Woanders gelesen: Auf dem Weg in die Knechtschaft?

Die Frage beihaltet den Titel eines epochemachenden Werkes des großen libertären Ökonomen und Sozialphilosophen der „Österreichischen Schule“ Friedrich A. Hayek*. Er verweist darin auf die kollektivistischen, sozialistischen Ideologien des Faschismus in Deutschland und Italien und auf den Bolschewismus. Er erinnert an die Zeit vor der Unterdrückung der Demokratie und der Einführung der totalitären Regime in den davon betroffenen Ländern. Diese Zeitspanne war – wie er schreibt –

„beherrscht von dem allgemeinen Verlangen nach schnellem und entschlossenem Handeln der Regierung und von der Unzufriedenheit mit dem langsamen und schwerfälligen demokratischen Geschäftsgang, was dazu führt, daß ein Handeln unter allen Umständen gefordert wird. In einem solchen Augenblicke übt der Mann oder die Partei, die stark und entschieden genug zu sein scheinen, um „durchzugreifen“, die größte Anziehungskraft aus, und „stark“ in diesem Sinne bedeutet nicht nur eine zahlenmäßige Mehrheit – es ist ja gerade die Sterilität des parlamentarischen Mehrheitsprinzips, womit das Volk unzufrieden ist. Wonach sie suchen, ist eine Persönlichkeit, hinter der genug steht, damit man ihr die Durchführung jeder Aufgabe zutraut.“
Es bedarf aber auch einer starken Gruppe mit einigermaßen gleichgerichteten Ansichten, wobei man davon ausgehen kann, dass diese mit aller Wahrscheinlichkeit „nicht von den besten, sondern eher von den schlechtesten Elementen einer Gesellschaft gebildet werden wird“.

Mit der Coronakrise scheinen wir exakt in einer solchen prä-totalitären Epoche zu sein, wie sie Hayek beschreibt. Etliches hat sich aber durchaus schon länger herausgebildet und weist bereits totalitäre Züge auf.

Es ist schockierend, wie einfach es sich uns heute darbietet, wie ein bisher in großem Umfang noch freiheitliches und individualistisches System tatsächlich in eine Diktatur transformiert werden könnte.
Ist Ungarn hier möglicherweise schon vorausgegangen?

Die schrittweise Unterdrückung von Opposition und Meinungsfreiheit mit der Hilfe fast ausschließlich regierungshöriger Medien hierzulande, das mit den Füßen Treten rechtsstaatlicher Prinzipien hat den Epochenwechsel längst angekündigt.

Heute genügt nun ein Parasit, ein Virus, ein unsichtbarer Feind, um die Bürger in die eigenen vier Wänden zu verbannen. Ein paar Ärzte und Experten, die als Super-Autoritäten inszeniert werden, fungieren als Taktgeber für Politiker.
„Die Drohung mit dem Tod ist die Münze der Macht“ schrieb Elias Canetti**.
Die Massenmedien bestätigen ihre abartige Fähigkeit zum Katastrophieren einmal mehr. Und, dass sie jeden in den Staub treten, der Fragen stellt oder Zweifel äußert. Das Volk gewöhnt sich offenkundig daran, dass die Demokratie weggesperrt wird – und das Volk gehorcht, wird gedrillt und dressiert.

„Ein Staat, der in unvermutetes Unglück geraten ist, wird überängstlich und in seiner Schwäche zu empfindlich, um ein offenes Wort ertragen zu können, zu einer Zeit, da er es am meisten nötig hätte.“
Plutarch

Aber nicht erst in der Krise ist bei uns die Neigung entstanden, den Meinungsgegner zum Dissidenten zu machen, zum Abgesonderten. Und „das geschieht wirksam durch moralische Ächtung. Der so zum Schweigen Gebrachte kann wie der Tote weder anklagen, noch sich verteidigen, noch Zeugnis ablegen. … In solchen Zeiten der Krisen und Katastrophen ist zu erkennen, was den Menschen ausmacht und was ihn antreibt.“ – wie Arnold Gehlen erkannt hat.

