns Deutsche – Konföderation deutscher Staaten

Gegen Zentralismus und Bevormundung

Schluss mit der Parteienherrschaft

Für die staatliche Selbstständigkeit Bayerns und anderer deutscher Länder

Für den Austritt aus der EU

Für strikte außenpolitische Neutralität

Für Selbstverwaltung und Selbstverantwortung, auch der kleinen Organisationseinheiten

Freie Menschen bestimmen und verantworten ihr Leben selbst

Interessiert? Hier mehr über die Alternative für deutsche Staaten lesen.

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Kurzfassung Recht oder Rache – Der Saddam Hussein-Prozess

Ausschnitte aus der gleichnamigen Dokumentaion Recht oder Rache – Der Saddam Hussein Prozess von 3Sat.

Ausgangsfrage der Dokumentation ist, ob das Hussein-Verfahren rechtmäßig war.

Die Dokumentation schildert das Verfahren aus Sicht der Verteider und der Ankläger Saddam-Husseins, wobei der Schwerpunkt bei der Verteidigung, insbesondere den ausländischen Verteidigern, liegt.

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Lebenswelten – Mit der Heimat dich vereint

Magst du schön’re Lande schauen,
Über alles halte wert
Deines Mutterlandes Gauen,
Deiner Väter schlichten Herd.

Ist dir noch ein Herz verblieben,
Das um deinen Abschied weint,
Fühle fester nur im Leben
Mit der Heimat dich vereint!

Sei es, daß, was du besessen,
Dir ein feindlich Schicksal nahm,
Zu bekannten Grabcypressen
Leite dich dein stiller Gram!

Ewig trage sonder Wanken
Deinen Lieblingsort im Sinn,
Daß du stündlich in Gedanken
Als ein Pilger wallest hin!

Und wenn alles dich betrogen,
Wenn dich Glück und Stern verläßt.
Wenn die Treue dir gelogen,
An der Heimat halte fest!

Filmaufnahmen von Heimatbilder

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25. April/Launing Kalenderblatt: Grenze Sachsen – Böhmen, Achtzigjähriger Krieg, Schlacht bei Dessau, Marseillaise, Schlacht an der Adda, Fabrikrede, Erster Anglo-Afghanischer Krieg, RWE, Carl Zeiss, Audi, Schlacht von Gallipoli, Konferenz von Sanremo, Demjanskschild, Schlacht um Ostpreußen, DGB, Baden-Württemberg, Hitler-Tagebücher,

1459: Kurfürst Friedrich II. und Herzog Wilhelm III. von Sachsen vereinbaren in Eger mit dem böhmischen König Georg von Podiebrad den Vertrag von Eger, mit dem die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen festgelegt wird. Diese Grenze ist zum Großteil noch heute gültig und gehört damit zu den ältesten bestehenden Grenzen Europas.

1607: Im Achtzigjährigen Krieg zerstört eine Flotte der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande die spanischen Schiffe in der Schlacht bei Gibraltar. Der niederländische Admiral Jacob van Heemskerk kommt bei der Schlacht ums Leben.

1626: Im Dreißigjährigen Krieg besiegt das kaiserlich-habsburgische Heer des Feldherrn Wallenstein den protestantischen Heerführer Ernst von Mansfeld mit seinen Truppen in der Schlacht bei Dessau, verabsäumt jedoch, ihn entscheidend zu schwächen.

1792: Der französische Offizier Claude Joseph Rouget de Lisle komponiert in Straßburg während der Französischen Revolution anlässlich der Kriegserklärung an Österreich den Chant de guerre pour l’armée du Rhin, unter dem Namen Marseillaise Frankreichs spätere Nationalhymne.

1799: Im zweiten Koalitionskrieg trifft ein russisch-österreichisches Heer unter Alexander Wassiljewitsch Suworow in der Schlacht an der Adda auf ein französische Heer unter Jean-Victor Moreau. Die Schlacht dauert bis zum 27. April.

1837: In der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung prangert zuerst der Abgeordnete Franz Joseph Buß in einem deutschen Parlament soziale Probleme durch die Industrialisierung an. In seiner Fabrikrede fordert er auch aus Arbeitgeberbeiträgen gespeiste Hilfskassen für Kranke und Arbeitsunfallopfer, Kündigungsfristen, längstens 14 Stunden Arbeitszeit, Beschränken der Kinderarbeit, eine Fabrikaufsicht und berufliche Weiterbildung für Arbeiter. Sein Antrag wird nicht weiterverfolgt.

1839: Britische Truppen nehmen im ersten Anglo-Afghanischen Krieg kampflos die afghanische Stadt Kandahar ein und verschaffen sich damit einen Vorteil in „The Great Game“ gegen Russland um die Vorherrschaft in Zentralasien.

1898: Zur Energieversorgung der Stadt Essen wird die Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk AG (RWE) gegründet.

1902: Das Jenaer Unternehmen Carl Zeiss meldet das von Paul Rudolph entwickelte Photoobjektiv Tessar zum Patent an.

1910: August Horch, Gründer des Automobilherstellers Horch, nennt sein nach seinem dortigen Ausscheiden neu gegründetes Unternehmen Audi.

1915: Entente-Truppen landen im Ersten Weltkrieg am Kap Helles auf den Dardanellen, um nach Konstantinopel vorzudringen. Die mehrmonatige Schlacht von Gallipoli endet für die Alliierten mit einem Desaster, die Evakuierung der Truppen zieht sich bis ins Jahr 1916 hin.

1920: Auf der Konferenz von Sanremo werden für Teile des zusammengebrochenen Osmanischen Reichs im Nahen Osten Mandatsgebiete des Völkerbunds festgelegt. Es gibt ein Britisches Mandat Mesopotamien neben ihrem Völkerbundsmandat für Palästina. Die Franzosen erhalten das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon.

1943: Im Deutschen Reich wird der Demjanskschild als militärische Auszeichnung im Zweiten Weltkrieg gestiftet. Er wird an die deutschen Teilnehmer der Kesselschlacht von Demjansk verliehen.

1945: Die Schlacht um Ostpreußen geht mit dem Aufreiben verbliebener Reste der deutschen Wehrmachtseinheiten im Samland durch die Rote Armee zu Ende.

1947: In der britischen Besatzungszone wird ein Vorläufer des Deutschen Gewerkschaftsbundes gegründet. Erster Vorsitzender wird Hans Böckler.

1952: Durch Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern erfolgt die Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg. Als erster Ministerpräsident wird von der Verfassungsgebenden Landesversammlung Reinhold Maier (FDP/DVP) gewählt.

1983: Gerd Heidemann, ein Reporter des Stern, stellt in Hamburg einen sensationellen Fund vor: Die „Hitler-Tagebücher“, die sich jedoch später als Fälschung herausstellen werden.

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