Holen wir uns unser Land – Alternative für uns Deutsche – Konföderation deutscher Staaten

Gegen Zentralismus und Bevormundung

Schluss mit der Parteienherrschaft

Für die staatliche Selbstständigkeit Bayerns und anderer deutscher Länder

Für den Austritt aus der EU

Für strikte außenpolitische Neutralität

Für Selbstverwaltung und Selbstverantwortung, auch der kleinen Organisationseinheiten

Freie Menschen bestimmen und verantworten ihr Leben selbst

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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3 Antworten zu Holen wir uns unser Land – Alternative für uns Deutsche – Konföderation deutscher Staaten

  1. Uranus schreibt:

    Nach einiger Zeit hier mal wieder eine Unterfütterung dieses Themas mit »Geist«, damit es nicht gänzlich im Sumpf des Unbewußten entschwindet. Der »Geist« des unten stehenden Textes entsprang dem Hirn und wahrscheinlich auch dem Herzen des verstorbenen Schriftstellers, Widerstandskämpfers in der kommunistischen Tschechoslowakei und erstem Staatspräsidenten sowohl der Tschechoslowakei als auch der späteren Tschechischen Republik, Václav Havel. Der Text ist ein Auszug aus seinem Essay „Versuch, in der Wahrheit zu leben – Von der Macht der Ohnmächtigen“, welches im Jahr 1978 zunächst in tschechischer Sprache erschien, 1980 in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde. Sein Essay ist derzeit allerdings nicht lieferbar.

    Der Text beschreibt Havels Gedanken zu einem Übergang von einer „politischen Ordnung“ der Gesellschaft in eine „menschliche Ordnung“. Diesen Übergang nennt er „sittliche Rekonstitution der Gesellschaft“ und traf damit bereits in den 1970-iger Jahren einen Nerv der Zeit, der heute noch um einiges aktueller als damals sein dürfte. Allerdings macht er auch sehr deutlich, daß es solange keinen Sinn macht, diesem neuen »Geist« einen konkreten strukturellen Ausdruck verleihen zu wollen, solange die Physiognomie dieses Geistes unbekannt ist, das heißt solange die Zeit noch nicht reif für den Übergang ist. Dennoch ist es überlebenswichtig, sich schon jetzt mit diesem Thema gedanklich zu beschäftigen, denn die Zeit könnte ganz plötzlich und überraschend reif werden für den Übergang. Dann muß praktisch sofort gehandelt werden können, was aber dann nur möglich ist, wenn auf zuvor Gedachtes zugegriffen werden kann, ohne sich ratlos fragen zu müssen, was denn nun getan werden könnte oder was die Autoritäten, denen man bisher vertraute, nun tun wollen.

    Hier also der Text von Václav Havel:
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    „Die Perspektive der »existentiellen Revolution« ist – in ihren Konsequenzen – vor allem die Perspektive einer sittlichen Rekonstitution der Gesellschaft, das heißt der radikalen Erneuerung der authentischen Beziehung des Menschen zu dem, was ich »menschliche Ordnung« nannte (und was durch keine politische Ordnung ersetzt werden kann). Die neue Erfahrung des Seins; die Erneuerung der Verankerung im Universum; die neu ergriffene »höhere Verantwortung«; die neu gefundene innere Beziehung zu den Mitmenschen und zur menschlichen Gemeinschaft – dies ist offenbar die Richtung, um die es geht.

    Und die politischen Folgen?

    Am ehesten könnten sie sich wohl in der Konstitution solcher Strukturen ausdrücken, die nicht so sehr von dieser oder jener Formalisierung politischer Beziehungen und Garantien ausgehen würden, sondern vielmehr von einem neuen »Geist«, das heißt vor allem von ihrem menschlichen Inhalt. Es handelt sich also um die Rehabilitierung solcher Werte wie Vertrauen, Offenheit, Verantwortung, Solidarität, Liebe. Ich glaube an Strukturen, die sich nicht an der »technischen« Seite der Machtausübung orientieren, sondern an dem Sinn ihrer Ausübung; an Strukturen, die mehr durch das gemeinsame Gefühl, daß bestimmte Gemeinschaften sinnvoll sind, als durch gemeinsame Ambitionen zur Expansion nach »außen« gefestigt werden. Es können und müssen offene, dynamische und kleine Strukturen sein; über eine gewisse Grenze hinaus können solche »menschlichen Bindungen« wie persönliches Vertrauen und persönliche Verantwortung nicht mehr funktionieren (…).

