Brotzeit: Bio – ein trojanisches Pferd

Die Regale sind voller Biowaren. Ein voller Erfolg – Deutschland wieder mal als Vorreiter für die ganze Öko-Welt? Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften EU.L.E. e.V. (http://www.euleev.de) 086B Das Europäische Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Ärzten. Es wurde 1994 als gemeinnütziger Verein gegründet, um die (Fach-) Öffentlichkeit objektiv und unabhängig, auf der Basis internationaler Fachliteratur über Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit zu informieren. Realisation: blueonly Media

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Ich kaufe grundsätzlich keine Bio-Produkte. Auf diesen Zug bin ich nie aufgesprungen und werde ich auch nicht aufspringen.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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11 Antworten zu Brotzeit: Bio – ein trojanisches Pferd

  1. Uranus schreibt:

    Gelegentlich kaufe ich schon mal Bio, aber nicht deshalb, weil mir der Begriff etwas bedeuten würde. Im Grunde besagt der Begriff »Bio« bei Waren, die in den Verkaufsregalen liegen, so gut wie nichts, da die Erzeuger das Biosiegel kaufen können. Meine Entscheidung, ob Bio kaufen oder nicht, hängt in erster Linie vom äußeren optischen Erscheinungsbild der Ware ab. Die Enttäuschung beim Essen der Bioware folgte nach meiner Erfahrung leider viel zu oft. Über die Hälfte der von mir gekauften Biowaren waren vollkommen geschmacksneutral. Sogar die vielgeschmähten Hollandtomaten beispielsweise hatten zuweilen etwas mehr Aroma, als die gekaufte Bioware. Aber an das Aroma der Tomaten von den Kanarischen Inseln Mitte der 1980-iger Jahre kommt heute keine einzige Sorte mehr heran, egal ob Bio oder nicht, egal ob Selbstanbau oder gekauft, egal ob eigene Anzucht der Samen oder gekaufte Pflänzchen. Mir drängt sich der Eindruck auf, als seien die heutigen Sorten alle irgendwie gentechnisch degeneriert, bzw. als seien die Aromaträgerstoffe weggezüchtet worden. Aprikosen, Pfirsiche und Birnen sind weitere Beispiele für das Verschwinden des Aromas im Vergleich zu früheren Sorten von vor dreißig oder vierzig Jahren.

    Aus all diesen Gründen kaufe ich heutzutage kaum noch Bio. Zu häufig die nach dem Kauf folgenden geschmacklichen Enttäuschungen. Die sind mir den höheren Preis einfach nicht mehr wert.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Werter Uranus, hier gibt´s alte Sorten zu kaufen:
      https://www.dreschflegel-shop.de/
      Der Geschmack kommt nicht nur von der Sorte, er kommt auch von der Sonne und vom Boden. Bei modernen Sorten wurde oft nicht viel wert auf Geschmack gelegt, sondern auf Aussehen oder Haltbarkeit aber auch Resistenz gegen Krankheiten oder Schädlinge etc.. Wie z. B. auch in der Hundezucht, viele Rassen sind degeneriert und viele der Hunde sind oft genug echte Wesenskrüppel, bei den importierten Stignglander“rassen“ schaut´s aber nicht besser aus.
      Bei Aprikosen kann ich „Ungarns Beste“ empfehlen, die entwickelt sich auch in unseren Breiten recht gut. Aber Aprikosen, wie auch Pfirsiche müssen gespritzt werden, sonst wird das nichts Gescheites. Bei Birnen gibt´s die Williamsbirne zum Sofortessen oder die „Gräfin von Paris“ für den Winter. Beide absoulut gschmackig.
      Bio ist in meinen Augen nur ein Versuch einen höheren Preis für oft genug minderwertige Ware zu bekommen. Mit mir nicht.

      • KW schreibt:

        Moin, Ich kaufe schon Jahre beim Dreschflegel, kann ich nur empfehlen. Wenn mal was nichts wird, muß man den Fehler bei sich suchen, wie Du schreibst, Boden und Pflege spielen auch eine Rolle. Ich gebe 2x bei den Tomaten Natron in den Boden. @ Uranus, das mit den Hollandtomaten hat mein Mann, der ganzjährig Tomaten ißt, auch gemerkt. Ich esse ja nur die eigenen, die bald soweit sind. Man muß versuchen, sich von der Konzernsware abzunabeln, anonym öffnet Betrug Tür und Tor. Auf staatliche Kontrollen ist auch kein Verlaß, die hinken den Betrügern europaweit immer einen Schritt hinterher. Das kommt sogar im Glotzkasten betreffs Olivenöl. Jetzt rüstet China in Bezug auf Tomatenmark auf mit Etikettenschwindel und Streckung mit Sojafasern. Globalismus ist gleichbedeutend mit organisierter Kriminalität, das hat mit früherem Welthandel absolut nichts zu tun. Daher Hände weg und sich selber schulen. Dieses Jahr kam der Kolrabi, wieder was gelernt.

