Versailles

Das ist kein Friede, dessen volles Grün
Auf allen Auen sprühn und sprossen läßt,
Der die Natur mit frühlingsbuntem Blühn
Und Sonnengolde schmückt zum Segensfest.

Das ist kein Friede, der die Pflugschar lenkt
Durch das granatenwildzerfurchte Feld,
Der wehen Herzen neues Hoffen schenkt
Und Arbeitsglück der kampfzerstampften Welt.

Das ist kein Friede, der ersehnt, erbangt
Den tausend Müttern weichen Schlummer bringt –:
Nein, das ist Friede, der tiefinnen krankt
Und wie ein Fieber in die Seelen dringt.

Das ist ein Friede, dessen Prunkgewand
Nur schlecht den blanken Mörderdolch verhüllt,
Und der mit rot entfachtem Feuerbrand
Die schon erloschenen Fackeln wieder füllt.

Das ist ein Friede, der durch Menschenwitz
Die heilig-klare Gottessatzung trügt,
Und dessen jäher, fahler Flammenblitz
Den Tod umleuchtet, der das Erdreich pflügt.

Worte: Franz Lüdtke

Advertisements

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Geschichte abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.