Woanders gelesen: Fakenews – auch in der Medizin

Ich bin inzwischen aus dem aktiven Stand der Mediziner ausgeschieden und genieße es, nun nicht mehr auf jeden „Sch…“ – in jedem Sinn des Wortes – von Patienten, Nachbarn, Gelegenheitsbekannten usw. eingehen zu müssen. Ich bin froh, keine Ratschläge, Beratungen, Therapiepläne mehr geben zu müssen und brauche wie einst als medizinischer Lehrer keine „Curricula“ mehr erstellen. Aber man bleibt ja angeblich Arzt lebenslang! Da will man auf dem Laufenden bleiben, seine grauen Zellen füttern und sich weiter über neueste Erkenntnisse, sprich Forschungsergebnisse aus der Medizin informieren.

Besonders beliebt scheinen in der allgemeinen medizinischen Publizistik solche Themen – ob es sich um Fachblätter für den Allgemeinmediziner oder um die „Apotheken Umschau“ für den sich bildenden Krankheitsanwärter handelt – mittels derer man auf eine Verhaltensänderung durch Erzeugung eines schlechten Gewissens bei dem angeblich Gesunden hinwirken möchte. Das passt trefflich zur Denkart unserer volksaufklärenden Eliten in Wissenschaft, Politik und den (Nanny-)Medien.

Da kam mir nun durch einen medizinischen „Newsletter“ wieder mal der Bericht über eine „Spitzenleistung“ der medizinischen Forschung auf den Tisch mit der reißerischen Überschrift: „Mamma, ich habe gesündigt“ .

„Frauen, die sich in jüngeren Jahren ungesund ernähren, haben ein höheres prämenopausales Brustkrebsrisiko, so die Ergebnisse der Nurses Health Study II. Dabei steigt das Risiko sogar erneut, wenn die Fehlernährung im jungen Erwachsenenalter über die Jugendzeit hinaus anhält.“

heißt es da und man bezieht sich auf einen Artikel im „Cancer research“.
Fazit für die Schreiberlinge aus dessen Lektüre:

„Eine überwiegend ungesunde Ernährung – geprägt durch wenig Gemüse, reichlich Softdrinks, raffiniertes Mehl, rotes Fleisch und Fleischprodukte – wird nicht selten von erhöhten Entzündungsmarkern im Blut begleitet. Diese ernährungsbedingten Entzündungen können wiederum einen möglichen Anlass geben, dass ein prämenopausales Mammakarzinom (= Brustkrebs vor den Wechseljahren – d. Red.) entsteht.“

Studiert man den Artikel mit offenen Sinnen, erkennt man bald, dass es sich hier einmal mehr um mittels Statistik betriebene Kolportage handelt.

Schon vor einiger Zeit erhielt ich aus gleicher Quelle ein Exzerpt einer ähnlich minderwertigen Studie mit appellativem Charakter: „Toleranter dank Tofu“. Da wollte man Glauben machen, dass Vegetarier, toleranter seien, dass Fleischesser eher zu Vorurteilen und autoritären Strukturen (!) neigen als Vegetarier und Veganer. Auch das wurde mit statistischen Befunden „belegt“.

Es wird nicht erst seit neuestem beklagt, dass fast 80% der Ärzte Statistiken nicht richtig verstehen und lesen können. Damit sind sie leicht zu manipulieren. Besonders funktioniert der „Trick mit dem „relativen Risiko“. Der ist u.a. angewandt worden, um Frauen vom Nutzen der Mammographie zu überzeugen und Männer von Vorsorgeuntersuchungen auf Prostatakrebs. Falsche Informationen haben dazu beigetragen, dass die meisten Europäer den Nutzen der Krebsfrüherkennung um den Faktor 10, 100 oder mehr überschätzen.

Über Jahrzehnte hinweg wurden und werden vor allem Männer mit dem Cholesterin-Tamtam gequält, trotz äußerst fragwürdiger und sich widersprechender Studienergebnisse – und obschon ein viel gelesenes auch medizinisches „Fachblatt“ bereits 1990 textete: „Cholesterin – Freispruch für einen Schurken“.