      • Uranus schreibt:

        Hallo Gerhard Bauer und KW, danke für die Hinweise. Bei der Gelegenheit kann ich ja mal anmerken, daß ich aufgund eines Beitrages im August 2017 hier auf diesem Blog, in dem es um den Anbau von Salaten auf freigeworden Flächen ging, gleich damit begonnen habe, 54 Salatpflanzen im Freiland einzupflanzen. Nur 6 Pflänzchen haben die Schnecken gefressen, allerdings bin ich anfangs auch jeden Tag zur mitternächtlichen Stunde mit der Taschenlampe auf Schneckenjagd gegangen. Das Ergebnis war letztlich ganz ordentlich, auch geschacklich, wobei ich aber nicht alle Salate verspeisen konnte wegen des Wintereinbruchs, und da auch nicht wegen des Frostes, sondern wegen der Schneemenge, die noch einige Salatköpfe unter sich begraben hatte.

        Im letzten Jahr habe ich es mal mit Grünkohl im Freiland probiert, eigene Anzucht mit Samenkörnchen. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich in den letzten Jahren schon mal etwas mehr gehätschelt und getätschelt hätte, als diese aufwachsenden Grünkohlpflänzchen. Vor allen die Schäden durch herumstreunende und in das Beet hineinkackende Katzen mußten immer wieder gerichtet werden. Die Pflanzen sind am Anfang sehr langsam gewachsen, aber am Ende war das Ergebnis hervorragend, auch geschmacklich. Auch hier habe ich die letzte Portion unter dem Schnee hervorgraben müssen, aber beim Grünkohl war ich das meiner eigenen Mühe bei der Aufzucht einfach schuldig.

        Kartoffeln baue ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin schon seit 25 Jahren an, seit 2015 auch in meinem neuen Heim im Bayerischen Wald. Bei keinem anderen Gartenprodukt habe ich den geschmacklichen Unterschied zur konventionellen gekauften Ware so deutlich verspürt, wie bei den Kartoffeln. Diese selbstangebauten Kartoffeln in meinen speziellen Bratkartoffeln oder noch besser, in meinem speziellen Kartoffelsalat, sind einfach nur die Wucht.

        Bei meinen Johannisbeerbüschen (Ribisel), rote und schwarze, muß ich nicht viel machen, nur etwas zurückschneiden. Die sind jedes Jahr brechend voll mit Früchten, die ich dann zu Gelee verarbeite. Es ist so viel, daß sogar die Nachbarn kommen und fragen, ob sie ernten dürfen.

        Kürzlich war ich wieder mal Ungarn und habe dort von den Bäumen des Bruders meiner Lebensgefährtin Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen gegessen. Tja, was soll man dazu sagen. Ist noch nicht mal ansatzweise ein Vergleich zu dem Zeug, was es hier zu kaufen gibt.

  2. KW schreibt:

    @ Uranus, wir alle sind wohl gerade beim Umziehen, von betreutem zum eigenständigem Wohnen. Das erfordert Übung, man macht Erfahrungen, meine Tochter kämpfte dieses Jahr auch mit Schnecken. In meinem Hochbeet wohnt seit kurzem eine Maus, weiß nicht, was ich mit ihr machen soll. Gut ist die für meine Pflanzen bestimmt nicht. Letztes Jahr wurden über Nacht meine Chilipflanzen fast aufgefressen, weiß nicht, was das war. Diese Jahr hatten sie bereits wieder Löcher in den Blättern, sodaß ich sie hochstellte. Jetzt blühen sie.. Ich habe dieses Jahr auch die Kohlrabis in Blumenkästen auf dem Balkon statt im Hochbeet gehabt. Letztes Jahr kam nix wegen der Schmetterlinge. Nächste Woche kann ich die ersten ernten. Kartoffeln habe ich dieses Jahr im Garten angebaut, nur hat sie mein Mann, der das nicht wußte, versehentlich mit dem Rasenmäher abgeraspelt, den Meerrettich haben meine Hunde ausgegraben. So passiert immer etwas nicht Geplantes. Ich rege mich nun nicht mehr auf, das eine kommt, das andere nicht. Die Kartoffeln sind aber wieder gewachsen, kann nur später ernten.Meine neuste Erfahrung: Kräuter sollte man nur draußen aussäen. Zuccini muß man die erste Zeit beschützen, meine 7 sind bis auf einen eingegangen, abgeknickt, erforen, weiß der Geier. Es ist beim Gärtnern wie beim Hefeteig, beim 50. Versuch klappts dann für immer 😉 Aber ich bin halber Preuße, und die geben niemals auf..

