Zum Kalenderblatt 23. Februar/Hornung: Geburtstag von Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Gerd Klaus Kaltenbrunner

das „alte Europa“

Er wäre heute 76 geworden.
Geboren am 23. Februar 1939 in Wien, starb er am 12. April 2011 in Lörrach.
Er war Philosoph, humanistischer Schriftsteller, Ideenhistoriker, Essayist und Publizist.

„Gerd-Klaus Kaltenbrunner war einer wenigen deutschen Rechtsintellektuellen von hohem geistigem Rang, auch ein Meister des belletristischen Essays“

schreibt Pirmin Meier bei kath-info.

Auf diesem Blog ist ihm ein eigener Bereich mit eigenen Seiten gewidmet: „Vom Geist Europas“.
So lautet auch der Titel seiner zweiten, späteren dreibändigen Essay-Sammlung mit „ideengeschichtlichen, biographischen und kulturphysiognomischen Essays und Studien“ zu Europa; dem Abendland, wie er es verstand.
Diese großartigen Essay-Sammlungen „Europa – Seine geistigen Quellen in Porträts aus zwei Jahrtausenden“ und „Vom Geist Europas – Sternbilder, Schattenrisse, Spiegelungen“ sind leider nur noch antiquarisch zu erhalten.

Gefunden bei altmod. Der Artikel existiert allerdings nicht mehr.

Götz Kubitschek schrieb:

„Neben den dickleibigen Bänden ‚Europa. Seine geistigen Quellen in Portraits aus zwei Jahrtausenden‘ ist es vor allem diese ‚Reihe Initiative‘ – gruppiert um das Schlagwort einer ‚Tendenzwende von rechts‘ –, die in jede Bibliothek gehört (man kann sie sich im Internet zusammenkaufen).
Kaltenbrunner […] zog sich zurück und äußerte sich nicht mehr politisch. Er hat über diesen Rückzug nie Auskunft erteilt, auch nicht auf Nachfrage. So bleiben die Fragen stehen: Ist er gegangen, weil jeder, der heute noch im Oberflächengeschäft der Politik tätig ist, seine Zeit vergeudet? Ist er gegangen, weil er sah, daß selbst sein nicht geringer Einfluß als Herausgeber und Publizist nichts austrug? Oder fragen wir falsch, und Kaltenbrunner hatte einfach alles gesagt, was er politisch zu sagen hatte?[3]

In Memoriam: Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Zum 80. Geburtstag

Geboren am 23. Februar 1939 in Wien, starb er am 12. April 2011 in Lörrach.
Er war Philosoph, humanistischer Schriftsteller, Ideenhistoriker, Essayist und Publizist.

„Gerd-Klaus Kaltenbrunner war einer wenigen deutschen Rechtsintellektuellen von hohem geistigem Rang, auch ein „Meister des belletristischen Essays“ – schreibt Pirmin Meier bei kath-info.

Auf diesem Blog ist ihm ein eigener Bereich mit eigenen Seiten gewidmet: „Vom Geist Europas“.
So lautet der Titel seiner zweiten der dreibändigen Essay-Sammlungen mit „ideengeschichtlichen, biographischen und kulturphysiognomischen Essays und Studien“ zu Europa – dem Abendland, wie er es verstand.

Diese großartigen Essay-Sammlungen „Europa – Seine geistigen Quellen in Porträts aus zwei Jahrtausenden“ und „Vom Geist Europas – Sternbilder, Schattenrisse, Spiegelungen“ waren zuletzt nur noch antiquarisch zu erhalten.
Es soll jedoch anlässlich seines 80. Geburtstags ein umfangreiches Reprint durch den Ares-Verlag erfolgen, ist in der neuesten „Die Tagespost“ von Magdalena S. Gmehling, der langjährigen Mitarbeiterin von G. Kaltenbrunner, zu erfahren.

