Der zweite Thorner Friede 1466

Nun müssen wir den bitteren Kampf
Der dreizehn Jahre beschließen.
Zu Ende der dampfenden Rosse Gestampf,
Schwertschlag und Armbrustschießen.

Zu Ende die Lust, mit freier Hand
Am Feind den Speer zu zerschellen –
Der Slawe ward Herr im Kulmerland
Und Fürst von Pommerellen!

Zu Ende der Krieg auf blutiger Au –
Eng ist uns die Brust geworden!
Nun reiten hinaus aus dem Weichselgau
Die Letzten vom Deutschen Orden.

Begraben vielhundertjähriger Ruhm
Im fürder polnischen Lande,
Zerschlagen ein blankes Rittertum
In Haß, Verrat und Schande!

Ein Notruf gellte von Nogat zum Rhein,
Kein Ohr wohl mochte ihm lauschen.
Wir standen auf Volkeswacht allein
In des feindlichen Oststurms Rauschen.

Doch sei’s, wie es sei! Den Rossen die Spor’n
Und mit grimmigem Trotz geschieden!
Wir haben ja alle im falschen Thorn
Beschworen den ewigen Frieden.

Hinein in die Nacht! Die Weichsel schäumt
Zornig, verhallend, ferne.
Hinein in die Nacht! Den Himmel säumt
Ein Heerzug sterbender Sterne.

Worte: Franz Lüdtke

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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