Zum Kalenderblatt 17. März/Lenzing: Proklamation vom 17. März 1813 wird zum Fanal nationaler Erhebung

Nach der Niederlage Preußens begannen aber auch langsam Reformen in Preußen zu beginnen. Diese Reformen führte Freiherr von Stein durch. Im Juni 1807 legte Freiherr von Stein in seiner Nassauer Denkschrift seine Gedanken zu diesen Reformen nieder.

„Altpreußen ist tot, das neue Preußen muß den Staatsbürger wecken, es muß den Gemeinden die Selbstverwaltung geben, es muß eine einheitliche Zentralverwaltung durchführen, es muß die Reichsstände auf den geschichtlich entwickelten Provinzialständen aufbauen.“

Auch sein Nachfolger Hardenberg entwickelte Preußen weiter zu einem sehr fortschrittlichen Staat. Die Leibeigenschaft wurde abgeschafft, Freizügigkeit und Judenemanzipation eingeführt. Wilhelm von Humboldt begann in diesem Zeitraum als Kultusminister zu wirken. So wurde 1809 die Berliner Universität gegründet. Fichte, ein Philosoph, der an der Berliner Universität lehrte, prangerte in seinen Reden an die deutsche Nation die französische Besatzung an und forderte ein geistiges Selbstbewußtsein des Deutschtums.

Auch militärisch wurde Preußen verändert. Der Weg des Volksheeres wurde unter der Leitung von Scharnhorst und Gneisenau beschritten. Die Kluft zwischen Offizier und Mann wurde verkleinert, entehrende Strafen abgeschafft, die Adelsprivilegien wurden vom Grundsatz her beseitigt. (Real blieben sie aber bestehen)

Nachdem Napoleon 1812/12 den Großteil seines Heeres im Rußlandfeldzug verloren hatte, erhob sich auch Preußen. Den Anfang machte General von Yorck mit der Konvention von Tauroggen, durch das die Preußischen Korps neutralisiert wurden und damit Yorck gegen das Bündnis Preußens mit Frankreich verstieß. Stein berief die Stände ein und setzte die Einrichtung einer Landwehr durch, damit war der Bruch mit Frankreich unvermeidlich, da der Friede von Tilsit Preußen nur eine begrenzte militärische Stärke zubilligte. Überall begann das Volk sich jetzt gegen die Franzosen zu erheben. Besonders die studierende Jugend schloß sich diesem Volksaufstand an.

Der König von Preußen war diesem Volksaufstand anfangs nicht sehr wohlgesonnen. Erst als sich der Volksaufstand immer weiter ausbreitete, fuhr der König nach Breslau schloß dort das Schutz- und Trutzbündnis mit Rußland und erließ am 17. März 1813 den Aufruf „An mein Volk“ zum Gedächtnis an die „eiserne Zeit“, als Anerkennung, für Standhaftigkeit und hohen Mut, als Anerkennung an den „großen Kampf für Freiheit und Selbständigkeit“ stiftete er außerdem das Eiserne Kreuz.

Die Rheinbundstaaten blieben dem französischen Kaiser einstweilen treu. Erst die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16.-19. Oktober 1813 entschied die Entfernung der Franzosen aus Deutschland. Nun fielen auch die Rheinbündler ab, sicherten sich aber wohlweislich die Erhaltung ihres Besitzstandes oder angemessenen Ersatz in der Bündnisverträgen mit der Koalition ab. Damit war eine Neuordnung Deutschlands im nationalen Interesse auch nach dem Zusammenbruch Napoleons vorerst ausgeschlossen.

An mein Volk

Advertisements

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Kalenderblatt, Video abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.