Woanders gelesen: Israel sperrt Palästinenser ein, die ‘dem terroristischen Profil entsprechen’

Viele sind ohne Anklage aufgrund geheimgehaltener Beweise eingesperrt

Jason Ditz

Immer bemüht, die Sicherheit in der besetzten West Bank zu erhöhen, stützt sich Israel zunehmend auf seine Bescheide der „Administrativen Anhaltung,“ der Praxis der Anhaltung von Palästinensern auf der Basis geheimer Beweise und ohne Möglichkeit, bei einem Gericht zu berufen. Das überrascht weiter nicht und würde dem gängigen Kurs entsprechen, außer dass man sich zunehmend auf ein „Profiling“ in den sozialen Medien stützt.

Israel hat sehr spezifische Vorstellungen, was von dem, was in sozialen Medien gesagt wird, eine terroristische Sache zu sein scheint, und es überrascht nicht, dass das oft parallel zu der Tatsache verläuft, dass man ein einfacher palästinensischer Bürger ist. Das reicht dann aus, um Menschen mit einem oder mehreren Anhaltungsbescheiden im Gefängnis verschwinden zu lassen.

Wenn jemand zum Beispiel auf Facebook eine Person, auch wenn sie aufgrund natürlicher Ursachen gestorben ist, als „den Martyrertod“ erlitten zu haben erwähnt, was im Arabischen eine allgemein gebräuchliche Redewendung ist, dann wird er in vielen Fällen zur Einvernahme festgenommen, natürlich ohne zu erfahren warum, und nur gelegentlich gibt es offenkundige Fälle, in denen unschuldige Verwirrtheit bei den Antworten ohne einen mindestens viermonatigen Anhaltungsbescheid endete.

Israel sagt, dass das voll und ganz angemessen ist aufgrund der außergewöhnlichen Sicherheitssituation, sowie perfekt legal nach israelischem Recht, da Redefreiheit kein Thema vor den Militärgerichten ist, in denen die unter Okkupation lebenden Palästinenser abgehandelt werden, und viele Gefangene bekommen unter keinen Umständen jemals das Innere eines ordentlichen Gerichts zu sehen.

Es braucht auch sonst nicht viel. Zu erwähnen, dass jemand gestorben ist, ist verdächtig. Sich über die Behandlung durch israelische Streitkräfte zu beschweren ist „Anstiftung,“ und sich über sonst irgend etwas zu beschweren, wird oft als Zeichen betrachtet, dass die betreffende Person potenziell suizidal und demzufolge ein potenzieller Selbstmordattentäter ist.

Tatsächlich verfügt Haaretz über eine Aufnahme einer Einsatzbesprechung, in der ein israelischer Offizier das Einsperren unschuldiger Menschen an sich verteidigte, indem er sagte, dass sie ein palästinensisches Kind bereits so früh verhaften könnten, „dass er noch gar nicht weiß, dass er ein Terrorist ist.“ Palästinenser haben jedenfalls nur selten Grund zu bezweifeln, dass Israel dieses Urteil gegen sie schon vor langer Zeit gefällt hat.

http://antikrieg.com/aktuell/2017_05_29_israel.htm

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„…was in sozialen Medien gesagt wird, eine terroristische Sache zu sein scheint,…“

Ich weise seit Jahren darauf hin, dass diese „sozialen“ Medien nichts anderes sind als Abhör- und Ausforschungsmedien. Sie wollen genau wissen wer was denkt und/oder fühlt. Dies kann auf vielfältige Weise ermittelt werden.
Wer bis jetzt noch nicht allzuviel von sich preisgegeben hat, sollte dies auch tunlichst vermeiden, auch nicht an den vielen Umfragen teilnehmen und wenn, dann nur mit einer falschen Antwort.

„Was der Gegner nicht weiß, macht ihn ganz heiß.“

Vorsicht also, Feind liest mit.

Das muss jetzt nicht direkt zu Verhaftungen etc. führen, da haben wir noch ein Stück des Weges zu gehen. Was aber nicht unwichtig ist, vielleicht das Allerwichtigste, ist, die Gegenseite weiß was die Opposition denkt, wie stark sie ist und wie sie den Propagandamedien agieren und reagieren muss, um „gefährliche“ Meinungen und Faktenbewertungen zu entkräften.
Teile der Opposition sind dann immer ganz verwundet, wieso denn Otto Normalverbraucher für deren Argumente nicht mehr empfänglich ist. In Wirklichkeit aber lieferte die Opposition selbst die Gegenargumente bzw. die Grundlage dafür.

Wir können nur überraschen und überraschen können wir nur, wenn sie die Lage falsch einschätzen. Täuschen, tarnen und verwirren, werden wir politische Partisanen.

Hier mehr über die Ausspähung im Internet.

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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