Um ein „relatives Risiko“ handelt es sich, wenn man mehr als 8 Nürnberger Bratwürste am Tag verschnabuliert: Das Todesrisiko steigt um (beeindruckende) 44%, stellte wiederum „Der Spiegel“ – fußend auf eine amerikanische Studie – fest und machte einen neue Schurkerei aus. Siehe: Morituri de salutantWer viel Wurst isst, stirbt früher

Im Grunde handelt es sich bei fast allen Gesundheitskampagnen um öffentlich geförderten Betrug. Die meisten der von politischer Seite oder den Krankenkassen auf den Weg gebrachten Vorsorgeprogramme und Verhaltensmaßregeln fußen auf unzulänglichen Ergebnissen und (bewußten?) statistischen Fehlinterpretationen. Cui bono? Bei den pathologisch paternalistischen Vorsorgern, vor allem von der grün-totalitären und der St.-Martin-Partei, finden solche Studien natürlich gewiss Gefallen. Und natürlich beim Medizinisch-industriellen Komplex. (Glossar)

Vor fast 30 Jahren erschien das Buch „Torheiten + Trugschlüsse in der Medizin“ von den englischen Medizinern Petr Skrabanek und James McCormick, das leider nicht wieder aufgelegt wurde. Die Autoren schreiben:

Dieses Buch soll dem Irrtum in der Medizin eine Grenze setzen. Nicht die Art Irrtum, der dazu führt, daß das falsche Bein amputiert wird oder daß die „Toten“ in der Leichenhalle wieder zum Leben erwachen. Solche Fehler sind menschlich und unvermeidbar. Die Irrtümer, mit denen wir uns … befassen, sind Irrtümer der Lehrmeinung, systematische Irrtümer, die in Dogmen und allgemein anerkannte Wahrheiten eingegangen sind, Verzerrungen also, die den Weg rationalen Denkens und Forschens versperren. Der Fortschritt in der Wissenschaft und die Vermehrung des Wissens sind davon abhängig, daß Unrat beseitigt und Dogmen und Überzeugungen in Frage gestellt werden…

Skrabanek und McCormick entlarvten unzählige, vor allem der Vorsorge-Mythen.

Die hier erwähnten „Studien“ und populärwissenschaftlichen „Erkenntnisse“ sind solcher Unrat, der leider immer mehr in Massen produziert wird. „Fakenews“!

Nach der zitierten neuesten Risiko-Studie zum Brustkrebs bei jungen Frauen müsste ich eigentlich mit mir und meiner Frau ernsthaft ins Gericht gehen, ob wir uns damals bei der Ernährung unserer drei Töchter mit vorwiegend böhmisch und fränkisch geprägter Küche vielleicht nicht schwer versündigt haben. Aber vielleicht hilft noch ein Hilferuf an St. Cosmas und Damian, unsere Schutzheiligen der Ärzte und Heilpersonen.

http://altmod.de/2017/03/fakenews-auch-in-der-medizin/598/

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Woanders gelesen: Fakenews – auch in der Medizin

  1. KW schreibt:

    Ich sollte als Studienpatient mißbraucht werden, denn ich hatte als Anfang 50 Jährige Lungenembolie im fast aussichtslosen Zustand, weil der mich untersuchende Professor zu dem ich wegen Luftmangel ging, ddie Krankheit weder erkannt noch behandelt hat. Nach einer Woche war ich dann im UKE in Hamburg. Intensivstation. Man überlegte laut, was mit mir zu machen wäre, Lyse oder aufmeißeln des Brustkorbes. Man entschied sich für die Lyse. Nacdem ich mich mit den Gefahren dieser Behandlung vertraut gemacht hatte, unterschrieb ich abends um 10 den Zettel mit dr Bedingung, daß Prof. .M. persönlich für alle Folgen haften sol. Nächsten Tag schwebte die weiße Wolke in die Intensivstation,und verkündete nach Blutabnahme, daß sich das Blutbild so gebessert hätte, daß die Lyse nicht erforderlich wäre. Scnell wurde ich dann auch verlegt. Im Zuge de rKrankheit wurde ich auch auf die Gyn. Abteilung gekarrt, die Krankenakte in der Hand. Ich sah, daß ich zum Kettenraucher mutiert war, statt 5-6 Zigaretten 15-16 geraucht hätte. Ich wies dann mehrmals auf den Fehler hn, es blieb stehen bis zu meiner Entlassung.
    Ich ging anschließend zu einem anderen Professor. er stellte folgendes fest: Ich sei keine typische Emboliepatientin: zu jung, zu schlank, zu beweglich. Also wurde ich auf den Kopf gestellt nach Krebsherden im Körper. Keine. Ich nehme an, die wollten einen Punkt für ihre Erfolgskurve mit Lysepatienten. Da mein Zustand recht gut war, hätte ich diei Lyse schadlos überstanden. Als Kettenraucherin war ich auch der ideale Emboiepatient Später hatte ich selbst herausgefunden was die Ursache war. Ich hatte übr Monate Menstroatinsprobleme, mein But weist erblich höhere Gerinnungswerte auf, hatte ich feststellen lassen. Aber auch nur, weil mein Arzt das ausdücklich gefordert hatte, sonst mache man das nicht, weil ich schon so alt wäre. ANFANG 50 zu alt. Ich gehe nun gar nicht mehr zum Arzt, hatte damals gleich unter Narkose alle Zähne machen lassen. Ärzte meide ich, weil im Wartezimmer neuerdings Merkels Gäste sitzen und man sich etwas holt, was man noch nicht hatte. Dieses Land ist so kaputt und verkommen, daß man gar nichts mehr trauen kann, schon gar keinerStudie..

