Zum Kalenderblatt 14. Mai/Weidemond: Todestag von Heinz Guderian

Guderian - Revolutionär der Strategie.

Vorwort

Es mag altmodisch anmuten, in einem Zeitalter, in dem gerade für uns Deutsche jegliche sachliche Befassung mit dem Krieg als nationaler Selbstmord gesehen wird, sich mit dem Leben und Wirken eines Soldaten zu befassen, eines deutschen Soldaten, der nicht nur Verschwörerkreis gegen Hitler fernblieb, sondern durch seine glänzenden Siege die Hochachtung der Welt vor deutschen Waffentaten erzwang.

In dieser Schrift geht es mir weniger um die Aufzählung der Ruhmestaten Guderians, um seine einmalige Führungskunst als begnadeter und tapferer Truppenführer, auch nicht um eine Huldigung seiner revolutionären Schöpferkraft auf technischem und organisatorischem Gebiet, sondern vor allem um seine herausragenden charakterlichen Eigenschaften.

Gerade in unserer durch Feigheit, Verantwortungslosigkeit und bequeme „Anpassung“ geprägten Zeit kann Guderian als beispielhaftes Vorbild für echt deutsche Tugenden gelten: Für Gradheit, männliche Standhaftigkeit, wo es um Selbstbehauptung und Notwehr geht, und für beharrliches Einstehen für das als richtig Erkannte, allen Anfeindungen und Widerständen zum Trotz!

Es sind diese seine Eigenschaften, vom militärischen auf den politischen Bereich übertragen, die wieder Vorrang gewinnen müssen, um ein Abgleiten Deutschlands in Chaos und nationale Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Nur sie ermöglichen die Selbstfindung unseres Volkes, besonders unserer Jugend, zur Wahrung seiner Existenz in Würde und Freiheit.

Aus Guderians Erinnerungen geht eindeutig hervor, daß er kein Vertreter eines „aggressiven Militarismus“ war. Wie der gesamte deutsche Generalstab war Guderian sich darüber nur zu sehr im klaren, daß der Versuch einer militärischen Lösung nationaler Probleme nicht nur das Risiko der eigener Niederlage in sich trägt; er kann erwiesenermaßen selbst den Sieger in eine Lage versetzen, die im Vergleich zur Ausgangsposition eine deutliche Verschlechterung darstellt – wie am Beispiels Englands zu sehen ist.

Doch muß es nicht aus der Sicht von heute – nach dem Schock einer katastrophalen Niederlage(Entschuldigung: Befreiung!) und in Anbetracht der Tatsache, daß es uns (noch) materiell besser geht als je zuvor, daß wir ohne den verhaßten „preußischen Militarismus“ 50 Jahre in Frieden leben durften, daß uns die Welt offen steht und wir (bislang) alles, was das Herz begehrt, importieren können und daß der deutsche Export (noch) nahezu Spitzenstellung in der Welt einnimmt – so aussehen, als wäre es Deutschland gewesen, das vor 1914 und 1939 die Kriegstrommel rührte, um seine friedlichen Nachbarn zu überfallen?

Der Schein trügt. Denn die „wohlwollende“ Gönnerschaft unserer heutigen „Freunde“ war vor den beiden Weltkriegen keineswegs, nicht einmal als fromme Tarnung, gegeben. Die Weltmeere wurden von der englischen Flotte beherrscht, der „Freihandel“ eifersüchtig von England in seinem Sinne überwacht. Ein Drittel der Erde gehörte zum englischen Weltreich, weitere Riesengebiete wurden von Frankreich, Belgien und Holland kontrolliert, während das deutsche Volk, von mächtigen Nachbarn umgeben, auf engstem Raum zusammengedrängt war. England sowie seine Verbündeten scheuten nicht davor zurück, aus Wirtschaftsneid das unter Bismarck neuerstandene und aufstrebende Deutsche Reich von ihren Absatzmärkten fernzuhalten und wirtschaftlich zu drosseln. Eine starke deutsche Wehr war nicht „Lust zum Kriegspielen“, sondern zum Schutz des Landes bittere Notwendigkeit, sie war Notwehr!1

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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