Kostenlos ist nicht umsonst

„In Österreich ist die Schulbildung kostenlos aber umsonst.“, so eine der liebevollen, nachbarschaftlichen Neckereien unserer Gegend.

Durch eine Debatte über kostenlose Schulverpflegung und wer ist Deutscher angeregt, die auf der Netzseite Runder-Tisch-DGF seinen Anfang nahm, möchte ich heute mal kurz auf die kostenlosen Angebote eingehen oder was uns dafür verkauft wird.

Beginnen wir beim „Free-TV“ dessen Gegenstück das „Pay-TV“ ist. Beim „Pay-TV“ kann ich mich entscheiden, ob ich bezahlen will oder nicht, ob ich das Angebot nutze oder nicht. Beim sog. „Frei-TV“ werde ich gezwungen monatlich einen bestimmten Betrag abzudrücken, ganz egal ob ich das Angebot nutze oder nicht. Bei den privaten Sendern für deren Nutzung nichts zu bezahlen ist, bezahlen all jene die die beworbenen Produkte kaufen, ganz egal ob sie das Angebot des Senders nutzen oder nicht.
Da will ich mal sagen, das „Pay-TV“ ist das beste Angebot. Ich nutze es nicht, also bezahle ich auch nicht. Was will man mehr?

Der Schulbesuch ist kostenlos aber ist er umsonst. Beileibe nicht, er kostet jede Menge Geld, jeder bezahlt dafür egal ob arm oder reich, gutsituiert oder Normaverdiener. Nur werden und das ist der Trick bei der Sache die Kosten verschleiert und scheinbar vom Staat übernommen.
Es ist kein monatliches Schulgeld zu bezahlen, die Bücher brauchen nicht erworben zu werden. Es entsteht der Eindruck als wäe der Schulbesucht kostenlos.
Als ich noch ein Kind war, mussten meine Eltern die Bücher noch selbst bezahlen, ab einem gewissen Einkommen fiel die Lehrmittelfreiheit weg. Ich möchte einfließen lassen sie waren nicht reich, sondern erarbeiteten sich im Wirtschaftsaufschwung ein relativ gutes Auskommen. Ich hörte nie ein Wort der Klage, dass sie die Bücher bezahlen müssten und andere sie kostenlos zur Verfügung gestellt bekamen, nur weil sie evtl. ganz knapp unter der Bemessungsgrenze blieben.
Ganz im Gegenteil, es war etwas stolz zu spüren und ich musste auf meine Bücher gut aufpassen, es waren ja unsere. Meinen Schulatlas habe ich heute noch, etwas gezeichnet aber immer noch gut zu nutzen.
Diese Art von Stolz geht vielen Leute heute ab. Reiche klagen dass auch sie Anspruch auf Kindergeld hätten und bekommen Recht. Auch die Reichen die nicht klagen würden nehmen das Kindergeld dann natürlich in Anspruch, man will ja nichts verschenken und schließlich steht es einem ja zu.
Arm und Reich bekommen die Schulbücher kostenlos, bezahlen gleiche Strafen für, beispielsweise, zu schnelles Autofahren, bezahlen beide die Mehrwertsteuer usw. usf..
Gleichmacherei vom Anfang bis zum Ende.
Wobei, ist dies wirklich Gleichmacherei oder werden hier Ungleichheiten geschaffen? Ich behaupte ja. Jemand der 50 000 Euro im Monat verdient, bezahlt nicht mehr für zu schnelles Fahren als ein Geringverdiener, die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenkasse liegt bei ca. 4000 Euro monatlich, also bezahlt jener der 4000 Euro im Monat verdient genausoviel wie jener der 50 000 Euro monatlich verdient.
Gleich sollen Gleiche behandelt werden, Ungleiche müssen auch ungleich behandelt werden, dann kann so etwas wie Gleichheit geschaffen werden.

Was ist der Endeffekt dieser „Gleichmacherei“, dieser für alle kostenlosen Gaben? Der Staat und damit jene die den Staat beherrschen, verteilen Wohltaten. Sie entscheiden wer was bezahlen soll, was kostenlos ist und was nicht. Wir, die große Masse, werden Empfänger milder Gaben, die wir schlussendlich auch noch selbst bezahlen aber keinen Einfluss auf deren Verteilung haben.

