Woanders gelesen: Black Lives Matter und der politisch korrekte Rassenkrieg

Von Adrian F. Lauber *)

Vorbemerkung des Autors:

„Liebe Leser und Freunde,

wer mich vor meiner Facebook-Verbannung kannte, hat diesen Text womöglich schon mal gelesen. Aber ich würde mich freuen, wenn auch diejenigen, die ihn aus jener Zeit kennen und denen er gefallen hat, nochmal einen Blick drauf werfen würden, weil ich ihn aus aktuellen Anlässen überarbeitet und ergänzt habe.

(Durch meine Facebook-Verbannung ist nicht alles verloren gegangen. Den einen oder anderen Text aus jener Zeit gibt es tatsächlich noch, weil ich ihn rechtzeitig gespeichert hatte.

Der Text über die Organisation „Black Lives Matter“ gehörte zu denen, die nicht verloren gegangen sind.)

Diese Organisation ist als Paradebeispiel dafür, wie die Gutmenschen, die scheinbar nur mit edelsten Motiven handeln, die Gesellschaft auf einen destruktiven Weg der Gewalt und des Hasses führen und jenen schaden können, denen sie angeblich haben helfen wollen. 

In diesem Fall geht es um die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft und die Herbeiführung eines künstlichen Rassenkrieges, für den es keinen Anlass gibt. Hier kann man sehr schön studieren, wie die heutige Hardcore-Linke arbeitet. „Black Lives Matter“ ist darüber hinaus auch als eine Erscheinung der gegen den Westen gerichteten links-islamischen Allianz zu sehen – ein Aspekt, der in der ursprünglichen Fassung meiner Arbeit nicht vorkam, aber jetzt ergänzt wurde.

Ich denke, das Thema ist auch für Deutsche interessant, weil hierzulande ein völlig falsches Bild von der US-Gesellschaft gezeichnet wird, auf das viele hereingefallen sind, die wirklich glauben, die Polizei in den USA mache Jagd auf Schwarze, die glauben, Donald Trump sei so etwas wie die amerikanische Hitler-Ausgabe, die Jagd auf Schwarze und Latinos machen will und ähnlichen Unsinn.

Darüber hinaus ist es interessant, weil man hier Dinge wieder erkannt, die auch von deutschen Gutmenschen wohl bekannt sind: die Leugnung von Rassismus, sofern er sich gegen Weiße richtet, plus die Förderung von Rassismus, sofern er politisch genehm und nützlich ist.

Außerdem ist es eben wieder mal, ähnlich wie Jeremy Corbyns Labour Party in Großbritannien, ein wichtiges Beispiel für das Zusammenwirken von Linken mit islamischen Fundamentalisten. Da kann man mal wieder sehen, was sich hinter einem scheinbar edlen Ansinnen eine unheilige, antisemitische Allianz verbergen kann.

Last but not least ist es interessant, sich damit zu befassen, wer Organisationen wie BLM fördert und warum das wohl so ist.

Aus aktuellem Anlass habe ich, wie gesagt, die Arbeit ergänzt, denn seit Donald Trump US-Präsident geworden ist, hat sich viel getan und in den USA gibt es endlich einen, Kanye West, der aus dem angepassten, langweiligen Promi-Establishment ausgeschert ist und die alten Meinungsführer herausfordert. Ich wünschte, es gäbe in der deutschen Promiwelt jemanden dieser Art.

So, genug der Vorrede. Hier der aktualisierte Artikel“:

Black Lives Matter – politisch korrekter Rassenkrieg

  • Mit Updates: Kanye West und die konservative Rebellion

Von Adrian F. Lauber

I. Aktivisten – oder Agitatoren?

Amerika, Sommer 2016:

Todesfälle bewegen das Land. Am 5. Juli wird ein schon diverse Male straffällig gewordener, 37jähriger Afroamerikaner namens Alton Sterling in Baton Rouge (Louisiana) von einem Polizisten erschossen. Sterling hatte sich der Festnahme widersetzt, versucht, dem Polizisten seine Elektroschockwaffe zu entreißen und eine eigene Waffe zu ziehen.