    Es müssen Strukturen sein, die von ihrem Wesen her das Entstehen anderer Strukturen nicht beschränken; jede Kumulation von Macht (…) sollte ihnen fremd sein. Strukturen, die keine Organe oder Institutionen, sondern Gemeinschaften sind. Es dürfen in keinem Fall Strukturen sein, die ihre Autorität auf längst entleerte Traditionen stützen (wie die traditionellen Massenparteien), sie müssen sich auf ihre konkrete Aufgabe in der Situation stützen. Besser als ein statischer Komplex formalisierter Organisationen sind Organisationen, die ad hoc [aus dem Augenblick heraus, zu diesem Zweck] entstehen, voller Begeisterung für ein konkretes Ziel, und sich nach der Erreichung des Ziels auflösen. Die Autorität der Führenden sollte aus ihrer Integrität und aus ihrer Erfahrung resultieren, nicht aus ihrer Stellung in irgendeiner Rangordnung; sie sollten mit einem großen Maß an persönlichem Vertrauen und auch mit auf diesem Vertrauen basierenden großen Befugnissen ausgestattet werden; offenbar ist das der einzige Weg aus der klassischen Ohnmacht der traditionellen demokratischen Organisationen, die oft eher auf gegenseitigem Mißtrauen als auf Vertrauen, eher auf kollektiver Unverantwortlichkeit als auf Verantwortung gegründet zu sein scheinen. Nur hier – bei uneingeschränkter Haftung jedes Mitglieds der Gemeinschaft – kann man wohl einen festen und dauerhaften Damm gegen die »schleichende Totalisierung« aufbauen. Diese Strukturen sollten selbstverständlich »von unten« entstehen, als Ergebnis der authentischen gesellschaftlichen »Selbstorganisation«. Sie sollten sich von dem lebendigen und lebhaften Dialog mit den wirklichen Bedürfnissen, aus denen sie entstanden, nähren und mit dem Erlöschen dieser Bedürfnisse auch selbst erlöschen. Sie sollten mehr mannigfaltige und von außen nur minimal geregelte Prinzipien ihres inneren Aufbaus haben; das entscheidende Kriterium dieser »Selbstkonstitution« sollte ihr aktueller Sinn sein, nicht also nur eine Norm.

    Auf die bunte und wechselhafte Zusammenarbeit solcher dynamisch entstehenden und sich auflösenden, vor allem aber aus ihrem aktuellen Sinn zehrenden und durch menschliche Bindung zusammengehaltenen Organismen sollte sich das politische Leben wie auch das Wirtschaftsleben gründen. Was das Letztere betrifft, glaube ich an das Selbstverwaltungsprinzip, das wohl als Einziges das bieten kann, wovon alle Theoretiker des Sozialismus träumten, nämlich die tatsächliche (das heißt nicht nur formelle) Beteiligung der Arbeitenden an wirtschaftlichen Entscheidungen und das Gefühl der wirklichen Verantwortung für die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit. Das Prinzip der Kontrolle und Disziplin sollte durch spontane menschliche Selbstkontrolle und Selbstdisziplin verdrängt werden.

    Diese Vorstellung von den Systemkonsequenzen der »existentiellen Revolution« überragt deutlich – dies ist vielleicht auch aus dieser so allgemeinen Skizze ersichtlich – den Rahmen der klassischen parlamentarischen Demokratie, die sich in den fortgeschrittenen westlichen Ländern stabilisierte und die immer wieder auf diese oder jene Art versagt. Da ich hier, für diese Überlegungen, den Begriff des »posttotalitären Systems« eingeführt habe, könnte ich die eben skizzierte Vorstellung – in diesem Zusammenhang – als Perspektive eines »postdemokratischen« Systems bezeichnen.

    Man könnte diese Vorstellung zweifellos weiterentwickeln; es scheint mir jedoch, daß das zumindest ein albernes Unterfangen wäre, denn es gehört zum Wesen einer solchen »Postdemokratie«, daß sie nur via facti [über tatsächliches Handeln] heranwachsen kann, immer neu, aus dem Leben, aus der neuen Atmosphäre und aus dem neuen »Geist«. (Selbstverständlich unter Beteiligung der politischen Reflexion – aber als Begleiter des Lebens, nicht als sein Dirigent.) Der Versuch jedoch, den strukturellen Ausdruck dieses neuen »Geistes« zu konkretisieren, ohne daß dieser »Geist« schon vorhanden ist und ohne seine konkrete Physiognomie zu kennen, hieße den Ereignissen vorzugreifen.“
    Zitat Ende.

  2. Pingback: Gastbeitrag: Der neue Geist – Hin zur menschlichen Ordnung | Deutsche Ecke

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