Woher aber hat der Staat das Geld? Das ist nun wahrlich keine schwierige Frage. Er bekommt sie von jedem von uns, von arm und reich. Ich behaupte nun einfach mal, Leute mit niedrigem Einkommen bezahlen relativ mehr Steuern und Abgaben als Leute mit hohem Einkommen oder gar Unternehmen mit Gewinnauszahlungen die in die Milliarden gehen, die oft genug auch noch ins Ausland abfließen.

Alles was also scheinbar kostenlos ist wird tatsächlich von der großen Mehrheit der Steuerzahler in diesem Land berappt. Egal ob es die Rente ist, das Gesundheitssystem, die Schulbildung oder was auch immer.
Was man sich auch noch fragen sollte. Wer nimmt diese Art der Steuergeldausgaben ein? Wem nützt diese Umverteilung? In welchen Kassen landet das Geld?

Nehmen wir mal an, Kinder würden im Alter ihre Eltern versorgen, so wie es früher mal war. In der Schule lernten wir bereits, dass dies Schnee von gestern ist, wir haben ja die Sozialversicherung und die Kinder hätten nicht mehr für ihre Eltern zu sorgen. Ja, ja und das Geld fällt vom Himmel. Das vergaß man uns zu sagen.
Auf jeden Fall hätten diejenigen die Kinder hätten, für deren gute Ausbildung sorgten und sich überhaupt ordnetlich um sie kümmerten, einen klaren Vorteil. Diejenigen die sich aus Spaß- und Kostengründen vor dem Kinderkriegen drücken, hätten einen klaren Nachteil, obwohl sie müssten auf andere Art vorsorgen und damit wäre der Ausgleich wieder hergestellt.

Weiter, nehmen wir an, die Kinder meines Nachbarn sind gute Schüler und wollen studieren, also verlangt er von mir, ich solle mich an den Kosten für die Ausbildung seiner Kinder beteiligen, da ich ja auch was davon hätte.
Was würde ich ihm wohl sagen? Was würdest Du Deinem Nachbarn antworten.
Auf dem Umweg über den Staat funktioniert dies aber hervorragend. Ich bezahle, egal ob die Kinder anderer Leute für diesen Lebensweg geeignet sind oder nicht. Jeder hat das Recht bla, bla, bla.
Ich bezahle dafür, dass Kinder anderer Leute einmal gutes Geld verdienen oder sich für die Arbeit zu schön sind und meinen sie hätten Anspruch auf ein schönes Leben, guten Verdienst bei wenig Arbeit. Die Arbeit dürfen andere machen, auf die man dann, da bildungsferne Schichten, von oben herabsieht.
Sollen sie doch selbst für ihre Bildung aufkommen. Dafür brauchen ihre Eltern und sie selbst weniger Steuern und Abgaben zu bezahlen. Die Bildung hätte dann einen anderen Wert, da eigenerwirtschaftet.

Nehmen wir noch einmal die kostenlose Schulspeisung als Beispiel. Kinder werden gezwungen etwas zu essen, das massentauglich ist. Eigener Geschmack, Vorlieben etc. gibt es nicht, man wird vermasst.
Kinder werden in Ganztagsschulen gepresst, auch diejenigen bei denen Elternteile oder andere Betreuungspersonen zur nachmittäglichen Betreuung zur Verfügung stünden. In diesem Fall wirklich kostenlos. Aber was machen die großen Räuber, sie stellen „kostenlos“ den Nachmittagsunterricht zur Verfügung, füttern die vermassten Kinder mit Massenfraß und spielen sich noch als große Wohltäter auf.

Besonders Linke die ja so für Menschlichkeit und dergleichen sind, sind daür dass Kinder von ihren Familien entfernt werden, dass jeder arbeiten geht und sich fremde Leute um die ureigensten, private Belange kümmern.
Dies ist Entmenschlichung unter dem Deckmantel der Menschheitsbeglückung.