Am nächsten Tag wird ein anderer Schwarzer, der 32jährige Philando Castile, in Falcon Heights (Minnesota) von einem Polizisten erschossen.

Am 7. Juli findet in Dallas (Texas) eine Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus statt. Während dieser eröffnet ein junger schwarzer Amerikaner namens Micah Xavier Johnson das Feuer auf die am Rande der Demo anwesenden Polizisten. Er erschießt fünf, verletzt weitere sieben Beamte sowie zwei Zivilisten.

Am 13. August wird in Milwaukee (Wisconsin) ein 23 Jahre alter Schwarzer namens Sylville Smith von einem Polizisten erschossen.

Daraufhin kommt es in der Stadt zu Aufruhr und Randale. Es stellt sich heraus, dass der Polizist, der Smith erschossen hat, ebenfalls schwarz ist.1

Diese Vorfälle brachten eine Bewegung einmal mehr in die Schlagzeilen: Black Lives Matter.

Hier in Deutschland kennen wir sie kaum. Sie betrifft uns nicht. Dennoch möchte ich auch einem deutschen Publikum dieses Thema nahebringen, weil es auch uns lehren kann, wie destruktiv das rückschrittlich linke Gutmenschentum wirkt.

Vor allem ist es angesichts der oftmals einseitigen Berichterstattung auch unserer politisch korrekten Mainstream-Medien über Polizeigewalt und die Situation der Schwarzen in den USA dringend angebracht, das Thema näher zu beleuchten.

Manche gehen davon aus, dass die Spannungen zwischen den Rassen in den Vereinigten Staaten unter der Obama-Administration schlimmer geworden sind, als sie lange Zeit waren.

Einer der Gründe dafür ist Black Lives Matter – eine Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, für „die“ Schwarzen zu sprechen, für ihre Anerkennung als gleichwertige Menschen und gegen ungerechtfertigte Polizeigewalt einzustehen.

Allein der Name scheint jede Kritik an der Bewegung zu verbieten. „Die Leben von Schwarzen zählen“ oder „Die Leben von Schwarzen sind wichtig“, könnte man ihn etwas frei übersetzen.

Wer also sagt: „Ich bin gegen Black Lives Matter“, macht sich automatisch verdächtig. Wie? Du bist also der Meinung, schwarze Leben zählen nicht?

Clever, clever, muss man sagen. Diese Herrschaften haben sich einen Namen gegeben, der besonders zart besaiteten Gemütern regelrecht Angst davor machen kann, Kritik zu äußern.

Doch wenn sie glaubten, dass sich durch einen gut ausgesuchten Namen jeder so einfach abschrecken lässt, haben sie sich getäuscht.

Ich sage einfach, wie es ist:

Black Lives Matter ist eine Organisation, die den Schwarzen mehr schadet als nutzt, aber die linken Gutmenschen, die Tugendwächter der Political Correctness, die in den USA ähnlich einflussreich sind wie bei uns, wollen das nicht sehen. Sie versuchen immer wieder, Kritiker – wie den Journalisten Milo Yiannopoulos – nieder zu machen und als Rassisten hinzustellen. (Was im Fall Yiannopoulos etwas schwierig ist: er ist ein schwuler Mann, der auf schwarze Männer steht.) Die Linken helfen BLM bei ihrem zerstörerischen Werk.

Viele der BLM angehörenden Aktivisten werden vermutlich ganz ehrlich an eine gute Sache glauben, für die sie kämpfen. Doch sie machen sich keine Gedanken darüber, mit wem sie sich eingelassen haben.

Diverse andere Aktivisten sind selbst nichts weiter als Rassisten. Schwarze Rassisten. Ja, auch das gibt es. Das geht im linken Gutmensch-Weltbild natürlich gar nicht klar, aber die geschichtliche und die gegenwärtige Realität interessiert sich nicht dafür, was sie wahr haben wollen und was nicht. Rassisten gab und gibt es in allen Ethnien. Es gibt weiße Rassisten, schwarze Rassisten, ostasiatische Rassisten und und und. Es gibt bei BLM Rassisten, die der Auffassung sind, Schwarze seien mehr wert als andere Menschen – womit sie wohl kaum für die Mehrheit der Schwarzen sprechen, möchte ich behaupten.

