Woanders gelesen: OECD-Studie zu politischem Mitspracherecht: Russland Platz 4, Deutschland abgeschlagen auf Platz 24

Die Menschen in der angeblichen Diktatur Russland sind der Meinung, mehr Mitsprache in politischen Entscheidungen zu haben, als jene in Deutschland oder Frankreich. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngst veröffentlichte Wohlbefindens-Studie der OECD.

Anfang November waren die Arbeiten an der Studie „How’s Life?“ („Wie geht’s?“) fertiggestellt – nun hat die OECD ihren alle zwei Jahre erscheinenden Wohlbefindens-Index veröffentlicht. Die Studie ist Teil der OECD-Initiative für ein besseres Leben und bietet dem Vorwort zufolge einen

statistischen Bericht, der alle zwei Jahre erscheint und ein weites Spektrum an Daten rund um das Wohlbefinden der Bürger in den OECD-Mitgliedsstaaten [und Beitrittswerbern] dokumentiert und wie sich diese über die Zeiten fort zwischen Bevölkerungsgruppen und über die Länder hinweg verändern.

Die in Paris ansässige Organisation führte ihre Erhebungen in 35 der wohlhabenderen Mitgliedsländer durch. Diese zeigten als Ergebnis, dass sich auch in diesen tiefe Bruchlinien offenbaren, die mit Fortdauer der Zeit weiter anwachsen. Die Brüche bilden sich dabei unabhängig von Alter, Reichtum, Geschlecht oder Bildung.

Drastischer Vertrauensverlust in öffentliche Institutionen

Obwohl viele Menschen in den analysierten Ländern selbst ein erfülltes Leben führen, fühlen sie sich zunehmend von politischen Prozessen entfremdet, die eigentlich in ihrem Sinne verlaufen sollten. Während einige Aspekte des Wohlbefindens, wie Einkommenszuwachs, Anzahl der Jobs und Lebenserwartung sich seit dem Jahr 2005 verbessert hätten, gäbe es zu viele Menschen, die von der „leichten Erholung“ in der Wirtschaft vieler OECD-Länder seit dieser Zeit nicht profitiert haben.

Im Gegenzug sei seit dem Jahr 2007 die Jobunsicherheit um ein Drittel gewachsen, auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei gestiegen, während die durchschnittliche Lebenszufriedenheit gesunken sei.

Vor allem sei jedoch das Vertrauen in öffentliche Institutionen gesunken. Nur noch 38 Prozent der Befragten sagen, sie hätten Vertrauen in ihre Regierung, das sind um vier Prozent weniger als noch 2006. Vor allem ist nur einer von drei befragten Bürgern der untersuchten OECD-Staaten der Überzeugung, auf das Handeln der Regierenden Einfluss zu haben.

Hier weiterlesen

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Ausland, Deutschland, Gesellschaft, Meinungsfreiheit, Politik, Russland, Woanders gelesen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.