Zum Kalenderblatt 1. Februar/Hornung: Ernst Zimmermann MTU

Ernst Zimmermann (Manager)

Ernst Zimmermann (* 7. März 1929 in Waldkirch (heute zu Winterbach (Schwaben)) im Landkreis Günzburg; † 1. Februar 1985 in Gauting bei München) war Vorstandsvorsitzender der Motoren- und Turbinen-Union (MTU) und Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI).

Ernst Zimmermann war studierter Ökonom und Mitglied der Studentenverbindung Turnerschaft Munichia (früher München, heute Bayreuth) im Coburger Convent. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft mit anschließender Promotion 1955 in München ging er zur MAN nach Augsburg. 1960 wechselte er zur MTU. Ernst Zimmermann wurde am 1. Februar 1985 frühmorgens Opfer eines Attentats von sich als „Kommando Patsy O’Hara“ bezeichnenden Terroristen der Rote Armee Fraktion. Eine als Briefbotin getarnte Terroristin gab vor, Zimmermann müsse den Erhalt eines Briefes mit Unterschrift bestätigen, und wurde von Frau Zimmermann in die Gautinger Wohnung der Zimmermanns gebeten. Ein junger Mann mit Maschinenpistole kam hinzu, die beiden Terroristen fesselten das Ehepaar Zimmermann und ermordeten Ernst Zimmermann mit mehreren Schüssen in den Hinterkopf. Die Attentäter, die keine verwertbaren Spuren hinterließen, konnten bis heute nicht identifiziert werden.[1] Ihr Fluchtauto wurde in Kaufering gefunden.

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Gauting.

Quelle: Wikipedia

RAF-Info

Erschießung von Ernst Zimmermann

Erklärung vom 1. Februar 1985

Wir haben mit dem Kommando Patsy O’Hara den Präsidenten des BDLJ (Bundesverband der deutschen Luft-, Raumfahrt- und Ausrüstungsindustrie) und MTU-Chef Ernst Zimmermann erschossen.
Das multinationale Kapital kann eine neue Spirale im Zyklus aus Krise-Rekonstruktion-Krise nur erreichen, seine Verwertungsbedingungen international sichern, wenn es in einem die militärische Aggression an allen Fronten plant und vorbereitet/durchführt und den trilateralen Block – USA, Westeuropa, Japan, in einer gemeinsamen Strategie zur Lösung der ökonomischen Krise zusammenballt.
Die US-Militärstrategie als äußerstes Mittel der Politik der imperialistischen Staatenkette ist Ausdruck der umfassenden ideologischökonomisch-militäri. schen Krise des Systems und dem Versuch der strategischen Rekonstruktion des Kapitals. Die »neue NATO-Doktrin« ist präzise die Manifestation der Planung des Kapitals: elektronische Kriegsführung, »intelligente Waffensysteme«, Weltraumwaffen und der Ausbau der konventionellen Rüstung der NATO-Armeen soll dem multinationalen Kapital zugleich »Milliardenmärkte« eröffnen wie der BDW das sagt – und die militärische Ubermacht garantieren.
Für das in der BRD operierende Kapital bedeutet das – aus der Tatsache der völligen Dominanz des US-Kapitals und dem eigenen Interesse, die ökonomische Potenz der BRD zu sichern – seine Planung jetzt in dieser Strategie auszurichten und den Sprung an die Spitze des Weltmarkts durch den Militärisch-Industriellen-Komplex zu organisieren. In einem Anlauf mit Frankreich putschen sie neue Maßstäbe durch, die den anderen nur die Alternative lassen, sich ihnen zu unterwerfen oder einzupacken. Dem Militärisch-Industriellen-Komplex kommt in den für die kapitalistische Rekonstruktion zentralen Betrieben: Erforschung und Produktion neuer Technologien, Elektronik, Waffen – Kriegsökonomie -entscheidende Bedeutung zu. Für diese Zusammenballung/Formatierung, die sofort zum politischen Machtfaktor wird -das ist aus der aktuellen Situation überdeutlich – hat die ökonomischpolitische Organisation dieser Kapitaifraktion -BDLI – die Funktion, die Interessen des Militärisch-Industriellen-Komplexes hier im Staat, auf westeuropäischer Ebene und so in der internationalen Politik durchzusetzen. Hauptstoßrichtung jetzt ist klar die europäische Formierung. Bedingung dafür: die Abschaffung der für die BRD festgelegten Rüstungsbeschränkungen innerhalb der WEU, die Rüstungskooperation mit anderen europäischen NATO-Staaten, vor allem mit Frankreich, die Bereitstellung von 29 % mehr Geld für die Forschung im Verteidigungshaushalt. Im Angriff gegen die Säulen der imperialistischen Macht in der BRD/Westeuropa greifen wir in die sich verschärfende Krise ein und bestimmen ihren Verlauf und ihre Lösung für die Offensive des Befreiungskriegs.
Das Terrain, auf dem sich das europäische Proletariat rekonstruieren wird zur Klasse, die vollständige Umwälzung der Produktionsverhältnisse erkämpft, ist der Kampf für die Einheit der revolutionären Front, die Organisierung des Klassenkriegs in Europa.
Die westeuropäische Guerilla erschüttert das imperialistische Zentrum!

Kommando Patsy O’Hara

Quelle: http://www.rafinfo.de/archiv/raf/raf-1-2-85.php

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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