  3. Gerhard Bauer schreibt:

    Bei Schädlingen keine Scheu vor dem Einsatz der vielgeschmähten Chemie. Gutes Schneckenkorn (Urania, das andere Zeugs kann man getrost vergessen), Giftweizen gegen Mäuse, hilft auch bei Wühlmäusen. Gelegentliches Düngen mit Blaukorn oder ähnlichem ist auch nicht zu vernachlässigen. Auch gegen Kartoffelkäfer gibt es gute Mittel. Bei Kartoffeln hilft auch Kuhmist der im Herbst eingebracht wird. Man kann sich bei genügend Platz auch eine Ladung (Hänger/Frontladerschaufel) bringen lassen und diese an einem geeigneten Ort verrotten lassen.
    Im Herbst grabe ich die Blätter der Bäume in die Beete und lasse sie bis zum Frühjahr verrotten. Gibt eine gute Erde.
    Geschmacklich ändert sich beim Einsatz von ein bisschen Chemie nichts, nur der Ertrag wird etwas höher und die viele Arbeit rentiert sich besser.

    • Uranus schreibt:

      Danke für die konkreten Empfehlungen. Habe mal wegen des Urania (Spiess Urania G2) recherchiert. Ist wohl für Privatpersonen nicht so einfach zu bekommen. Beim Meyer-Shop kam beim Klicken auf den Warenkorb die Meldung: »Verkauf nur an Sachkundige und nicht an Privatpersonen«. Wie kommt man trotzdem ran? Beim Giftweizen gegen Mäuse könnte es ähnlich sein, habe ich jetzt aber nicht weiter nachgeschaut.

      Der Vorbesitzer meines jetzigen Hauses hat mir 2 große Beutel mit Blaukorn dagelassen, die ich schon fast verbraucht habe. Zusätzlich habe ich auch schon Hühnerkalk (aus Ungarn mitgebracht) und Hornspäne gestreut, sowie Kompost aus zwei großen Kompostkästen.

      Das Laub von den Bäumen und Sträuchern nehme ich beim Rasenmähen mit auf, dann kommt es quasi schon vorgehäckselt als Rasen-Bättergemisch in die Kompostkästen. Direkt in die Beete eingraben ginge, wenn die Beete schon leergeerntet sind, was bei mir oft bis zum Wintereinbruch nicht überall der Fall ist.

      Mit Kartoffelkäfern habe ich zum Glück bisher noch keine Probleme gehabt.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Vor kurzer Zeit gab es die 1 kg Packung noch für Private zu kaufen. Mittlerweile wird für Private alles verboten das einigermaßen wirkt.
        Wenn Sie gute Beziehungen zu einem Bauern haben, können Sie sich diese Dinge über ihn besorgen.
        Ich habe mir vor einiger Zeit noch 5 kg gesichert, das wird wohl reichen. Bei diesen Dingen kaufe ich immer einen kleinen Vorrat. Mit Giftweizen etc. ist es ähnlich, den gibt es noch und der wirkt auch. Gleich ein paar Kilo kaufen, dann ist Ruhe für die nächste Zeit und die können verbieten was sie wollen.
        Beim Rasenschnitt aufpassen, da können Grassamen enthalten sein die dann in die Beete eingebracht werden.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Giftweizen etc. lege ich in einen Kabelkanal und habe das ganze Jahr was draußen. Bevorzugt in der Nähe des Komposthaufens, der Beete und im Holzlager. Was im Winter draufgeht, bekommt im Frühjahr keine Jungen.

  4. KW schreibt:

    Schnecken bekämpfe ich mit Schneckenkorn, aber die Maus kann ich nicht vergiften.

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