Zum Kalenderblatt 27. Juni/Brachet: Ännchen von Tharau

Name: Ännchen von Tharau
Jahr: 1636 verfasst
Sonstiges: Dieses volkstümliche Lied stammt aus Ostpreußen und besingt in 17 Strophen die Tochter des Tharauer Pfarrers, Anna Neander. Als Verfasser des Textes gilt Simon Dach.

Ännchen von Tharau ist’s die mir gefällt,
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.
Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet, in Lieb und in Schmerz
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Käm‘ alles Wetter gleich auf uns zu schlah’n
Wir sind gesinnt, beieinander zu stah’n.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Recht als ein Palmbaum über sich steigt,
Je mehr ihn Hagel und Regen angreift:
So werd‘ die Lieb in uns mächtig und groß,
Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Not.
Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut.
Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt:
Ich will dir folgen, durch Wälder, durch Meer,
Durch Eis, durch Eisen, durch feindliches Heer.
Ännchen von Tharau, mein‘ Sonne, mein Schein,
Mein Leben schließ‘ ich in deines hinein.
Advertisements

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Kalenderblatt, Video abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.