Eine Ikone und ideologische Inspiration von Black Lives Matter ist die verurteilte Polizisten-Mörderin, radikale Feministin und marxistische Revolutionärin Assata Shakur (bürgerlich: Joanne Deborah Chesimard), die wegen der von ihr begangenen Morde auf der Most-Wanted-Liste des FBI zu finden ist.2

In den 1960er und 1970er Jahren gehörte sie der extremistischen und gewalttätigen Bewegung Black Panthers an, verließ diese jedoch, weil selbst die für ihren Geschmack nicht radikal genug war. Shakur trat stattdessen der Black Liberation Army bei, die in den 1970er Jahren für mehrere Bombenanschläge und Attentate anderer Art auf Polizisten verantwortlich war. Insgesamt gingen dreizehn Polizistenleben auf das Konto dieser Gruppe.

Die BLA wurde unterstützt von der Gruppe Weather Underground, die für Bombenanschläge auf das Kapitol und das Pentagon verantwortlich war.3

Leute, die einer Person wie Shakur huldigen, wähnen sich und alle Schwarzen in einem Krieg gegen die Weißen – und vergiften mit ihrer Propaganda die Köpfe der Menschen. Mitglieder von BLM zogen vor nicht langer Zeit durch die Straßen von New York und skandierten: „What do we want?! Dead cops! When do we want it?! Now!“4

In Saint Paul (Minnesota) demonstrierten BLM-Anhänger im August 2015 mit der Parole „Pigs in a blanket, fry ‘em like bacon!“, was sich auch auf Polizisten bezog.

Der ortsansässige BLM-Organisator Rashad Turner gab an, man hätte diese Aussage aus dem Zusammenhang gerissen, um einen friedlichen Protest in Misskredit zu bringen. Nun gut, davon mag sich jeder selbst ein Bild machen.5

Glauben diese Leute eigentlich, dass sie den Schwarzen damit irgendeinen Gefallen tun? Glauben sie, dass Menschen, die Vorbehalte gegen Schwarze an sich haben (die es zweifellos gibt), beim Anblick solcher Horden, die zur Tötung von Menschen aufrufen, ihre Vorbehalte loswerden?

Genau das Gegenteil passiert. Aber das ist den führenden Personen von BLM offensichtlich egal. Es geht ihnen um ihr eigenes Ego, um ihren Rassismus, um ihre Gewaltbedürfnisse, aber nicht um die Schwarzen.

Auch folgendes Beispiel zeigt, wes Geistes Kind die Anhänger von Black Lives Matter sind: als im Juli 2015 der Demokrat Martin O’Malley, der sich für die Nominierung als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl 2016 beworben hatte, auf der Netroots-Nation-Konferenz festzustellen wagte „Black lives matter. White lives matter. All lives matter“, wurde er von BLM-Anhängern ausgebuht.

BLM-Mitbegründerin Patrisse Cullors führte derweil unter der Parole „Burn everything down!“ einen Protest gegen die Veranstaltung an. Das Schlimmste: O’Malley entschuldigte sich auch noch, was symptomatisch für die Hofierung von BLM durch die Demokraten zu sein scheint. Diese Art des rückgratlosen Gutmenschentums kennen wir aus Deutschland ja auch zur Genüge.

Die Reaktion auf O’Malleys Statement zeigt, dass es BLM offenbar nicht um eine gedeihliche Koexistenz geht, sondern darum, Spannungen weiter anzuheizen. Die Schwarzen und die Weißen werden gegeneinander ausgespielt. Ich mag da was falsch verstanden haben, aber ich glaube, das ist nicht das, was Martin Luther King sich vorgestellt hat.

Das Gedankengut, für das BLM, aber auch andere Organisationen wie die Black Panthers stehen, vergiftet die Köpfe von Menschen und hilft, Spannungen und Gewalt anzuheizen.

