Zum Kalenderblatt 23. Januar/Hartung: Karl Radek

Radek stammte aus einer jüdischen Familie, er selbst sah sich als Atheist. Seine Familie orientierte sich an der deutschen Kultur, weshalb zu Hause Deutsch gesprochen wurde. Jedoch hatte Radek bereits als Schüler Kontakt zur polnischen Arbeiterbewegung und schrieb auch für polnische Zeitungen. Jiddisch lernte Radek nach eigenen Angaben erst als Erwachsener und „mehr aus Jux“.

Anläßlich der Säuberungsaktion Stalins gegen ehemalige Anhänger Trotzkis wurde auch Karl Radek verhaftet und Anfang Februar 1937 mit Pjatakow, Muralow, Sokolnikow, Serebrjakow und 12 anderen vor Gericht gestellt. Trotzki, der gerade Mexiko erreicht hatte, war in absentia wieder der Hauptangeklagte. Es wurde nach einer Woche fast ausschließlich Todesurteile gefällt, nur Radek und Sokolnikow kamen mit 10 Jahren Gefängnis davon. Radek wurde nach Nertschinsk in Sibirien gebracht.

Karl Radek war offensichtlich deshalb geschont worden, weil man in spätere Prozessen seine „Geständnisse“ erwartete. Radek und Pjatakow räumten damals ein, als Trotzkis „Hauptagenten“ tätig gewesen zu sein und in der Tat die beiden Säulen der Verschwörung (Trotzkis) gebildet zu haben.[3]

In Mexiko City stellte sich Trotzki damals in einem berühmt gewordenen Gegenprozeß der angeblichen Anklage und zerpflückte in einem berühmt gewordenen Gegenprozeß der angeblichen Anklage und zerpflückte in einem zermürbenden Kreuzverhör die „Argumente“ seiner Gegner.[4] Ob und in wieweit Karl Radek den Erwartungen folgte war unklar. Nach J. Erickson „The Soviet High Comand“ (62) hatte er Tuchatschewski nicht belastet, während es von anderer Seite behauptet wurde. Jedenfalls wurden Marschall Tuchatschewski und 7 Sowjetgeneräle erschossen.

Welches Ende Radek nahm, schildert Solschenizyn wie folgt: „Als Anhänger Trotzkis verliert er seine politischen Posten und wird in den Ural verbannt. In den dreißiger Jahren führt er als ‚Iswestija‘-Redakteur noch immer die beste Feder in der sowjetischen Presse. Er belastet die Angeklagten des Schauprozesses von 1937, wird im Rahmen der großen Säuberungen selbst zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt und stirbt im Kerker unter ungeklärten Umständen.“ [1]

Seither ist er verschollen. Nach einer unbewiesenen Angabe wurde er 1941 in Moskau gesehen, offiziellen Angaben zufolge aber am 19. Mai 1939 im Lager Werchneuralsk im Südural von einem kriminellen Mitgefangenen erschlagen. Erst in der Perestroika-Zeit wurde Radek 1988 rehabilitiert.

Quelle:Wiki- und Metapedia

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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