Hayek spricht von einer Clique, welche die Macht an sich reißt und die Transformation einleitet. Nicht umsonst führt uns dieser Begriff zu Merkel. Nach aktuellen Umfragen wird diese Person in den Augen der Deutschen anscheinend als eine solch starke Persönlichkeit registriert, wie sie sich die Mehrheit wünscht. Und dazu ihre Partei, die CDU, die ebenfalls in einem neuen, nicht erwarteten Umfragehoch schwelgen darf.
Eine Partei, welche die Tauglichkeit zu einer potentiell totalitären Camarilla in nicht wenigen Fällen bewiesen hat. Die zurückliegenden Parteitage mit der frenetischen Akklamation ihrer Führerin erinnerten seinerzeit schon an Beispiele aus dem real existierenden Sozialismus a la DDR oder China.
Politiker mit einer ausgewiesenen Gendarmen-Mentalität werden in solchen Zeiten nach vorne geschwemmt und dürfen sich gar noch in der Huld der von ihnen kujonierten Gemeinschaft sonnen: Seehofer, Spahn, Söder, Strobl. Solche Leute sind aber nicht nur bei der vormals „rechten“ CDU/CSU zu finden, wie die Geschichte der Sozialdemokratie zeigen kann und auch der Blick auf so manches Führungspersonal von Grünen und Linken.

Aber es ist ärmlich, die Schuld nur auf die Politiker zu schieben. Wir, das Volk haben sie doch gewählt, durchaus wissend, welch sinistre Charaktere sich darunter befinden. Wir sind selber schuld, wenn wir uns von ihnen und ihren Hofschranzen in den Medien und den Wissenschaften einlullen lassen, schweigend zusehen, in unser angezüchteten Autoritätsgläubigkeit und Untertanenmentalität verharren.

Der große, leider zu früh verstorben Freiheitsdenker Roland Baader dazu ***:

Die schlimmsten Feinde der Freiheit sind … nicht ihre erklärten Gegner, sondern die vielen Lauen und Laschen unter ihren angeblichen Freunden, die Gleichgültigen und Bequemen, die Gutmütigen und Gutgläubigen, sowie die Vulgärpoeten mit ihren Parolen, daß es „sooo schlimm ja nicht sei“ oder daß man nicht „immer alles so negativ sehen“ sollte. Diese nützlichen Idioten der Knechtschaft würden auch einem Menschen, der von Kannibalen gekocht werden soll, erklären, er möge sich beruhigen, weil „nichts so heiß gegessen wie gekocht“ werde.“

Was sich derzeit abspielt, ist das, was Hayek in seinem Werk herausgearbeitet hat: wie man in die Abgründe totaler Herrschaft hineinrutschen kann, ohne es eigentlich zu wollen. Nochmals Roland Baader:

 

„Die herrschende öffentliche Meinung (bestimmt), wie und was die Menschen denken. Das führt dazu, daß die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Zustände in einem Land unablässig schlimmer und schlechter werden können, ohne daß die Bürger dagegen in entschiedener Weise aufbegehren. Sogar dem Übergang ihrer gesellschaftlichen Ordnung von einem freiheitlichen in ein totalitäres System schauen sie auf diese Weise zu, ohne zu revoltieren … “.

____________________

*     Friedrich August Hayek: Der Weg in die Knechtschaft – Olzog Verlag München 2009

**   Elias Canetti: Masse und Macht – Frankfurt a.M. 1982

*** Roland Baader: Die belogene Generation – Gräfelfing 1999

Download this article as an e-book

Auf dem Weg in die Knechtschaft?

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Gesellschaft, Zuwanderung abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Woanders gelesen: Auf dem Weg in die Knechtschaft?

  1. Gerhard Bauer schreibt:

    Ich glaube nicht, dass diese Krise eine Hinführung zum totalitären System ist. Diese hat längst begonnen, wie Du richtig festgestellt hast.

    Ich bekomme fast täglich Berichte aus verschiedenen Intensiv- bzw. Coranastationen. Was dort läuft ist schon erschreckend und rechtfertigt meiner Meinung nach diese Maßnahmen.
    Was wäre denn, wenn sich die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und das würden sie zwangsläufig, vervielfachen würden? Heute schon werden Ethikräte gebildet die in Zusammenarbeit mit den Ärzten entscheiden sollen wer beatmet wird und wer nicht. Noch müssen diese Entscheidungen nicht getroffen werden, zumindest nicht in unserer Gegend, aber dies wäre wohl die Standardprozedur bei weiterhin „freier“ Bewegungsmöglichkeit.
    Was würden die heutigen Kritiker der gegenwärtigen Entscheidungen dann den Entscheidungsträgern vorwerfen?

    Wir haben ja auch keine Ausgangssperre, wir werden nicht eingesperrt. Wir dürfen uns relativ frei bewegen.