An der renommierten Princeton-Universität forderten im Jahr 2015 afroamerikanische Studenten von der Black Justice League in vollem Ernstes exklusiv schwarze „safe spaces“ auf dem Campus. Wünschen hier Menschen – Jahrzehnte nach dem Ende der offiziellen Rassentrennung –, eine Art Segregation wieder einzuführen? Was hätte Martin Luther King dazu gesagt?

Aufsehen erregte der schon kurz erwähnte, bislang größte gezielte Angriff auf Strafvollstreckungsbeamte der USA in Dallas (Texas) am 7. Juli 2016. Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus erschoss der 25jährige Schwarze Micah Xavier Johnson fünf am Rande der Demonstration anwesende Polizisten und verletzte sieben weitere Beamte sowie zwei Zivilisten. Laut dem Polizeichef von Dallas, David Brown, habe Johnson vorher angekündigt, Weiße umbringen zu wollen. (tagesschau.de, 8.7.2016)

Johnson hatte außerdem mehrfach seine Sympathie für Organisationen wie die Black Liberation Army und Black Lives Matter bekundet. (Reuters, 8.7.2016) Auf Twitter wurden die Morde von manchen Leuten geradezu abgefeiert. Man freute sich über den Tod der Polizisten, die u. a. als „Schweine“ bezeichnet wurden, die man umbringen müsse, ehe sie „uns“ (die Schwarzen) töten.6

Das war nicht der erste Fall dieser Art. Sympathisanten von Black Lives Matter hatten bereits Attentate in den Vereinigten Staaten ausgeführt. Der BLM-Anhänger Ismaaiyl Brinsley hatte am 20. Dezember 2014 in New York City zwei Polizeibeamte mit Kopfschüssen getötet und sich auf der Flucht das Leben genommen. Brinsley hatte zuvor auf Instagram seine Absicht verkündet, als Racheakt für die Tode der Afroamerikaner Eric Garner und Michael Brown Polizisten umzubringen. Garner war am 17. Juli jenes Jahres auf Staten Island (New York) polizeilicher Gewalt zum Opfer gefallen. Brown war am 9. August in Ferguson (Missouri) vom Polizeibeamten Darren Wilson nach einem Raubüberfall erschossen worden.

Der Medienrummel um den Tod von Michael Brown und die darauf folgenden Unruhen in Ferguson hatten die von drei jungen Frauen namens Alicia Garza, Opal Tometi und Patrisse Cullors gegründete Organisation Black Lives Matter erst landesweit bekannt gemacht.

Dabei ging es weder dem BLM-Gründertrio noch den anderen Unruhestiftern in Ferguson darum, herauszufinden, was wirklich passiert war.

Der Stand der Erkenntnis ist heute, dass Eric Garner auf Staten Island tatsächlich das Opfer ungerechtfertigter Polizeigewalt wurde, die ohne Zweifel ein reales Problem ist.7 Garner wurde bei seiner Verhaftung von einem Polizisten in den Schwitzkasten genommen, der so heftig zudrückte, dass der Verhaftete erstickte. Das New York Police Department (NYPD) verbietet so etwas ausdrücklich.

Doch im Fall Michael Brown in Ferguson liegen die Dinge etwas anders. Der Polizist Darren Wilson gab an, dass es zwischen ihm und Brown, der zuvor gemeinsam mit seinem Freund Dorian Johnson einen Ladendiebstahl begangen hatte, zu einem Handgemenge gekommen sei. Brown habe versucht, ihm (Wilson) seine Pistole zu entreißen. Während ihres Ringens um die Waffe habe Wilson zwei Mal geschossen. Brown und Johnson hätten die Flucht ergriffen, Wilson habe sie verfolgt. Brown habe sich umgedreht und sei auf Wilson losgegangen, woraufhin er ihn erschossen habe – aus Furcht, dass ihm seine Waffe entrissen und er selbst erschossen würde. Die gerichtsmedizinische Untersuchung des Leichnams hat Wilsons Version der Ereignisse offenbar bestätigt.8

Aber von Black Lives Matter und anderen Gruppen wurde alles so lange zurecht gedreht, bis es ins eigene ideologische Narrativ passte. Die Behauptung, der Polizist Wilson habe Brown aus rassistischen Motiven getötet, und die Tatsache, dass Wilson von der Grand Jury für die Tötung nicht angeklagt wurde, brachte die Gemüter zum Überkochen und führte in Ferguson zu Krawallen und Brandschatzungen.