Gerd-Klaus Kaltenbrunner und das „alte Europa“

Lassen wir ihn selbst in seinem Geleitwort zum 3. Band „Vom Geist Europas“ zu Wort kommen:

Wie bisher habe ich mich von einer vielleicht niemals begrifflich vollständig festgelegten, jedoch deshalb keineswegs dunkel verworrenen Idee leiten lassen: Europa. Dieses Inbild „okzidentalischen“ Wesens begleitet mich zeit meines zum Denken erwachten Lebens: die Vision eines Hauses mit vielen Wohnungen, eines Domes mit vielen Kapellen, eines Lebensraumes oder einer „oikia“ mit vielen Gebieten, Nischen und Höhenstufen. Es ist dies ein anderes Europa als der halb euphorisch begrüßte, halb fatalistisch hingenommene Binnenmarkt gleichen Namens. Das Abendland, in dem ich mich beheimatet weiß, ähnelt — um es drastisch zu sagen — eher noch dem fernen Polynesien als jenem nahen, aber antlitzlosen Monster, das von überheblichen Kommissionen und Konzernen entworfen, verwaltet und vorangetrieben wird. Der gigantomanischen Vermessenheit dessen, was in einem wohlgeordneten Gemeinwesen nur subalternsten Rang innehaben könnte, halte ich unbeirrt die Urgestalten und Denkmale europäischen Schöpfergeists und Überlieferungssinns entgegen. Bildlich gesprochen: Das alte Prag, Riga, Krakau und Kiew stehen mir näher als das neue Brüssel. Den Spott, ein Don Quijote sei, wer die Übermacht des Technokratischen, Ökonomischen und Administrativen in die Schranken fordere, fürchte ich sowenig wie vor zwanzig Jahren die Schelte des „Konservativen“…

Von 1974 bis 1988 gab Gerd-Klaus Kaltenbrunner im Herder-Verlag die Taschenbuch-Reihe „Initiative“ heraus. Es war eines der wichtigsten Sprachrohre neokonservativen Denkens, ein vorzügliches publizistisches Projekt, welches in dieser Art heute schmerzhaft vermisst wird. Die „Initiative“ war das konservativ-intellektuelle Gegenstück zu den publizistischen Vorzeigeprojekten der linken Kulturrevolution.

Der Historiker Peter Berglar urteilte über ihn:

„Kaltenbrunner stellt den Typus des hochgerüsteten intellektuellen Einzelkämpfers dar, der nicht zum ‚Rundumangriff‘ übergeht. Seine Rüstung: imponierende universale Bildung, geschliffene Feder, differenzierende Rationalität am Zügel von Ethos und Gewissen sowie persönlicher Mut.“

Die linken Kulturrevolutionäre konnten solches in ihrer bekannten „Toleranz“ nicht hinnehmen. Beispielgebend war denn dafür der folgende Vorgang: Ende der 80er Jahre hatte die Bundeszentrale für politische Bildung erwogen, einen Teil der Auflage der Bände „Vom Geist Europas“ aufzukaufen und dann kostenlos Lehrern, Professoren und Journalisten zur Verfügung zu stellen. Publikationen, welche die Bundeszentrale in ihre Publikationsverzeichnisse aufnimmt, erregen natürlich mehr Aufmerksamkeit und können Auflage und Bekanntheit steigern. Da „Vom Geist Europas“ jedoch im MUT-Verlag von Bernhard W. Wintzek verlegt worden war, rief das die publizistischen, politischen und kulturellen Blockwarte auf den Plan mit einem infamen Artikel versuchte die ZEIT denn auch das Projekt, Verfasser und Verleger in echter „antifaschistischer“ Aufwallung mit Dreck zu bewerfen.

Kaltenbrunner lebte in seinen letzten Lebensjahren sehr zurückgezogen, fast wie ein Einsiedler, wurde zum Mystiker und beschäftigte sich ausschließlich mit religiösen Dingen. Seither publizierte er auch nichts mehr. Martin Johannes Grannenfeld bezeichnete ihn in seinem Nachruf bei ef als „Lichtmystiker und Gegenwartsverweigerer“.

Diesem „Gegenwartsverweigerer“, großartigen Essayisten und Philosophen, habe ich für meine geistige Gewissheit und Verfassung viel zu verdanken.

Es ist ein Gewinn, wenn die vergriffenen großartigen Werke über „Europa“ und „Vom Geist Europas“ wieder in Buchform erscheinen. Dem Ares-Verlag sei Dank dafür.

In Memoriam: Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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