Judaskuß

Ihr seht nur das verfluchte Geld,
das ich genommen hab.
Und schweigt davon, daß Er mir doch
beim Mahl den Bissen gab.

Damit die Schrift erfüllet sei,
sollt es an mir geschehn.
Er trug mir auf, es bald zu tun.
Und also mußt ich gehn

und ging und kam zurück, und nahm
und hatte meinen Lohn.
Doch jener, der am Kedron stand,
Er wußte alles schon,

und sah mich an und redete
und ließ mir keine Frist:
„Mit einem Kuß verrätst du mich?“
So hab ich Ihn geküßt.

Sie griffen Ihn und banden Ihn
und schleppten Ihn davon.
Und ob mir fast das Herz zerriß,
ich hatte meinen Lohn.

Du bittre Reue, Scham und Gram!
Er gab mir mein Geschick.
Er starb für euch den Kreuzestod.
Ich ging und nahm den Strick.

Worte: Josef Weinheber

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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