Woanders gelesen: Wie ein dritter Koreakrieg aussehen würde

Eric S. Margolis

Der immer schärfer werdende Krieg der Worte zwischen Nordkorea, den Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliertem Südkorea könnte einen größeren Konflikt entzünden. Der wahrscheinliche Auslöser wäre ein Zusammenstoß auf See, in der Luft oder entlang der entmilitarisierten Zone (DMZ), die die beiden Koreas trennt.

Wie würde ein Krieg in Korea aussehen?

Fürs erste ist ein atomarer Konflikt unwahrscheinlich. Es wird angenommen, dass Nordkorea keine atomaren Mittelstrecken- oder Langstrecken besitzt, ganz sicher keine, die Nordamerika erreichen könnten. Nordkorea könnte imstande sein, Südkorea mit einer Atomwaffe zu treffen. In diesem Fall jedoch würden die Vereinigten Staaten von Amerika Nordkorea von der Landkarte fegen.

Nordkoreas militärische Strategie wäre ein Überraschungsangriff gegen den Süden, um Seoul und Inchon zu besetzen. Die lebenswichtigen Luftwaffenstützpunkte der Vereinigten Staaten von Amerika in Osan und Kunsan und acht südkoreanische Luftwaffenbasen wären die vorrangigen Ziele.

Die 88.000 Spezialsoldaten der Eliteeinheiten Nordkoreas sind darauf vorbereitet, diese Luftwaffenbasen anzugreifen und zu neutralisieren, wie auch Hauptquartiere, Kommunikationsknoten und Munitionsdepots der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Korea (ROK).

Sperrfeuer mit nordkoreanischen konventionellen Raketen würden diese Basen und Kommandozentralen treffen, möglicherweise sind diese mit chemischen Sprengköpfen bestückt.

Spezielle nordkoreanische Amphibieneinheiten würden landen und diese Ziele vom Meer aus angreifen. Nordkorea verfügt über 300 alte AN-2-Doppeldecker aus der Sowjetzeit, von denen jeder zehn Kommandosoldaten befördern kann. Unsichtbar für Radar, da sie aus Stoffgewebe bestehen und nahe am Boden fliegen, würden die AN-2´s Luftangriffskommandos in die Luftwaffenbasen der Vereinigten Staaten von Amerika und Südkoreas bringen.

Weitere nordkoreanische Spezialtruppen sind darauf ausgerichtet, die Basen der Vereinigten Staaten von Amerika in Okinawa, Japan und weiter entfernte wie Guam anzugreifen, wo die Vereinigten Staaten von Amerika ihr neues THAAD Antikraketensystem installieren.

Nordkorea hat potente Fertigkeiten für die elektronische Kriegsführung entwickelt, die die Kommunikations- und Interneteinrichtungen der Vereinigten Staaten von Amerika/Südkoreas lahmlegen würden.

Mittlerweile könnten 14.000 schwere Kanonen und Raketenbatterien Nordkoreas, eingegraben hinter der entmilitarisierten Zone, Hagelstürme aus Granaten und Raketen auf Positionen der Vereinigten Staaten von Amerika/Südkoreas südlich der DMZ niedergehen lassen. Nordkoreas 170mm-Geschütze und 240mm-Raketen haben eine Reichweite von 50 bzw. 45km. Große Teile Seouls würden schwer beschädigt.

Nordkorea hat ungefähr 700.000 Soldaten innerhalb 150km von der DMZ, 400.000 weitere gestaffelt nördlich im Hinterland. Diese Divisionen würden sich ihren Weg nach Süden erkämpfen durch Südkoreas „Maginot-Linie,“ sieben parallele Linien von Panzergräben, Minenfeldern und hohen Erdwällen, die mit Panzern besetzt sind (Südkorea bestreitet deren Existenz, aber ich habe sie gesehen).

Ungeachtet intensiver Luftangriffe durch die Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea könnte die nordkoreanische Offensive wahrscheinlich zumindest bis südlich von Seoul vorstoßen, etwa eine Stunde Fahrt von der DMZ entfernt.

Die Racheaktion der Vereinigten Staaten von Amerika würde grausam sein. Kriegsflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika und Südkoreas würden schnell die Lufthoheit über die gesamte Halbinsel erringen. Nordkoreas 70 Luftwaffenbasen würden vernichtet und seine veraltete Luftwaffe schnell neutralisiert. Den nordkoreanischen Kriegsschiffen würde ein ähnliches Schicksal bevorstehen. Kriegsflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika würden Nordkoreas Kommando- und Kontrollzentralen, Kommunikation, Eisenbahnlinien, Brücken und Fabriken verwüsten, soweit sie nicht unterirdisch angelegt sind.

Im Krieg gegen Korea 1950-53 ebneten schwere B-29 Bomber der Vereinigten Staaten von Amerika Nordkorea buchstäblich ein. Deswegen reagierte Nordkorea so wütend , als schwere B-52 Bomber und B-2 Tarnkappenbomber im letzten Monat seine Grenze streiften und dadurch die letzte Krise auslösten. Der B-2 kann die fürchterliche ‚MOAB’ 15t-Bombe, bekannt als „die Mutter aller Bomben“ transportieren, die dazu konstruiert ist, tief unterirdisch liegende Kommandozentralen (sprich Kim Jon-uns Bunker) und unterirdische Atomanlagen zu zerstören.

Seit den 1950ern haben die Nordkoreaner einen großen Teil ihres militärisch-industriellen Komplexes unterirdisch angelegt und bilden ihre Bodentruppen in Taktiken aus, die auf kleinen, abseits der Straßen operierenden Einheiten basieren. Der Norden verfügt auch über eine Miliz von 1,6 Millionen Menschen, die Schlüsselpositionen und Fabriken verteidigen.

Wenn die Vereinigten Staaten von Amerika keine taktischen Atomwaffen einsetzen, werden sie sich schwer tun, Nordkorea zu besiegen. Abgesehen davon stecken Boden- und Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika bis zum Hals in Afghanistan und im Mittleren Osten fest, ihre Ausrüstung ist verschlissen und das Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika hat kein Geld.

Das Pentagon schätzte, eine umfassende Invasion Nordkoreas könnte 250.000 amerikanische Opfer fordern. Kurz gesagt, das wäre ein richtiger Krieg, nicht die netten kleinen Polizeiaktionen, die die Vereinigten Staaten von Amerika über Afghanistan, Irak und Somalia entfesselt haben.

http://antikrieg.com/aktuell/2017_04_12_wieein.htm

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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