    Lassen wir das jetzt mal an uns vorübergehen und hoffen wir, dass wir nicht zu den Elenden gehören die ihr Dasein mit Beatmungsschläuchen fristen müssen.
    Reden wir weiter wenn es vorbei ist.

    Ich halte die Entscheidung von Söder für richtig und in Bayern läuft es einigermaßen geordnet ab. Die Industrie läuft, wenn auch auf Sparflamme, und die Leute gehen arbeiten.
    Meine Einschätzung ist, dass vielleicht schon nach dem 20. 4. mit Lockerungen zu rechnen sein wird. Über´s Jahr wird es dann besser und besser werden. Wenn uns dieser Scheißvirus keinen Strich durch die Rechnung macht.

    • altmod schreibt:

      Lieber Gerd,
      wir tauschen uns ja schon seit Jahren aus und kennen uns in unserer Weltsicht. Wenn alle Stricke reißen können wir uns dem Waldgang zuwenden. In dieser Hinsicht verstehe ich, dass Du zeitgleich mit meinem Beitrag auf Deinem Blog Ernst Jünger zum „Waldgänger“ zitierst.
      Ich stehe nicht allein mit meiner Warnung. Nicht nur bei den alternativen Medien ist Ähnliches zu lesen über die wiedererstandene „Sehnsucht nach dem starken Staat“ bei vielen Zeitgenossen. Auf achgut warnt mein Kollege Eisleben: „Der Weg in den Sozialismus scheint verlockend – aber die Ergebnisse sind bitter. Je schneller wir Bürger uns gegen den neuen Sozialismus wehren, desto besser fangen wir die Krise ab.“
      https://www.welt.de/politik/ausland/article206985947/Coronakrise-in-Europa-und-USA-Sehnsucht-nach-dem-starken-Staat.html
      https://www.achgut.com/artikel/unterm_schuldenschirm_wartet_der_sozialismus

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Lieber Frieder,
        ich habe den Weltartikel gelesen. Da stehen aber nur Behauptungen drin. Wie kommt der Mann auf die Zahlen.
        Stichwort: Starker Staat.
        Wenn was schief läuft wird von jeder politischen Seite Staatsversagen vorgeworfen. Also hat der Staat doch bestimmte Aufgaben zu erfüllen, da dürften wir uns ja auch einig sein.
        In bestimmten Situationen wünschen wir uns einen starken Staat, sprich eine stark agierende, verantwortungsvolle Regierungsmannschaft, in manchen verdammen wir eben diesen Staat.
        Mit individuellen Freiheiten kann man m. E. nach keine Krisen lösen, weder eine Pandemie noch eine Finanz- oder Wirtschaftskrise. Man kann sie weder lösen noch verhindern. Das sei auch den Libertären ins Gebetbuch geschrieben. Manches würde dann anders laufen, klar, aber krisenfrei wäre die Welt auch nicht. Nirgendwo auf der Welt wurde bisher ein libertärer Staat verwirklicht. Also ist es eine Theorie die in der Praxis noch nicht erprobt wurde. Kritisieren und Fehler bei anderen finden ist relativ leicht.
        Ich bin auch hier skeptisch und vorsichtig. Wollen doch alle diese Theoretiker und Ideologen, dass die Welt nach ihrer Fasson glücklich werden soll. Da können sie mir, gelinde gesagt, den Schuh aufblasen.

        Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Krisen genutzt werden um die Macht des Staates zu stärken, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Bogen überspannt wird. Überziehen diese Leute den Vertrauensvorschuss könnte es ganz leicht zu einem politischen Erdrutsch kommen. In welche Richtung auch immer. Es geht aber dann von „uns“ dem Wähler aus.
        Ich glaube aber nicht, dass z. B. die AfD oder irgendeine andere politische Partei Machtpositionen der Parteien freiwillig räumen würde. Ist es doch das Wesen von Parteien Macht zu erlangen, zu erhalten und auszubauen. Da können sie mir vorsingen was sie wollen.

        In Not und Gefahr bin ich durchaus für einen starken Mann, nicht für eine Merkel. Schon im frühen Rom wurden in Notzeiten zeitlich begrenzt Diktatoren ernannt. Dagegen hätte ich nichts, in Notzeiten wohlgemerkt. Sehr wohl habe ich etwas gegen das gegenwärtige Personal.
        Zu Ungarn kann ich nur sagen, die Rechte Orbans wurden vom Parlament gestärkt, also ganz auf dem demokratischen Wege. Bei uns, wie auch in Österreich oder Schweiz, wurden die Maßnahmen per Dekret von Regierungen erlassen, also ohne Parlament. Mir ist ein Orban oder ein Putin am A…. lieber als eine Merkel im Gesicht.

