Woanders gelesen: Jenseits von Frieden: Der Absturz eines Kampfhubschraubers und die Bundeswehr in Mali

Seit einigen Tagen ist der afrikanische Wüstenstaat Mali wieder in den Schlagzeilen. Ein Hubschrauber der Bundeswehr stürzte ab. Der Einsatz gilt als weltweit gefährlichste UN-Mission. Zeit auch die Frage nach dem Auftrag und Sinn des Bundeswehreinsatzes wieder in den Vordergrund zu rücken…..

…Doch eine entscheidende Frage wird allzu selten gestellt: Warum die Bundeswehr und mit ihr verbundene Staaten militärisch vor Ort aktiv sind. Wofür werden die Soldaten den Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt? Geht es womöglich darum, „dass die Sicherheit der Bundesrepublik“ diesmal nicht „auch am Hindukusch“, sondern Mali verteidigt wird? Offiziell geht es wie bei vergleichbaren militärischen Einsätzen vermeintlich darum, eine „Stabilisierung“ Malis zu ermöglichen, oder etwas konkreter, die „Überwachung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den Rebellen“ zu gewährleisten.

Zur „Stabilisierungsmission“ ANUSMA heißt es auf den Seiten der Bundeswehr unter anderem:

Die Stabilisierungsmission MINUSMA dient der Sicherung des Friedens.

Angenommen, dieser selbstlose Zweck wäre tatsächlich das alleinige Anliegen der Bundeswehr in Mali, so drängt sich dennoch die Frage auf, warum und sein wann offensichtlich Unfrieden vor Ort herrscht. Auch auf diesen Seiten wurde bereits einiges über die Rolle westlicher Verbündeter wie Saudi-Arabien und dessen Export des radikal-islamischen Wahhabismus in den Sahel berichtet. Die Auslegung des Islam durch den Wahhabismus widerspricht der traditionell religiös toleranten sozialen Struktur der malischen Gesellschaft und sorgte zu tiefgreifenden Spannungen.

Auch ohne die von weiteren Verbündeten flankierte Intervention Frankreichs in Libyen ist es unwahrscheinlich, dass Mali eine derartige soziale, politische und wirtschaftliche Destabilisierung erfahren hätte. Mali, vor dem libyschen Regime Change und dem Einsetzen des saudischen Sendungsbewusstseins noch eine Erfolgsgeschichte, schickte sich an, sein Schicksal erfolgreich in die eigenen Hände zu nehmen. Wenn also nun just Staaten wie Frankreich sich aufmachen, „unter afrikanischer Führung“ Mali und die Region vor dem Absturz ins Chaos zu bewahren, kommt dies der Quadratur des Kreises schon sehr nahe….

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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