Woanders gelesen: Wolf-Dieter Storl Frühsommer 2017

Lieber mit der Wahrheit fallen,
als mit der Lüge siegen.
Augustinus

Manchmal könnte man in Versuchung geraten, zu glauben, dass da doch etwas dran sein könnte mit HAARP und dem Versuch von Großmächten das Wetter – zwecks Weltherrschaft – global zu manipulieren. Wieder mal machte das Wetter gewaltige Bockssprünge. Nicht einfach für Gärtner. Nach einem recht milden März – man konnte die Gemüsebeete umgraben und ausmessen – zeigte der Winter gegen Ende April wieder seine eisigen Krallen.

Die Aussaat und das Einpflanzen der Setzlinge mussten warten. Die Eisheiligen kamen besonders früh: Anstatt weiterzuziehen, legten sie lange Rast ein, schüttelten ihren frostigen Pelz aus (40cm Schnee) und ihr kalter Hauch ließ manche zarte Blätter und Triebe erfrieren. Zum Glück hatten die Obstbäume auf unserer Höhe noch nicht geblüht – unten im Tal jedoch traf der Frost die zarten Blüten, so dass es im Herbst wohl wenig Äpfel geben wird.

Mitte Mai hörte ich den Kuckuck rufen. Wie viele Mal der Vogel ruft, soll eine orakelhafte Bedeutung haben. Die Schwaben schütteln beim ersten Ruf den Geldbeutel, damit sich dessen Inhalt im Laufe des Jahres mehrt. Leider hatte ich mein Portmonee nicht dabei, freute mich aber trotzdem, denn der Kuckucksruf bedeutet, dass es keinen weiteren Frost mehr geben würde. Und dann, gegen Ende des Monats kam die fast tropische Hitze.

Mitte Mai erfreute mich auch der Besuch von Hky Eichhorn, der mit schamanischen Windhornbau, Kräuterwanderungen und Visionstanz versucht, die Menschen wieder mit ihren natürlichen Wurzeln zu verbinden. (www.wildwexl.de). Kurz danach kam der Bärenfreund Reno Sommerhalder zu uns auf Besuch. Reno, der mit seiner Familie in der kanadischen Wildnis lebt und auch lange im sibirischen Kamtschatka unterwegs war, kennt Bären wie kaum ein anderer. Sein Leben auf den Spuren der Bären hat er in dem spannenden Buch, Ungezähmt (Wörterseh Verlag), geschildert.

Reno Sommerhalder - Ungezähmt

Reno Sommerhalder: Ungezähmt – Mein Leben auf den Spuren der Bären (19,90€)

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Reno fragte, ob ich auch der Meinung sei, dass Mensch und Meister Petz in wenig besiedelten Regionen verträglich mit einander auskommen könnten. Anhand eigener Erfahrungen in den Rocky Mountains konnte ich ihm beipflichten, dass Bären keine bösartigen Raubtiere sind – über 80 Prozent ihrer Nahrung ist vegetarisch, und der Rest besteht aus Froschlaich, Insekten, Nagetieren, Aas und dergleichen.

Ich erinnerte mich an den Medizinmann Bill Tallbull, der mir aus seiner Kindheit erzählte, dass Cheyenne Frauen und Kinder im Herbst Beeren und Wildobst zum Trocknen für den Winter sammelten. Oft futterte ein Schwarzbär oder Grizzly am selben Gebüsch, und zwar so nahe, dass man ihn Schmatzen hören oder gar riechen konnte. Man zeigte dem Bären Respekt und ließ ihm immer den Vortritt; niemand hatte Angst.

Tiere sind die Verkörperung der Seele eines Landes. Gerne würde ich, wie einst in den Rockies, auf einer Wanderung hierzulande einen Bären sehen; oder bei Vollmond Wölfe heulen hören.

Gegen Ende des Monats Mai waren wir – Ingo und ich – auf Vortrags- und Kräuterentdeckungstour im schönen Land Tirol und dann im nahgelegenen Pinzgau. Dort in der kleinen Ortschaft Hollersbach, nahe der schneebedeckten, über 3000m emporragenden Hohen Tauern, wurden wir auf dem Leitenbauernhof herzlich empfangen und beköstigt. Zufällig erzählte mir die kräuterweise Bäuerin Andrea Rieder von einer Salbe, die gegen Muskelkater, Verspannung, Gelenkschmerzen und dergleichen hilft. Dabei werden Grind-Ampfer (Rumex obtusifolius), ?Pech“ (Fichten- und Lärchenharz) und etwas Beinwellwurzel in Schweineschmalz (das wird gut von der Haut gut aufgenommen) gesotten.

Der Stumpfblättrige Ampfer – im Pinzgau Foißn oder Faisn genannt; in der Schweiz als Blacke bekannt – ist ja für die meisten Bauern ein unwillkommenes Wiesenunkraut; Heilanwendungen sind relativ wenig bekannt. Da war ich froh von dieser einmaligen, auch gut riechenden Salbe zu erfahren. Auch in Kufstein waren wir bei den ?Glückstagen“. Nicht nur die einmalig schöne Landschaft, sondern die freundlichen Menschen beeindruckten mich.