        Roger Köppel hat mit seinem Kommentar, der auch heute hier veröffentlich ist, meine Meinung genau getroffen.
        Hinschauen, skeptisch und kritisch bleiben. Mehr können wir ohnehin nicht tun.
        Viele Grüße Gerd

        Haltet die Ohren steif. Brust raus, Bauch rein und Kopf hoch

  2. alphachamber schreibt:

    Wir hoffen, Sie lassen sich nicht auch noch einwickeln.
    Hier in meiner asiatischen Heimat agiert man mehr mit Vernunft als in den Laendern aus denen immer die Ratschlaege (oder Befehle) kommen. Nochmals: Der CV „spuk“ ist vorbei NICHT vorbei, wenn er vorbei IST, sondern wenn die Politik ERKLAERT es ist vorbei! Es ist eine Generalprobe fuer Schlimmeres, etwas was es wert ist, das Finanzsystem und die Weltwirtschaft – so wie sie ist – zu zerstoeren. Dabei ist der Mensch der geringste Wert.
    Alles Gute

  3. Uranus schreibt:

    Zitat aus dem Artikel:
    »Es ist schockierend, wie einfach es sich uns heute darbietet, wie ein bisher in großem Umfang noch freiheitliches und individualistisches System tatsächlich in eine Diktatur transformiert werden könnte.
    Ist Ungarn hier möglicherweise schon vorausgegangen?«

    Aufgrund meiner freundschaftlichen Verbindungen nach Ungarn und mehrmaliger Aufenthalte pro Jahr für einige Zeit in Ungarn kann ich hierzu folgendes berichten: Konditioniert durch Berichte in der bundesdeutschen Presse und TV-Anstalten, wie arg die Presse- und Meinungsfreiheit in Ungarn durch die Regierung Orbán doch beschnitten sei, bin ich immer wieder überrascht zu sehen, welch oppositionelle Vielfalt die öffentlich erhältlichen Presseerzeugnisse in Ungarn doch tatsächlich aufweisen. Selbstverständlich beklagen sich die Ungarn, mit denen ich dort, wenn ich da bin, in täglichem Kontakt stehe, über eine ausufernde Korruption und orbánsche Vetternwirtschaft, aber wenn ich eine Einschätzung vornehmen sollte, wer auf dem Weg in die Knechtschaft, bzw. auf dem Weg zur Transformation in eine Diktatur vorausgegangen ist, dann hat nach meinem ganz persönlichen Empfinden, das nicht verallgemeinert werden sollte, die BRD doch inzwischen einen erheblichen Vorsprung vor Ungarn herausgelaufen.

    Dennoch nehme ich nicht an, daß die Absichten, die von (un-)gewissen Nutznießern des Zentralismus und Totalitarismus verfolgt werden, so ganz einfach und glatt bis zum Ende in die Tat umgesetzt werden können, wie die sich das vorstellen. Denn mit jeder Eroberung, die die Neobolschewisten auf ihrem Marsch durch die Institutionen gemacht haben, haben sie diese Institution gleichsam zerstört, ohne es zu bemerken. Kurz vor dem Ende, wenn sie glauben, fast alles erobert zu haben – falls es überhaupt so weit kommt – werden sie feststellen müssen, daß sie das Eroberte mit dem Moment der Eroberung zerschlagen haben und am Ende vor nichts anderem als einem gigantischen Scherbenhaufen stehen werden. Es muß nicht zwangsläufig zu einer absoluten Mega-End-Katastrophe kommen, wie sie z.B. in der Offenbarung des Johannes, das berühmte Buch mit den sieben Siegeln, beschrieben ist. Aber zu einer mehr oder weniger heftigen Klein-Katastrophe – Katastrophe bedeutet im Sinn des Wortes ja Umkehr- oder Wendepunkt – wird es wohl schon kommen müssen, weil ohne ein druckauslösendes Ereignis die meisten Menschen einfach nicht dazu bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen. Wie heftig die Klein-Katastrophe werden wird, das hängt von einer unüberschaubaren Menge von Einzelfaktoren ab, nicht zuletzt auch vom ernsthaften Wollen und den ernsthaften Absichten eines jeden einzelnen lebenden Menschen.

    • altmod schreibt:

      Ich denke auch so – und Gott stärke unsere Rede!

