Wo bist du, Gott?

Text: Gustav Schüler

Wo bist du, Gott? Ich hab‘ die Wälder
Mit deinem Namen wachgeschrien,
Ließ heißaufweinend auf die Felder
Nach dir der Sehnsucht Stimme ziehn.

Ich hab‘ das Meer gefragt, die Stürme
Nach ihrer Heimat Ewigkeit.
Ich schrieb ins Glockenerz der Türme,
Wie meine Seele nach dir schreit.

Die Frommen fragt‘ ich, mit Spöttern
Hab‘ ich beim Weine dich verlacht,
Hab‘ in des Himmels Blitzeswettern
Nach dir gefiebert, Meer der Nacht.

Mit Beten, Betteln, Grimm und Fluchen,
Mit ratlos unerschöpfter Not —
Jetzt steh ich still. Wer hilft mir suchen?
Hörst du mich nicht? Wo bist du, Gott?

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Gesellschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.