Seither kommt es immer wieder zu Protesten, Hetze, Aufrufen zur und Akten der Gewalt durch Black Lives Matter und ihre Sympathisanten.

Linke Gutmenschen scheinen keine Einwände zu haben. BLM wird trotz allem von Politikern und Medien weiter gefördert, hofiert und verherrlicht. Sogar US-Präsident Barack Obama höchstpersönlich traf sich im Februar 2016 mit Repräsentanten der Organisation und lobte ihre Arbeit in hohen Tönen.9

Warum fand der Nicht-mehr-Präsident keine ehrlichen Worte über die Aktivitäten dieser Organisation? Warum ging er nicht ehrlich mit den Fakten zum Thema Polizeigewalt um, auf die wir noch kommen werden?

Es fällt schwer zu glauben, dass Obama bzw. die führenden Repräsentanten der Demokratischen Partei im Allgemeinen nicht um die Hintergründe von Black Lives Matter und ähnlicher Organisationen wissen. Dennoch genehmigte das Democratic National Committee im August 2015 einen Beschluss, BLM zu unterstützen. (MSNBC)

Große amerikanische Medien geben BLM Schützenhilfe, indem sie deren ideologisches Narrativ vom rassistischen weißen Polizeistaat, der gezielt Jagd auf Schwarze macht, immer wieder mal mehr, mal weniger deutlich wiederholen und somit den Hass zwischen den Ethnien nähren. Im Time Magazine wurden die Randale und die Brandschatzungen von Ferguson offen für gerechtfertigt erklärt.10

Da hieß es:

„Die gewalttätigen Proteste in Ferguson sind Teil der amerikanischen Erfahrung. Friedliches Protestieren ist ein Luxus, den nur diejenigen haben, die sicher in der Mainstreamkultur leben. … Krawalle sind ein notwendiger Bestandteil der Evolution der Gesellschaft. Leider leben wir nicht in einem universellen Utopia, wo die Leute die wesentlichen Menschenrechte haben, die sie einfach dadurch verdienen, dass sie existieren, und solange wir nicht an diesem Punkt sind, werden die legitime Frustration, das Leid und der Schmerz der marginalisierten Stimmen überkochen und sich in unseren Strassen ergiessen.“

Auch die New York Times goss Öl ins Feuer, die bei der Polizei von Ferguson einen „fest verwurzelten Rassismus“ ausgemacht zu haben meinte.

Von Millionen Menschen gelesene Zeitungen gaben damit Gewalttätern und Dieben Schützenhilfe und trug auf ihre Weise wahrscheinlich dazu bei, dass es nach dem Tod des jungen schwarzen Amerikaners Freddie Gray in Baltimore (Maryland) im April / Mai 2015 zu ähnlichen Gewaltakten, zur Zerstörung fremden Eigentums und zu Plünderungen kam. Man hatte es ja nun schriftlich, dass so etwas schon in Ordnung geht. Nein, ich will damit nicht sagen, dass die Redaktion des Time Magazine für die Ereignisse in Baltimore verantwortlich zu machen ist. Verantwortlich sind die Täter selbst, das ist ganz klar. Ich behaupte allerdings, dass Medien, wenn sie solche Taten goutieren oder sogar dazu ermuntern, für ein Klima der Spannungen und des Hasses mitverantwortlich werden können, in dem es in kürzer werdenden Abständen zu solchen Gewalttaten kommt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Freddie Grays Tod war das Resultat von ungerechtfertigter Polizeigewalt. Das steht fest. Mit vollem Recht hätte man die Verantwortlichen von der Polizei von Baltimore verurteilen müssen. Doch was haben die Demolierung und Plünderung von Geschäften und das in Brand Stecken von Häusern und Autos Unbeteiligter mit gesittetem Protest zu tun?