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Richtig, den Katastrophenpredigern und Chrashpropheten dürfen wir nicht soviel Raum zugestehen. Ganz egal welche Szenarien sie an die Wand malen, wir dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen. Der eigene klare Blick ist das Entscheidende.
      Ich bin diesen Leuten gegenüber von Grund aus skeptisch eingestellt. Die Megakatastrophe dieses bzw. des letzten Jahrhunderts hat uns nicht niedergeworfen. Unsere Großeltern und Eltern haben angepackt, nicht gejammert und Endzeitstimmungen Raum gegeben. Die hätten aber sehr viele Gründe hierfür gehabt.
      Ganz egal was kommt, wir stehen wieder auf und packen an. Auch ich als alter, weißer Mann.

    • KW schreibt:

      @ Uranus
      Ich hatte mich zu dem Thema, das global aufgeblasen wird, schon bei altmod geäußert. Der Neomarxismus wurde in den 20ern von der Frankfurter Schule erdacht, die Weichen von den Westalliierten in den 40ern mit der Gründung der NGOs gestellt und seit den 60ern halbglobal auf leisen Sohlen verwirklicht. 1990 gab Jelzin ihm den letzten Anschub.
      Nun ist er da, der globale Totalitarismus, nur fehlt bei der Masse diese unsere Erkenntnis. Wir und auch Björn Höcke (gestern das Interview bei PI gesehen) von der AfD sehen, daß diese Kräfte das ehemals, zwar schiefe, aber doch bestehende postdemokratische System völlig auf den Kopf gestellt haben. Es muß den einzelnen betreffen, einschränken, drangsalieren, damit er aufwacht. Und da bin ich bei Ihrem letzten Absatz. Ich habe gestern mit einer Bekannten telefoniert, die einen Welpen von uns im Januar gekauft hat. Die hat bei unserer gestrigen ersten politisch gefärbten Diskussion ihrem großen Ärger Luft gemacht, weil ihr Leben so sehr eingeschränkt wird. Die Kinder liegen ihr ganztägig auf der Pelle, den Wust an Schulaufgaben kann sie nicht kontrollieren, weil sie arbeitet, Familienfeste finden nicht statt, die Polizeikontrollen in Thüringen nerven, es gibt Denunzianten, Strafen. Bei ihr ist ganz offensichtlich die Grenze des Ertragbaren erreicht. Die 2. Welpenkäuferin im Saarland jammerte vorgestern über Verluste beim Opa, der als Bäckereibesitzer keine Torten an Cafes liefern kann, weil die alle geschlossen sind. Sie war politisch erstaunlich informiert und stellte keine Fragen, als ich andeutete, daß die FED im Schatten des Virus wohl verstaatlicht wurde. Neu ist, daß die Grippe und ihre Auswirkungen sofort das Tagesgespräch einleiten. Man wird automatisch politisch, was früher nicht möglich war.
      Ich sehe die Krise als Chance, sie haben den Bogen überspannt. Der Virus ist Ablenkmanöver vom Platzen des Welt-Finanzsystems, wovon schon lange vorher gesprochen wurde. Einer muß dann Schuld sein, denn sie wollen (wie immer) im Hintergrund bleiben. Ob ihnen das mit Xi, Putin und Trump wieder mal gelingt, bezweifle ich, zumal die aufgewachte Menge groß genug scheint. 10 % reichen. Wenn dann der Griff auf die Verblödungsmedien,erfolgt die ja auch nur in wenigen Händen sind, dann ist es leicht, den Rest aufzuwecken. Wenn dann medial die ganzen Verbrechen der Clique zur Sprache kommen, haben sie mental von der Masse keine Unterstützung.
      Wie danach die Welt sich ordnet, hängt dann auch ab, inwieweit wir Einfluß nehmen dürfen. Höcke sprach von unabdingbaren Volksabstimmungen (gewiß haben die auch 2 Seiten)..

      • Uranus schreibt:

        @ KW
        Es ist sehr wahrscheinlich, daß nach der Krise, vielleicht schon während der Krise, viele Menschen die Verteilung des eigenen Vertrauens überprüfen und eine Neuverteilung vornehmen werden. Geschieht das oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes, die kritische Masse sozusagen, dann kann das wiederum zu Veränderungen, eventuell sogar zu erdrutschartigen Veränderungen führen.