Und warum das Ganze? Damit die Eltern Beruf und Familie vereinen können. Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch so ein Schlachtruf der Linken, der einem Angst und Bange machen sollte. Beruf und Familie sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die sich nicht vereinen lassen.
Eines bleibt immer auf der Strecke und das ist im Falle der Veinbarkeit von Beruf und Familie, die Familie.
Das gute, schöne Familienleben, in der die Zeit nach der Arbeit echte Freizeit ist und nicht noch das Abarbeiten von den verschiedensten Pflichten und Dingen erforderlich ist. Stress pur.

Wofür? Für Konsum, für noch mehr Konsum und für unsinnige, ja oft genug schädliche Spiele für unsere kleinen und größeren Kinder. Denen gegenüber man, berechtigter Weise, ein schlechtes Gewissen hat und das man versucht mit Konsumgeschenken zu beruhigen.

Beim Konsum kann ich ja noch selbst entscheiden für was ich mein Geld ausgebe, nicht jedoch bei Steuern und Abgaben. Da übernehmen andere Leute das Ruder, wir können ja mit unserem Geld nicht verantwortungsvoll umgehen. Daher nehmen sich andere Leute das Recht uns unser verdientes Geld abzunehmen und es nach ihrem Gutdünken auszugeben. Je mehr wir arbeiten, umso mehr verdienen wir, umso mehr Geld haben diese Kerle zur Verfügung um es nach ihrem Ermessen zu verteilen.
Sollten wir nicht bezahlen oder versuchen weniger zu bezahlen, sind wir Steuerbetrüger, Kriminelle, asoziales Pack das hart bestraft wird.
Andrerseits können die Verteiler unseres Geldes nach Lust und Liebe ausgeben, egal ob sinnvoll oder nicht, nützlich oder schädlich. Sie können nicht belangt werden. Ganz im Gegenteil sie belohnen sich noch selbst, setzen selbst ihr Einkommen und ihre Steuerfreibeträge fest. Bestimmen selbst über ihren Anteil des Raubes.

Ein Ziel dieser Räuber ist es uns abhängig, süchtig zu machen. Abhängig von Leistunen die sie uns zukommen lassen. Wir belohnen sie am Wahltag mit einem Kreuzchen und sie lassen uns etwas vom Anteil der Beute zukommen. Natürlich nur einen kleinen Anteil, den großen Rest verteilen sie nach Gutdünken und vor allem in Richtung jener Leute die wirklich das Sagen im Lande haben.

Langsam aber sicher werden uns die Fähigkeiten, das Selbstvertrauen und das Vertrauen in die eigene Kraft aberzogen.

Alles wird verschleiert, wird übertüncht mit wohlklingende Worten. Dahinter aber versteckt sich die Fratze des Elends, des Verkommens, des Niedergangs. Es ist nur eine Frage der Zeit, irgendwann wird die Maske fallen, die Party ist aus.

Was wäre wenn, die Steuern und Abgaben auf ein Minimus gesenkt würden?
Was wäre wenn, jeder das Geld das er verdient behalten dürfte, nur einen ganz kleinen Teil an Steuern und Abgaben bezahlen müsste, mit dem Rest aber nach eigenem Gutdünken verfahren dürfte?
Was wäre wenn, wir entscheiden könnten, für was Steuern und Abgaben ausgegeben werden?

Wäre dies sozial oder unsozial, gerecht oder ungerecht?
Darauf wird ja immer so großer Wert gelegt.

Können wir erwarten, dass jemals eine Partei oder jemand anderer sich darum sorgt, dass wir mehr Freiheit, mehr Verantwortlichkeit und mehr Entscheidungsfreiheit bekommen?

Nein, ganz sicher nicht. Jeder Pluspunkt auf der einen Seite, schwächt die andere. Welche Seite wollen Parteien wohl stärken?
Diesen Weg müssen wir selbst gehen, jeder einzelne von uns.
Dann brauchen wir uns keine Gedanken mehr um kostenlose Schulspeisung zu machen. Kinder bekommen ihr Pausenbrot mit in die Schule, die von uns bezahlt wird und dessen sind wir uns bewusst, essen mittags zu Hause, nachmittags machen sie Hausaufgaben und danach geht´s ab zum Spielen in Wald und Flur. Frei wie die Vögelein.

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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