Nicht nur, dass einflussreiche Medien derartige Gewalttätigkeiten goutieren und damit bestehende Spannungen noch weiter anzuheizen helfen: sie tragen auch ihren Teil dazu bei, dass man das Gedankengut, das Organisationen wie Black Lives Matter oder die Black Panthers verbreiten, nicht beim Namen nennt.

Die MTV-Moderatorin Franchesca Ramsey etwa behauptete in vollem Ernst, dass schwarze Menschen keine Rassisten sein können.11

Ramsey machte es sich ganz einfach, indem sie die allgemein anerkannte Definition von Rassismus – Hass auf bzw. Intoleranz gegenüber einer anderen Rasse – schlicht für ungültig erklärte und sich ihre ganz eigene Version zurecht legte. Demnach könnten schwarze Menschen gegen weiße Menschen höchstens Vorurteile haben, mehr nicht.

Eine rechtliche Grundlage hat diese Behauptung schon einmal nicht. Der Civil Rights Act von 1968 und Violent Crime Control and Law Enforcement Act von 1994 statuieren deutlich, dass rassistisch motivierte Verbrechen unabhängig davon bestraft werden, welcher Rasse Täter und Opfer angehören. Dem amerikanischen Gesetzgeber war also klar, dass Rassismus eine unter allen Ethnien oder Rassen existente Denke ist, dass es keinen „besseren“ und keinen „schlechteren“ Rassismus gibt und dass mit rassistisch motivierten Verbrechen auf die gleiche Art umgegangen werden muss, egal ob es sich beim Täter um einen Weißen, einen Schwarzen, einen Hispanic oder was für einen Menschen auch immer handelt.

Franchesca Ramsey hätte es wohl ganz gut getan, wenn Thomas Sowell ihr mal so richtig den Kopf gewaschen hätte, der – selbst ein Afroamerikaner – das Verschweigen von schwarzem Rassismus gegen Weiße und dadurch motivierte Verbrechen in Amerika anprangert.12

Was sagt Ramsey eigentlich dazu, dass der Afroamerikaner Vester Lee Flanagan II (alias Bryce Williams) am 26. August 2015 in Moneta (Virginia) die weiße Journalistin Alison Parker und ihren Kameramann Adam Ward vor laufender Kamera erschoss, um damit, wie er selber in einer Art Manifest schrieb, einen „Rassenkrieg“ zu entfachen? (ABC News) Freilich stellte er es so dar, als handle es sich nur um einen Racheakt für das Wochen zuvor, am 17. Juni 2015, von einem jungen weißen Rechtsextremisten namens Dylann Roof ausgeführte Massaker an neun Schwarzen während eines Gottesdienstes in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston (South Carolina).

Doch was für eine Logik soll das sein? Was hatten denn Alison Parker und Adam Ward mit Dylann Roof zu tun? Wenn Flanagan sie nur getötet hat, weil sie mit Roof dieselbe Hautfarbe teilten, dann offenbart es sein eigenes Denken deutlich genug.

Was sagt Ramsey dazu, dass eine Gruppe von vier jungen Schwarzen Anfang Januar 2017 in Chicago (Illinois) einen jungen weißen Mann mit geistiger Behinderung entführten, folterten und für seine Hautfarbe beschimpften?

Die ARD berichtete darüber: „Die Polizei von Chicago spricht von einem Hass-Verbrechen. Vier junge Männer und Frauen sollen einen geistig Behinderten entführt und stundenlang gequält haben. Die Tat übertrugen sie zeitweise live im Internet. Das Verbrechen sorgt in den USA für Entsetzen. Auf diesem Video ist nämlich auch zu sehen und zu hören, wie die schwarzen Täter über Weiße wie den zukünftigen Präsidenten Donald Trump schimpfen…“

Im „Deutschlandfunk“ hieß es: „Der Fall ist schwer zu ertragen. In den USA sollen vier junge Leute einen etwa gleichaltrigen Mann mit geistiger Behinderung stundenlang gequält und das live bei Facebook übertragen haben. Dabei riefen sie „fuck the white people“ und „fuck Trump“.“13

Ich weiß nicht einmal, ob dieser junge Mann Trump gewählt hat. Da er an einer geistigen Behinderung leidet, weiß ich nicht einmal, ob er überhaupt gewählt hat.