        Was unseren eigenen Einfluß auf die Welt, zumindest auf unser persönliches Lebensumfelds, anbelangt: Macht hat, wer macht! Die Richtigkeit dieser Aussage konnte ich bei der Gründung meines eigenen kleinen Unternehmens vor über zwanzig Jahren feststellen. Selbstverständlich ist der Einzelne gewissen Beschränkungen unterworfen und kann nicht ungestraft alles machen, was ihm gerade so einfällt. Aber manchmal liegt der Schlüssel zu einer Veränderung, vor allem zu Veränderungen, die man selbst gerne möchte, einfach darin, sich gewisse Freiheiten selbstbewußt und dennoch eigenverantwortlich herauszunehmen und das zu tun, von dem ich meine, daß es getan werden müßte, anstatt auf einen Befehl von oben herab zu warten oder darauf zu hoffen, daß mir die gnädige Erlaubnis einer äußeren Autorität für das erteilt wird, das ich gerne tun möchte.

        Die zwei Seiten einer Volksabstimmung, tja, die kann man einerseits als demokratischen Vorgang sehen, aber auch als Diktatur der Mehrheit, sofern der Minderheit der Willen der Mehrheit aufgezwungen werden soll.

  4. Gerhard Bauer schreibt:

    Diese Endzeitprediger suhlen sich im Schlamm und fühlen sich darin wohl. Je mehr Dreck sie aufwühlen umso wohler fühlen sie sich.

  5. Gerhard Bauer schreibt:

    Ich möchte noch etwas loswerden. Welche Vorschläge gibt es denn von der Kritikerseite zur Lösung des Problems?
    Alles seinen freien Lauf lassen. Augen zu und durch? Die Alten und Kranken kasernieren und der Seuche preisgeben (denn irgendwie kommt das Virus schon hinein)?

    • KW schreibt:

      Moin, Gerd, was kann man machen? Ich mache weiter wie bisher. Das Problem ist national nicht mehr zu lösen, weil wir es mit einem globalen Netzwerk des Bösen zu tun haben. Schau Dich um, alles dasselbe mit Nuancen, die Korruption ist woanders vielleicht größer (Ostblock), dort weniger Kulturfremde, aber sonst. Man kann dem System Nadelstiche versetzen mit Informationen, wie Du es auf Deinem Blog sehr gut machst. Vieles von Dir trage ich über die JF weiter, allerdings scheuen sie den Link zu Dir, sodaß ich nur den Direktlink setzen kann, aber von Ehrgeiz zerfressen sind wir alle nicht. Wir haben überall nationale Bewegungen und Parteien, darunter die AfD mit dem Flügel, den sie sich selber abschneiden wollen, aber das wird nix mehr. Übrig blieben nur die Opportunisten um Meuthen, und das wärs dann mit der AfD. Wir haben Putin, der ganz deutlich eine multinationale Welt anspricht, und auch Trump. Den Chinesen mag ich nicht einschätzen. Wir müssen warten und die Welt im Kleinen in Ordnung halten.
      Ich ziehe gerade Tomaten, aber den Dreschflegel ignoriere ich künftig, weil sie von unserem Geld paar Cent von 1 Euro an Flüchtlinge spenden wollen und den Kampf gegen rechte Selbstversorger aufgenommen haben. Mit einer gepfefferten Mail habe ich mich verabschiedet. Spinner.
      Was willst Du machen? Demonstrieren? Mails verschicken? Petitionen unterschreiben? Zur Wahl gehen? Wählen könnte man die AfD, aber das ganze System bringt solche optisch und intellektuell traurigen Gestalten hervor wie wir sie haben. Die AfD wird im System genauso werden.Die Guten und Fähigen werden im Parteiengezeter gehen, übrig bleibt der Schrott.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Servus Kersti,
        bei Dreschflegel kaufe ich auch nichts mehr. Als ich vom „Bäuerinnen- und Bauerngarten“ las, wusste ich Bescheid.
        Parteien sind Parteien und bleiben Parteien. Die Lösung ist außerhalb zu suchen, Parteien können bis zu einem gewissen Grad ein Werkzeug sein, mehr aber nicht. Viele Hunde sind des Hasen Tod.
        Zur Wahl gehe ich nach wie vor und setze dort meine kleinen, gezielten Duftmarken.
        Nicht gehen stärkt automatisch Linke und Internationalisten. Ein bisschen Sand ins Getriebe kann man schon streuen, wenn auch nichts Entscheidendes. Aber, „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ und „Kleinvieh macht auch Mist“.

Kommentare sind geschlossen.