Blick zurück: Einige Gedanken zum Muttertag

Gibt es derzeit in der Bunten Republik ….land eine Gruppe von Personen, die dermaßen in den Schmutz gezogen wird, wie die der Mütter? Ausgenommen von Rechten, dürfte es schwer werden eine Gruppe zu finden, die dermaßen unter Feuer steht, wie die Mütter. Sie werden von allen Seiten bedrängt, genötigt, gezwungen, verunglimpft, oft ganz offen, meist aber mit subtilen Methoden der Gehirnwäsche.
Mütter müssen nicht nur den strengen Anforderungen der politischen Kaste genügen, sprich Geburt, 8 Wochen bis zu einem Jahr Aufzucht, danach wieder zurück an die Werkbank, die Nachzucht unter staatliche oder kirchliche Aufsicht und Erziehungskuratel gestellt. Nur so ist die Mutter modern, dann ist sie allgemein akzeptiert und entspricht dem Bild der modernen Mutter, wie es die Sozialingenieure und Wirtschaftshaie gerne hätten. Gestresst, 8-Stunden-Arbeitstag, danach Haus und Hof, Kindsversorgung und vieles mehr, keine Ruhe den Erschöpften. Für Väter gilt ähnliches. Alles ist besser, als ein Familienleben, das diesen Namen auch verdient. Wir leben schließlich in modernen Zeiten.

Mütter müssen, um nicht doch noch als Rabenmütter durchzufallen, ihre Sprösslinge zu allerlei organisierten Freizeit- und Bildungsveranstaltungen anmelden und für deren Teilnahme sorgen. Musikunterricht, Tennis, Fußball, Reiten, Sprach- und Nachhilfeunterricht, Umweltaktivitäten oder andere gutmenschliche Verrichtungen usw. usf.. Sprachunterricht am besten schon mit 12 Monaten, wenn´s geht auch noch früher, entweder in der Kita oder in einer privaten Einrichtung. Englisch, die Sprache der Besatzungsmacht, ist Trumpf.
Der ganze Schmarrn nennt sich dann frühkindliche Bildung und bedeutet nichts anderes als herzlose, kalte Abschiebung in Aufbewahrungsanstalten und –einrichtungen der Moderne, dem Zeitgeist angepasst.

Mütter werden als Glucke, als Hausmütterchen, als Frau von gestern  verunglimpft, wenn sie sich um die Aufzucht ihres Nachwuchses selbst kümmern wollen, dafür sorgen wollen, dass zu Hause alles in geordneten Bahnen verläuft. Der Stress der Außen- und Arbeitswelt nicht auch noch in der Familie und der Freizeit Einzug hält. Diese Mütter haben es am schwersten, sie arbeiten ja nicht, sie haben keine Ansprüche an das Leben, gehören zur geistigen und sozialen Unterschicht und werden bestenfalls milde belächelt. Geachtet werden sie nicht (mehr).

Kinder sind Privatsache heißt es immer wieder. Bis zu einem bestimmten Grad stimmt dies auch. Nur, niemand sollte vergessen, ohne Kinder gibt es kein Weiterleben eines Volkes. Kinder sind Privatsache und Angelegenheit der Gemeinschaft, des Volkes, zugleich. Aus diesem Grund förderte und schützt und behandelt die Gemeinschaft seit Jahrtausenden Mütter und Kinder in besonderer Weise. Wem man dies in besonderer Weise erklären muss, der hat etwas in seinem Inneren verloren, da fehlt ein Stück, es hat daher auch keinen Sinn, dies erklären zu wollen. Entweder man hat es in sich oder eben nicht.

Mütter dürfen keine Mütter mehr sein. Während ein Tierpfleger das Bundesverdienstkreuz bekam, weil er einen kleinen Eisbären rund um die Uhr versorgte, werden die Mütter, von ihrem Nachwuchs getrennt, man will gar die Zwangstrennung gesetzlich verankern.

