Zur Erinnerung an die Geschichte Brandenburgs- Preußen am Niederrhein

Das entscheidende Jahr ist 1609: Der letzte Regent des Herzogtums Kleve-Jülich-Berg, Johann Wihelm ist ohne Nachkommen gestorben. Sein Fürstentum wurde anschließend aufgeteilt: Kleve-Mark und das ostwestfälische Ravensberg gingen an den Kurfürsten von Brandenburg. Nur wenige Jahre später fiel ihm aus klevischen Erbansprüchen auch das Herzogtum Preußen zu. Ab dem Jahr 1648 gehörte auch das Fürstentum Minden zu Preußen. Ein Leitthema der weiteren Beziehungen zwischen Ost und West innerhalb Preußens ist damit angeschlagen: „Bei allen grundlegenden Entwicklungen für Preußens Aufstieg sind die altpreußischen Gebiete in NRW entscheidend mitbeteiligt. Oft waren sie Vorreiter der Modernisierung und Kleve war das Tor zur Welt für Brandenburg. Es war wohl der am Niederrhein wehende Geist des Calvinismus gewesen, der Preußens Staat und Gesellschaft von den Fesseln des Spätmittelalters befreit habe. So half der Westen mit, Preußen zu erneuern.

Im Film zu sehen:

Erinnerung an Kurfürst Friedrich Wilhelm (Brandenburg)

An der Klever Schwanenburg erhebt sich ein mächtiges Reiterdenkmal: Hier reitet der Große Kurfürst persönlich (1620 bis 1688). Ab dem Jahre 1640 war Friedrich Wilhlem I. bis zu seinem Tode 1688 Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen aus dem Haus Hohenzollern. Er trug den Beinamen Großer Kurfürst ab 1675. Zur Feier der 300jährigen Verbindung des Herzogtums Kleve mit Brandenburg-Preußen (1609 bis 1909) kam sogar Kaiser Wilhelm II. in die Schwanenstadt und enthüllte das Denkmal. Dieses befand sich damals auf dem Kleinen Markt.

Zur Erinnerung an Kurfürstin Luise Henriette (Brandenburg)

Die Statue der Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg, Prinzessin von Oranien, älteste Tochter des Generalstatthalters der Niederlande, Friedrich Heinrich von Oranien und letzte oranische Erbin der Grafenstadt Moers und der Grafschaft, „Stammmutter der preußischen Könige“, wurde von Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Es ist ein Geschenk des Kaisers an die Stadt. Eingeweiht wurde es am 20. Juni 1904. In den Sockel eingelassen wurden die stolzen Worte: “Geschenk Kaiser Wilhelms II. an die getreue Grafschaft Meurs.“
Die Grafschaft Moers gehörte zur Aussteuer von Luise Henriette, denn die Grafschaft Moers war eine der Besitzungen ihres Vaters Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau. Für den Fall des Aussterbens der Oranier im Mannesstamm bekam Brandenburg durch die Heirat einen Erbanspruch. In der oranischen Prinzessin verkörpert sich somit die Verbindung Brandenburg–Preußen mit Moers; der Übergang von Moers an Brandenburg erfolgte aufgrund ihres Ehevertrages mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Ihr Sohn, König Friedrich I. von Preußen, machte später seine Erbansprüche gegen die starke Festung Moers geltend. So kam 1702 Moers zu Preußen.

Die Zitadelle in Wesel

Im Jahre 1687 befahl Friedrich Wilhelm von Brandenburg den Bau einer Zitadelle zum Ausbau Wesels als Festungsstadt. Sie sollte im Süden der Stadt mit Anbindung an die bestehende Stadtbefestigung errichtet und mit fünf Bastionen und fünf Ravelins, die dazu noch zurückliegende Flanken erhielten, ausgestattet werden. Das Haupttor der Zitadelle wurde 1718 errichtet. Vermutlich bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Zitadelle auf ihrer Süd- und Ostseite mit ausgedehnten Werken verstärkt. In der Zeit ihrer Besatzung von 1805 bis 1814 errichteten die Franzosen in der Zitadelle ein zweigeschossiges Ziegelsteingebäude ohne Unterkellerung, das noch heute Bestand hat: die ehemalige Kaserne VIII.

Zur Erinnerung an König Friedrich I. (Preußen)

Der Preußenkönig steht in herrscherlicher Pose, geschmückt mit Allongeperücke und Dreispitz, den Marschallstab in die Seite gestützt. An dieser historischen Stelle des Neumarktes „huldigte die getreue Grafschaft ihrem geliebten Kaiser und Fürsten“, wie es in der Inschrift des Denkmals heißt. Die Einweihung des Kurfürstendenkmals fand in Gegenwart des deutschen Kaisers Wilhelm II. und der Kaiserin Auguste Viktoria statt.

Klever Tor Fries in Wesel

Das Klever Tor stand – aus heutiger Sicht – hinter dem Rathaus vor der Fluthgrafstraße. Über dem Durchlass war auf der Stadtseite der Fries angebracht. Dieser war 1700 von einem unbekannten Künstler erstellt worden und zeigt eine Verherrlichung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III., der das Kunstwerk auch in Auftrag gab.

Das Berliner Tor in Wesel

Das Berliner Tor in Wesel ist ein Bestandteil der Festung Wesel und wurde vom Festungs- und Hofbaumeister Jean de Bodt 1718 bis 1722 erbaut. Die lateinische Inschrift auf dem Sims lautet: Die Befestigung der Stadt und der Zitadelle, welche von dem Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm angefangen und von Friedrich, dem ersten Könige von Preußen, erweitert worden, hat König Friedrich Wilhelm von Preußen, ein Sohn Friedrichs I und ein Enkel Friedrich Wilhelms, auf eine so freigebige als einem Könige wohlanständige Art vollendet. 1722.

Filmaufnahmen von Heimatbilder

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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