Wahltag – Schicksalstag

Das soll uns Glauben gemacht werden. Ich glaube das nicht. Schicksalstage gibt es sicherlich, aber ein Wahltag ist kein Schicksalstag. Damit wollen die Werbeagenturen der Parteien uns Wähler zur Wahlurne treiben und hoffen dabei, dass das Stimmvieh das Kreuzchen an der richtigen Stelle macht. Dabei übertreiben sie maßlos und versuchen auf die eine oder andere Art Ängste zu schüren, zu hegen und zu pflegen.

Was in der Zwischenzeit, zwischen den Wahlen, gemacht wird, darauf kommt es an, da gibt es die schicksalsschweren Entscheidungen von denen wir, das Stimmvieh und Finanziers, ausgeschlossen sind.
Einzig sog. NGOs dürfen noch mitreden und bekommen Zugang zu Ministerien und Politikern. Wieso wohl? Wessen Diener sind diese Organisationen, dass sie soviel Einfluss bekommen und das obwohl sie weder demokratisch legitimiert sind noch sonst irgendwie von uns, dem Stimmvieh und Steuerzahler, beauftragt wurden. Wenn sie auch mit unserem hartverdienentem Steuergeld gepampgert werden.
Sogar demonstrierende und schulschwätzende Kinder bekommen Gehör und werden auf Händen getragen.
Sollten wir uns mal die Frechheit herausnehmen zu demonstrieren, was wir, die schweigende Mehrheit, ohnehin nicht tun, da wir i. d. R. arbeiten gehen müssen, damit wir leben und diese Schmarotzer sehr gut leben können, sind wir sehr schnell in der Schmuddelecke, braunes Gesocks, ewig Gestrige und/oder Feinde Europas die mit aller staatlichen Gewalt niedergehalten werden müssen. Stellt euch vor, wir würden einen blauen Montag für unsere Zukunft, für unsere Interessen, gegen den Parteienstaat veranstalten und Montags nicht zur Arbeit sondern zur Demonstration gehen. Was würde da wohl geschehen?
Auch Unternehmens- und andere Interessenverbände haben Zugang und arbeiten an Gesetzentwürfen etc. mit bzw. können maßgeblichen Einfluss darauf nehmen.

Dies und noch viel mehr krankt an dieser parlamentarischen Demokratie, die nur noch mühevoll mit viel Propaganda den Anschein aufrechterhalten kann, dass wir ein Fünkchen mitzureden hätten.

Also redet mir nicht von Schicksalstag, als ob wir auf diesem Weg unser Schicksal wesentlich beeinflussen könnten. Da wirken ganz andere Kräfte. Würden wir unser Schicksal bestimmen können, wäre euer Schicksal, als nutznießende und bestimmende Clique, besiegelt.

Trotzdem gehe ich zur Wahl, wohlwissend dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und sein kann. Für die Herrschenden, ihre Lakaien, ihre Instrumente sowie Werbe- und Propagandaabteilungen mag es eine Art Umfrage sein. Für uns kann es aber lautstarker Protest sein, der schweigend vorgenommen wird und den Lakaien dieses Politsystems einträgliche Posten entzieht. Die dann von anderen besetzt werden, anderen, die noch frisch und neu im Politzirkus sind und sich daher vielleicht noch etwas mehr um unsere Belange kümmern und unserer Gedankenwelt noch näher stehen als die abgehobene Politklasse der eingesessenen Parteien.
Geben wir uns aber nicht der Hoffnung hin, dass sich dadurch grundsätzlich etwas ändern würde, wir mehr mitzureden oder gar mitzubestimmen hätten. Auch diese Leute entscheiden in privaten Parteizirkeln. Letztendlich kann nur die Entmachtung der Parteien und ihrer Hintermänner zu unseren Gunsten mehr Einfluss und Selbstbestimmung bringen und daran müssen wir arbeiten. Geduldig, ausdauernd und konsequent.

Wahlboykott brächte nur etwas, wenn die Parlamentssitze anteilsmäßig der abgegebenen Stimmen besetzt würden und die der Nichtwähler unbesetzt blieben (wahrscheinlich wäre dann kein Parlament, weder in den Bundesländern, im Bund und schon gar nicht in der EU beschlussfähig). Das ist aber nicht so. Deswegen lasst uns heute wählen und hoffen, dass die Überheblichkeit der alteingesessenen Parteien einen erheblichen Dämpfer bekommt.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Wahltag – Schicksalstag

  1. Jakob Sparrov schreibt:

    So lasst uns denn den Teufel mit Beeelzebub austreiben, es gibt keine „Besseren“, es gibt nur „kleinere Übel“!

    • KW schreibt:

      Sehe ich genauso. Man kann höchstens Gutes tun und Ursula Haverbeck aus dem Knast holen. Liste 28.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Man kann Feuer auch mit Benzin zum Erlöschen bringen.

      • KW schreibt:

        Die Frau hatte bei Panorama einiges zu sagen. Sie tat es nicht für sich, sie tat es gegen die 70 Jahre lange gewohnheitsmmäßige Abzocke in Verbindung mit dem Schuldkult, den meine Enkel in 4. Generation aufgetischt bekommen. .Mit 90 sollte man im Park spazieren gehen und nicht im Knast sitzen. Ich habe mich heute an dem Zirkus übrigens gar nicht beteiligt. Seit 1956 sind alle Wahlen ungültig.

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