Was wäre wenn, der Parlamentarismus umgebaut würde?

Parlamentarismus und Parteien gehören zusammen wie Feuer und Rauch. Meint man, muss aber nicht sein bzw. könnte auch etwas anders strukturiert werden.

Eines der Probleme das der Wähler mit Parteien hat, ist, dass er immer das Gesamtpaket nehmen muss. Ein Kreuzchen hier, ein Kreuzchen dort und das Schicksal für die nächsten Jahre ist besiegelt. Mehr wird uns nicht zugestanden, zu blöd, zu unwissend sind wir, die blökende Herde von Wählern. Volksabstimmungen werden nur von Parteien gefordert, die sehr, sehr weit von der Macht in den Parlamenten entfernt sind. Dies dient meiner Meinung nach nur als Feigenblatt und letztendlich sind Volksabstimmungen auch nicht der Weisheit letzter Schluß, sondern werden meist so verwendet, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wird und falls doch nicht, so zeigt die Erfahrung in der EU, wird halt noch einmal abgestimmt. Auch der Brexit ist noch nicht gelaufen.

Was wäre wenn man nicht das Gesamtpaket wählen müsste, sondern wir die Möglichkeit erhielten einzelne Teile des Pakets auszuwählen und dem jeweiligen Kandidaten damit den Auftrag gäben für diesen Teil einzustehen, dort seine Arbeitskraft und politisches Geschick für uns wirken zu lassen.
Man könnte Fachleute auf die entsprechenden Posten wählen und Schwätzern (Politikern) würde sehr schnell das Ruder aus der Hand genommen. Im Berufsleben wird immer mehr Spezialisierung und Ausbildung gefordert, aber ausgerechnet der Politiker, der Parteimensch, soll ein Tausendsassa sein und auf allen Feldern umfassend Bescheid wissen und Entscheidungen von allergrößter Tragweite treffen können. Wen wundert es, wenn nur heiße Luft aus den Mündern von Politikern und Parteifuzzys kommt? Die können gar nicht anders. Also erlösen wir sie von ihrem unsäglichen Leid und befreien sie von ihrer Tätigkeit die sie nicht in der Lage sind zu meistern. Die Partei denkt, die Partei lenkt. Schluß damit.

Ein erster kleiner Schritt wäre die Umgestaltung des Parlaments.

Das Parlament müsste aufgeteilt werden, der eine Teil wäre für Wirtschaftsfragen, der andere Teil für Innere oder Äußere Sicherheit usw. usf.. Ganz oben in der Hierarchie stünde der Teil des Parlaments in dem es um grundsätzliche Fragen, wie z. B. die Verfassung, ginge. Die unteren Hierarchien müssten stets im Einklang mit den Grundsätzen der oberen Hierarchie im Einklang stehen.

Klar wäre auch, dass der Abgeordnete nicht seinem Gewissen und schon gar nicht seiner Partei verpflichtet ist, sondern einzig und allein seinem Wählerauftrag. Die Parteimitgliedschaft sollte während der Abgeordnetentätigkeit zumindest ruhen. Fraktionen etc. gäbe es nicht.
Der Abgeordnete wäre so etwas wie der Geschäftsführer/Vorstand eines Unternehmen, er hat FÜR die Eigentümer, sprich Bürger, zu arbeiten und steht in einem klaren Abhängigkeitsverhältnis. Hier Eigentümer, dort Angestellter oder Beauftragter.

Leistung zählt, nicht Bla,bla. Nicht der bessere Redner/Demagoge bekäme den Posten, sondern der nach Meinung der Wähler, für bestimmte Aufgaben beste Fachmann. Man sehe sich die heutigen Gestalten an, die durch die Regierungshallen wandeln. Wer könnte da bestehen?

Auch bei der Anstellung von hohen und höchsten Beamten, z. B. Richtern, Staatsanwälten etc., könnte der Wähler ein gewichtiges Wort mitreden. Die Berufsverbände schlagen von, der Wähler entscheidet. Eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man denn wollte.

Ja, was wäre wenn in dieser Richtung Veränderungen stattfinden würden?
Wir, die Bürger, hätten etwas mehr mitzureden, die anderen, die sich heute wie der sprichwörtliche Gutsherr aufführen, müssten von ihrer Pracht und Herrlichkeit etwas abgeben oder verschwänden gänzlich von dieser Bildfläche.
Darin aber liegt das wirkliche Problem. Sie, die modernen Gutsherren, müssten ihren eigenen Abgang organisieren und in die Wege leiten. Das wird nie geschehen und KEINE Partei wird jemals ihre Zustimmung dazu geben, zumindest dann nicht, wenn sie mitzureden hat.