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Servus Kersti, ich war auch misstrauisch gegen Ärzte. Nur vor einigen Jahren hätte mich dieses Misstrauen bald das Leben gekostet.
      Sicherlich gibt es auch in dieser Zunft solche und solcherne. Mein alter Hausarzt ging in Pension und einer neuer kam nach. Mittlerweile sind wir per Du und politisieren dass sich die Balken biegen. Ein Arzbesuch schaut dann so aus, 3 Minuten für mich, wenn´s hoch kommt, 15 Minuten Innen- oder Weltpolitik und wir sind gar nicht weit auseinander. Also auch dieser Berufsstand hat seine guten Leute.
      Gruß
      Gerd

      • KW schreibt:

        Die Spaltung geht durch alle Schichten. Ein Arzt kam auch schon zum Stammtisch (zu dem werde ich gehen, wenn ich mal was haben sollte), auch ein Apotheker, beide Jäger. Die haben auch paar Sachen von Verfolgung und Kontrollen erzählt Nun kommen sie nicht mehr. Ich weiß selber auch nicht, ob ich das noch weiterführen soll. Mich überfällt tiefe Resignation. Die Gesellschaft steht auf dem Kopf und niemand findet sich, der sie wieder auf die Füße stellt..Ich selber versuche,dagegen anzuleben, meine Tochter auch aber der Rest? Die merken auch nicht die stillen Botschaften der Dunkelmacht. Gestern bei den Chefköchen: Einer trägt ein Obertell mit: Keine Chance den Nazis, dann kam einer der Herrenmenschen (mein Mann erkennt sie optisch noch aus früheren Zeiten in Rußland, wo sie mehr als unbeliebt waren) und erklärte uns die Welt, denn durch sein Netz an Verbindungen könne er durch Essenbringen (das englische Wort verkneife ich mir) ein Schweinegeld verdienen. Wieder wird an die menschliche Faulheit appelliert und man geht darauf ein. Und sie verdienen, wie zu allen Zeiten. Aber nur, weil der Rest der Menschen mitrennt, ob bei den Beatels oder der Kunst, die keine ist. Mit unserer Hilfe liegt nun alles am Boden, kein Bereich wurde verschont, wohin man blickt, liegen (geistige) Trümmer. So, jetzt gehe ich raus mit dem Hund, die Natur kümmert das alles nicht, die ist, wo noch keine Windräder stehen, intakt. Aber auch das Teufelszeug verbreitet sich mit Geld. Den Bauern werden pro Vogelfallbeil 60 000 Euro im Jahr geboten. Da sie finanziell geknebelt werden, nehmen sie es an.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Lass den Kopf nicht hängen Kersti. Wenn´s ganz schlimm kommt, denk an Götz von Berlichingen und soll Dir die Welt halt den Buckel runterrutschen.
        Nimm nicht alles so tragisch und ernst, davon wird´s auch nicht besser. Lebe Dein leben, so gut und zufrieden Du nur kannst. Manche Dinge kann man vielleicht gar nicht ändern und die Welt hat schon mehr überstanden als die paar Jahre Parteienherrschaft.

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