Zum Kalenderblatt 1. Mai/Weidemond: Deutscher Monatsname Weide-/Wonnemond

Der Monat bezeichnet die Zeit des Weidens (eigentlich Winnemond), später fälschlicherweise mit dem Wort Wonne in Verbindung gebracht und als Zeit der Freude und der Lust verstanden. Mai hingegen leitet sich von Iupiter Maius, dem Wachstum bringenden Gott, ab.

Im Althochdeutschen sind die Wörter „winnemanod“ und „wunnimanod“ belegt. „winne“ bedeutet hier „weiden“. Damit ist die Zeit gemeint, in der die Tiere wieder auf die Weideplätze gebracht werden bzw. in der die Germanen Plätze für ihre Tiere zum Weiden suchten. Die Silbe „wunni“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Wonne“. So wurde das Wort „winne“ durch „wonne“ im 16. Jahrhundert ersetzt und willkürlich als Wonnemonat, als „Monat der Freude“, und nicht als „Weidemonat“ verstanden. Das Wort MAI als Monatsname (mittelhochdeutsch: meie, althochdeutsch = meio) hat romanische Wurzeln bzw. Entsprechungen MAIUS = MONAT = MAI. Italienisch = MAGGIO und Französisch = MAI, Monat = lateinisch: MENSIS. Hiervon abgeleitet auch die Wörter MENSA, MENSTRUATION. Im Italienischen hatte dieser Monat Mai den Sinn „Beschützer des Wachstums“.

Das gemeingermanische Eigenschaftswort aus dem Mittelhochdeutschen JUNG heißt JUNE. Althochdeutsch = JUNG, Gotisch = JUGGS, englisch = YOUNG; schwedisch = UNG. All diese Wörter haben einen gemeinsamen indogermanischen Stamm = JUUEN. Altindisch = YUVAN und lateinisch = IUVEVNIS = JUNGER – daraus die Komperativbildung = JÜNGER später daraus = JUNIOR – noch später = JUGEND. Aus der substantivierten Form von JUNG wurde dann der JUNGE, im Gegensatz zum Alten. Der Wonnemonat Mai hat mit dem allen nichts zu tun![1]

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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