Der Umbau wird also im Zuge einer Krise stattfinden (müssen).
Krisen kommen und gehen, sie müssen genutzt werden. Hierfür müssen Pläne bereitliegen, Gedanken müssen reifen und jeder einzelne ist dann gefragt, vor allem jene Personen die in der Lage sind das Chaos zu organisieren und die evtl. panischen Massen in die Richtung der rettenden Fluchtwege zu leiten. Notwendig sind nicht die „großen“ Führer, die i. d. R. ohnehin nur Gewalt- und Machtmenschen sind, wie sie derzeit in Parteien zu finden sind, sondern die Menschen die lokal wirken und sich im Notfall ein Herz nehmen, beherzt genug sind um die panischen, rat- und richtungslosen Massen in die richtige Richtung lenken.

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Was wäre wenn, der Parlamentarismus umgebaut würde?

  1. Uranus schreibt:

    Es wird in der gesamten sogenannten „Westlichen Wertegemeinschaft“ zu Veränderungen kommen, die durch krisenhafte Ereignisse angestoßen werden, weil ohne Krisen für den größten Teil einer Population keine Veranlassung besteht, aus sich selbst etwas verändern zu wollen. Derzeit ballt sich das Potential für gleich mehrere Megakrisen zusammen: Spekulationsblasen auf den internationalen Finanzmärkten werden platzen und die Volkswirtschaften ganzer Erdteile mit in die Tiefe reißen. Weltumspannende Kriege mit Milliarden von Toten werden derzeit angeheizt. Ein oder mehrere Mega-Sonnenstürme könnten die Erde treffen und einen weitweiten langfristigen totalen Stromausfall verursachen. Was viele nicht wissen, im Jahr 2014 ist ein solcher Sonnensturm knapp an der Erde vorbeigerauscht. Das seit Jahrzehnten permanent schwächer werdende statische Magnetfeld der Erde steht kurz vor einem Polsprung (nicht zum ersten Mal in der Erdgeschichte) und könnte dadurch bei vielen Menschen erhebliche kognitive und psychische Probleme verursachen, bis hin zum totalen Gedächtnisverlust.

    Also, am Potential zu krisenhaften Veränderungen in nächster Zukunft mangelt es nicht. Die Zusammensetzung eines bundesdeutschen Parlamentes ist dagegen das reinste Pippifax. Da ist es in der Tat heute besser, sich nicht krampfhaft an etwas festzuklammern, das so oder so vergehen wird, sondern es ist wichtiger, Perspektiven zu entwickeln, auf die möglichst sofort zugegriffen werden kann, wenn die Verhältnisse es zulassen, oder besser gesagt, einen Neuanfang geradezu erfordern. Dieser Neuanfang könnte sogar genau genommen der Rückgriff auf etwas sehr altes, aber lange Verschüttetes sein. Zumindest damit hat Christoph Hörstel in seiner Rede auf dem Parteitag seiner Partei recht, wenn er sagt, daß wir in einer genialen Zeit leben. Und wir, also die heute Lebenden, haben die Chance, mit der jedem Individuum innewohnenden Gestaltungskraft aktiv die Zustände zumindest des unmittelbaren Lebensumfeldes zu gestalten, in denen wir uns wiederfinden wollen.

    Dabei wird das Potential des Wunschdenkens oftmals total unterschätzt. Manchmal bringt jemand den Spruch: Das ist ja nur Wunschdenken. Zunächst ja. Aber Wünsche haben die Tendenz, in Erfüllung zu gehen. Nichts geschieht in dieser Welt, das nicht zuvor von irgend jemandem gewünscht und gedacht wurde. Die ganz Oberen dieser Welt unterhalten genau zu diesem Zweck ganze Heerscharen von sogenannten Thinktanks, Verbänden und Organisationen. Die wissen genau, wie man das machen muß. Gerade deshalb ist es ja so wichtig, weniger an das zu denken, was man nicht haben will, sondern sich vielmehr das vorzustellen, was man gerne in der Wirklichkeit sehen möchte. Gewissermaßen eigene Perspektiven zu entwickeln, um es etwas gestelzter auszudrücken. Selbstverständlich steigt das Maß an Eigenverantwortung zwangsläufig entsprechend mit. Es ist dann nicht mehr so leicht, anderen etwas in die Schuhe zu schieben. Das scheint mir heutzutage der Hauptgrund dafür zu sein, unbedingt ein parlamentarisches Parteiensystem aufrecht erhalten zu wollen, weil das die elegante Möglichkeit bietet, diesem System die volle Verantwortung für alle Mißstände zuweisen zu können, während man selber seine Hände in Unschuld waschen kann.

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