Pflanzenverbündete

Postkartenset Pflanzenverbündete (9,95€)

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Postkarten-Set „Pflanzenverbündete“ von Lisa und Wolf-Dieter Storl

Liebe, Freude, Mitgefühl – sag es mit Blumen! Es muss nicht immer ein Blumenstrauß sein, der schon bald verwelkt. Es können auch Postkarten sein. 13 heimische blühende Kräuter – Beinwell, Borretsch, Gamander-Ehrenpreis, Gänseblümchen, Johanniskraut, Kamille, Märzenbecher, Mohn, Ruprechtskraut, Schlüsselblume und Weißdorn – hat meine Tochter Lisa fotografiert und ich habe passende Worte hinzugefügt.

In ihrer Blüte offenbart sich die Seele der Pflanze. Und dieses Seelenhafte berührt auch unsere Seele und kann eine ganze Regenbogensymphonie der Gefühle erklingen lassen.

Schenke dir und anderen Freude und bringe deine Gefühle auf ihrer Rückseite zum Ausdruck!

Eine Auswahl der Motive

BeinwellBorretschGänseblümchenKamilleSchlüsselblumeWeißdorn

Hier findet ihr weitere Informationen und alle Bilder

Details

  • 13 Postkarten mit verschiedenen Motiven, Rückseite mit Adressfeld
  • Das Postkartenset kommt in einer hochwertigen Naturpapier-Faltschachtel mit Sichtfenster

Der Bär

Der Bär: Krafttier der Schamanen und Heiler (26,90€)

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Bücher sind wie Kinder. Einmal in die Welt gesetzt haben sie ihr eigenes Schicksal. Ich habe mir vorgenommen in jedem dieser Newsletter eines meiner Bücher vorzustellen und etwas über dessen Entstehung zu erzählen. Und da von Bären schon die Rede war, würde ich heute kurz das Buch, Der Bär: Krafttier der Heiler und Schamanen (AT-Verlag) vorstellen: Auf dem Heimweg nach einem Besuch in der Bärenstadt Bern, wurde mir bewusst, dass wir hier im Allgäu in einem natürlichen Bärenbiotop leben, dass aber der letzte Bär vor rund dreihundert Jahren verschwand. Gerade als ich am Bärenbühl vorbeiging, kam mir die Vision von den klugen Tieren, die einst hier herumbrummelten. In derselben Nacht träumte meine Frau von dem Götterbär Donar, dem Asbjörn, der mit seinem mächtigen Tatzenschlag ein Blitzgewitter aus dem Himmel herabschlug.

Da wurde mir klar, ich sollte ein Buch über Meister Petz, über den König der Wälder, über die alten nordischen Berserker, über meine Begegnung mit Grizzlys und Schwarzbären schreiben. Auch dass die Indianer mir sagten, dass ein starkes Bärenerlebnis oder der Bär als Krafttier einen Menschen kräuterkundig machen kann, kam mir in den Sinn. .

Damit ich auch unmittelbareren Kontakt mit dem Bären haben könne, fuhr meine Frau in die Schweizer Hauptstadt und holte sich von dem Berner Bärenhüter ein Büschel rötlichbrauner Haare vom Pelz des Mani, dem Oberbären im Berner Bärengraben. Mit den Mutzenhaaren neben der Schreibmaschine legte ich los und schrieb den ganzen Winter. Als das Manuskript fertig war, schickte ich es an einen Schweizer Verleger. Der sagte jedoch, es sei zufällig die 800ste Jahresfeier der Stadt Bern und er hätte schon fast ein Duzend Bärenmanuskripte auf seinem Schreibtisch liegen, da könne er kein weiteres gebrauchen.

Fast ein Jahr hatte ich an dem Buch gearbeitet. Und nun? Ich nahm mir vor mich nicht aufzuregen, sondern mich in buddhistischer Gelassenheit zu üben. Das ging auch gut. Aber plötzlich, mitten in der Nacht lief mir die Galle über; ich schaffte es gerade noch zum Fenster, ehe die aufgestaute Frust in der Form eines bitteren, gelbgrünen Gallenflusses seine Bahn brach. Doch Ende gut, alles gut! Im nächsten Jahr (1992) erschien das Buch als Berserker und Kuschelbär im Aurum Verlag und dann, 2005, kam Der Bär als erweiterte, aktualisierte Auflage im AT-Verlag (Aarau, Schweiz) heraus und befindet sich in der 5. Auflage.

Indian-Summer-Seminar auf Cape Breton vom 18. – 25. Oktober 2017

Noch ein Veranstaltungshinweis

Indian-Summer-Seminar auf Cape Breton vom 18. – 25. Oktober 2017 im Indianerkulturzentrum

Vom 18.- 25. Oktober 2017 findet auf der wunderschönen Insel Cape Breton in Nova Scotia ein ganz außergewöhnliches Seminar statt: Inmitten des atemberaubenden Naturspektakels, dem Indian Summer, werde ich im Indianer-Kulturzentrum Friends United zu Gast sein.

Es erwarten euch unvergessliche Kräuterwanderungen mitten durch die herrliche kanadische Natur, eine Einführung in die Bedeutung und Heilkraft der Pflanzen und auch in das spirituelle Leben der Indianer. Eine lichtdurchflutete Woche erwartet euch im ostkanadischen Indian Summer, die Herz und Seele mächtig und nachhaltig berühren soll.

Ein paar Impressionen könnt ihr in diesem Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=yAhMXI0CU1o

Weitere Informationen und Fotos gibt es auf der Veranstaltungsseite!

Einen wunderbaren Sommer wünsche ich Euch, mit viel Sonne im Herzen!

Euer Wolf-Dieter

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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