Mütter lasst euch die Mutterschaft nicht nehmen. Es ist ein einmaliges Erleben, es ist liegt in der Natur der Frau Mutter zu sein. Wer dies nicht lebt, lebt nicht vollständig, hat wirklich etwas ausgelassen, etwas, das man ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr nachholen kann.
Mütter geben nichts auf, sie bekommen, sie erhalten die Erfahrung, wie ihr eigen Fleisch und Blut heranwächst, sie und nur sie sind von der Natur dazu ausersehen, die ersten Lebensjahre entscheidend auf ihr Kind einzuwirken, Liebe zu geben und zu empfangen. Die Rolle des Vaters ist eine vollkommen andere und kann nicht verglichen werden, der Vater kann nicht geben, was die Mutter gibt und umgekehrt. Eine „Professionelle“ sowieso nicht, in früheren Zeiten gab es hierfür den Begriff „Kindsmagd“. Sie können es rauf und runter beten, die Mutter kann durch nichts ersetzt werden.
Nicht umsonst spielt die Mutter in vielen Gedichten und Liedern eine herausragende Rolle.
Nicht umsonst sprechen wir von der Mutter Erde, die uns alles gibt, ohne die wir nichts wären.
Der Mensch, der Sohn der Mutter Erde, gedenken wir auch dessen am Muttertag. Mutter Erde gibt ohne zu klagen, behandeln wir sie nicht stiefmütterlich, behandeln wir sie so, wie es ihr gebührt, als unsere Große Mutter.

Ich möchte mit einem Gedicht von Friedrich Hölderlin schließen.


Meiner verehrungswürdigen Großmutter

 

Zu ihrem 72. Geburtstag

 

Vieles hast du erlebt, du teure Mutter! und ruhst nun

Glücklich, von Fernen und Nah’n liebend beim Namen genannt,

Mir auch herzlich geehrt in des Alters silberner Krone

Unter den Kindern, die dir reifen und wachsen und blühn.

Langes Leben hat dir die sanfte Seele gewonnen

Und die Hoffnung, die dich freundlich in Leiden geführt.

Denn zufrieden bist du und fromm, wie die Mutter, die einst den

Besten der Menschen, den Freund unserer Erde, gebar. –

Ach! sie wissen es nicht, wie der Hohe wandelt‘ im Volke,

Und vergessen ist fast, was der Lebendige war.

Wenige kennen ihn doch und oft erscheinet erheiternd

Mitten in stürmischer Zeit ihnen das himmlische Bild.

Allversöhnend und still mit den armen Sterblichen ging er,

Dieser einzige Mann, göttlich im Geiste, dahin.

Keines der Lebenden war aus seiner Seele geschlossen

Und die Leiden der Welt trug er an liebender Brust.

Mit dem Tode befreundet‘ er sich, im Namen der andern

Ging er aus Schmerzen und Müh‘ siegend zum Vater zurück.

Und du kennest ihn auch, du teure Mutter! und wandelst

Glaubend und duldend und still ihm, dem Erhabenen, nach.

Sieh! es haben mich selbst verjüngt die kindlichen Worte,

Und es rinnen, wie einst, Tränen vom Auge mir noch;

Und ich denke zurück an längst vergangene Tage,

Und die Heimat erfreut wieder mein einsam Gemüt,

Und das Haus, wo ich einst bei deinen Segnungen aufwuchs,

Wo, von Liebe genährt, schneller der Knabe gedieh.

Ach! wie dacht‘ ich dann oft, du solltest meiner dich freuen,

Wann ich ferne mich sah wirkend in offener Welt.

Manches hab‘ ich versucht und geträumt und habe die Brust mir

Wund gerungen indes, aber ihr heilet sie mir,

O ihr Lieben! und lange, wie du, o Mutter! zu leben

Will ich lernen; es ist ruhig das Alter und fromm.

Kommen will ich zu dir; dann segne den Enkel noch Einmal,

Daß dir halte der Mann, was er, als Knabe, gelobt.

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Dieser Artikel wurde zum ersten Mal am 13. Mai 2012 veröffentlicht.

 

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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