Nachts steht Hunger starr in unserm Traum

Nachts steht Hunger starr in unserm Traum,
tags die Schüsse knallen her vom Waldessaum.
Elend hält mit den Kolonnen Schritt,
und in Frost und Nebel ziehn die Wölfe mit.
Noch fliegt Russlands heiliger Adler
Mütterchen unser Blut gehört nur dir,
mag das rote Heer uns auch jagen,
leuchtend steht noch immer das Panier.

Ach, dahin ist all die stolze Macht,
keine Glocken klingen durch die rote Nacht.
Postenschritte, keine Freiheit mehr,
hinter Stacheldraht steht stumm ein müdes Heer.
Einer singt die alten Lieder,
lockt uns Schwermut und Sehnsucht aus der Brust,
wild und trotzig klingt es wieder,
im Vergessen liegt die alte Lust.

Und als Heer, das keine Heimat hat,
ziehn wir ausgewiesen nun von Stadt zu Stadt.
Menschen kommen, hören unser Lied.
Weiter geht die Fahrt, der Ruhm uns Sinnlos blüht.
Heimat, Heimat! summen die Chöre,
tausendfältig ersteht uns neu dein Bild,
Glockenläuten unsre Tenöre,
Orgelbässe klingen dumpf und wild.

Worte und Weise: olka (Erich Scholz)

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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