Woanders gelesen: Nutzen verhindert, Schaden gemehrt …

„Ich schwöre,
daß ich meine Kraft
dem Wohle des deutschen Volkes widmen,
seinen Nutzen mehren,
Schaden von ihm wenden,
das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes
wahren und verteidigen,
meine Pflichten gewissenhaft erfüllen
und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.
So wahr mir Gott helfe.“
Amtseid der Minister –
Art. 56 Grundgesetz

Dass Merkel oder auch ihre Minister immer wieder wissentlich gegen ihren Amtseid verstoßen, wird außer von den jubel-jaulenden Hofhunden in den Staatsmedien und der „Qualitätspresse“ von keinem mehr bestritten.
Dumme Sprüche von Merkel sind inzwischen Legende. Was fiel Ihr zur Corona-Katastrophe ein, als sie bereits hierzulande ein nicht mehr beherrschbares Ausmaß angenommen hatte:
„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“.
Oder:
„Wir hatten in Deutschland Gelegenheit, in einer frühen Phase die Dynamik zu beobachten“. 
Und:
„Sukzessive müssen wir sehen, dass die Entwicklung vor keiner Region halt macht.“
„Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns“, sagte Merkel.
„Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an.“

Du dumme Kuh, möchte man ihr entgegenrufen, das fällt Dir jetzt ein und noch blöder kannst Du es auch nicht formulieren?

In einem lesenswerten Beitrag weist Alexander Wendt auf eine historische Begebenheit hin:

Im Oktober 1918 entschied der Gesundheitsbeauftragte von St. Louis Max Starkloff, sich bei den Bürgern seiner Stadt gründlich unbeliebt zu machen. Seit September beobachtete der Beamte, wie sich die Spanische Grippe in den Vereinigten Staaten westwärts verbreitete. Schon im September ließ er sich alle Infektionsfälle der Stadt melden und untersagte größere Veranstaltungen.
Am 8. Oktober 1918 setzte er die Schließung aller Theater, Kinos, Schwimmbäder und Bars in der Stadt durch, später dehnte er die Maßnahmen auch auf Kirchen und nicht lebensnotwendige Geschäfte aus. Das gesellschaftliche Leben von St. Louis stand still, gegen den Willen vieler Geschäftsbetreiber, die Starkloffs Entscheidung für viel zu rigide hielten. Als die Spanische Grippe endlich nach einer zweiten Welle abebbte, zählte Starkloff zu den bekanntesten Gesundheitsexperten des Landes. Dadurch, dass er St. Louis vorübergehend zur Geisterstadt machte und die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkte, hielt er dort die Todeszahlen niedriger als in den meisten anderen großen Städten.

 

Betrachte man die Verhältnisse jetzt bei uns, kann man sagen, wieder mal nichts aus der Geschichte gelernt.

Wendt weist darauf hin, dass man in Deutschland wichtige Zeit verschlafen hat und belegt dies mit folgender Kurve:

„Vom 27. Januar bis zum 29. Februar 2020 verlief die Infektionskurve in Deutschland sehr flach: in dieser Zeit hatten sich nur 106 Menschen angesteckt. … Erst ab dem 29. Februar bewegte sich die Kurve extrem steil nach oben – durch die Karnevalsfeiern in Nordrhein-Westfalen. Aber auch danach, als die pandemische Kurve sich schon aufbaute, passierte in Deutschland eineinhalb Wochen lang praktisch wenig bis nichts. Die Schweiz untersagte schon ab 28. Februar Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen, viele Kantone nahmen schon für Veranstaltungen ab 150 Teilnehmern Risikoeinschätzungen vor, ließen sie also nur bedingt zu. Wenige Tage später, am 3. Februar, bezeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als unverhältnismäßig.“

Da wollten die Jecken aus NRW, der Ministerpräsident und der von dort stammende Gesundheitsminister wohl ihren Feierbiestern den Spaß nicht verderben.
Wochenlang hat Laschet nichts Substantielles zur Lage zum Besten gegeben, jetzt nach dem „Krisentreffen“ im Bundeskanzleramt läßt er sich endlich herab, sich zur Lage zu äußern und politische Vorgaben zu machen. Die FAZ feiert darob den Lascho enthusiastisch als „Mutmacher“, der mit einer „Schweiß-Tränen-und-Mutmachrede-Rede“ 18 Millionen Einwohner seines Landes auf einschneidende Maßnahmen einstimmte. Kein Wort davon, was „Sir Winston“ vom Rhein inzwischen alles hat liegengelassen. Die FAZ möchte ihn gleichwohl als Kanzler-tauglich nobilitieren.

Die Alte aus dem Kanzleramt hat ihren fetten Hintern ebenfalls kaum bewegt. Ein windiger Integrationsgipfel mit der Neuauflage von alten Lügen und Propagandaphrasen war ihr wichtiger als ein rechtzeitiger Krisengipfel zur drohenden Corona-Katastrophe. Und die Beschäftigung mit der Hereinholung von neuen Migranten hatte ebenfalls Vorrang gegenüber der Verlautbarung von klaren Direktiven in Richtung Schließung der Grenzen, Verbot von Großveranstaltungen, Eindämmung sozialer Kontakte usw. Nun sind sie halt da: Fünf neue Fälle von mit Covid-19 infizierten Asylbewerbern allein in Heidelberg an einem Tag.

Merkels Gesundheitsminister – ebenfalls ein Möchtegern-Kanzler – mimte zwar schon nahezu rechtzeitig den Fachminister, die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als „unverhältnismäßig“ zu bezeichnen, spiegelt indessen eine gewaltige Ignoranz wieder. Seine Einstellung speziell dazu hat er inzwischen revidiert, aber über notwendige Grenzschließungen äußert er sich ablehnend, denn das Virus sei ja schon da!

Nichts aus der Geschichte gelernt, elementare Grundsätze hinsichtlich klassischen Seuchen-Managements und –Eindämmung missachtet – das kann man statthaft als Fazit für die deutschen Verhältnisse anmerken.
Müßig, dabei nochmal auf den Amtseid hinzuweisen.

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Nutzen verhindert, Schaden gemehrt …

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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