Aber eine ganze Reihe von Medien und Aktivisten hatte es erfolgreich geschafft, vielen Menschen einzureden, dass Donald Trump so etwas wie der amerikanische Hitler ist, der von bösen weißen Menschen gewählt wurde, die sich im Krieg gegen Schwarze und Hispanics befinden. Mit der Realität hat das zwar nichts zu tun, aber in so manchem Kopf blieb dieses Narrativ erfolgreich hängen.

Wenn’s gegen Trump geht, dürfen deutsche Leitmedien nicht fehlen. Der „Stern“ zeigte Trump als amerikanischen Hitler und machte sich selbst zum Paradebeispiel für die „Bankrotterklärung eines ganzen Milieus“, die Alexander Grau anhand der Reaktionen deutscher Medien auf Donald Trumps Wahlsieg zu Recht konstatierte.

Nun ja, dazu später mehr. An dieser Stelle möchte ich zunächst festhalten:

Es gibt sehr wohl schwarzen Rassismus. Es gibt Rassismus unter allen Ethnien. Es hat ihn immer gegeben.

Indem die Politiker und Medien, die Black Lives Matter, die Black Panthers und andere Organisationen verharmlosen, indem sie behaupten, es gäbe keinen Rassismus von Schwarzen gegen Weiße, begründen sie im Übrigen selber so etwas wie eine neue Rassenhierarchie. Nach deren Vorstellung gibt es ja offenbar Rassen oder Ethnien, die mehr wert sind, die von Natur aus einfach moralischer und besser sind als andere. Es gibt Rassen, deren Angehörige dürfen sich Hasspropaganda und Verbrechen erlauben, die man, würden sie von Weißen oder von Ostasiaten oder anderen begangen, vehement verurteilen würde.

Was kommt als nächstes? Wollen wir vielleicht auch noch ganz offen Menschenleben ungleich gewichten? Wenn ein Schwarzer aus rassistischen Motiven einen Weißen tötet, soll das geringer bestraft werden, weil es schwarzen Rassismus nicht gibt? Wird dann der Weiße umso härter bestraft, wenn er seinerseits ein rassistisch motiviertes Verbrechen begeht?

Rassenhierarchien, Opferhierarchien, das sind doch genau die Dinge, die die links-grünen progressiven Gutmenschen angeblich überwinden wollen, in Wirklichkeit aber mit veränderten Vorzeichen wieder durchsetzen.

Erschwerend hinzu kommt: dass große Teile der Politik und viele Medien den Rassismus von Organisationen wie Black Lives Matter oder der Black Panthers nicht thematisieren wollen, sondern BLM vielmehr als eine respektable politische Bewegung hinstellen, führt ja nicht zum Verschwinden der Probleme. Die Agitation und die Gewaltverbrechen gehen weiter. Auf der anderen Seite führt das womöglich zu immer stärkeren Spannungen und Hassgefühlen gegenüber der anderen Seite.

Abgesehen davon, wie das westliche Gutmensch-Establishment den Islam verharmlost und in Schutz nimmt, scheint mir die unkritische Haltung gegenüber BLM ein Paradebeispiel dafür zu sein, wie die regressiven (rückschrittlichen) Linken, die vorgeben, für Toleranz, Offenheit, Fortschritt, bla, bla, bla einzustehen, die Gesellschaften in Wirklichkeit auf einen rückschrittlichen, destruktiven, hasserfüllten Weg steuern, indem sie unter Toleranz offenbar verstehen, dass man Hasspropagandisten, Rassisten und Verbrecher nicht beim Namen nennen darf, nur weil sie eine bestimmte Hautfarbe haben.

II. Etwas Positives: Die Trump-Wahl im Faktencheck

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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