Hier steht´s geschrieben? Meine Interpretation des Inhaltes

Gestern stellte ich die Frage „Wo steht´s geschrieben?“

Heute will ich die Frage beantworten. Es steht im Grundsatzprogramm der AfD geschrieben. Leider bekam ich keine Antworten auf meine Frage, es wäre interessant gewesen.

Ich kenne einige Menschen die mit dem Zustand unseres Landes sehr, sehr unzufrieden sind und gar dessen Untergang befürchten. Viele dieser Leute halten die AfD für eine echte Alternative oder zumindest für einen Stolperstein über den das System der Antideutschen stolpern könnte und sich der Untergang zumindest verzögern ließe, bis dann wie Phoenix aus der Asche der Retter emporsteigen wird/kann.
So die Hoffnung. Nietzsche beschrieb die Hoffnung als das größte Übel in der Büchse der Pandora. Da hatte er nicht ganz unrecht.

Nun aber zu meiner Interpretation des Textes und Kommentaren/Fragestelllungen die sich daraus ergeben. Vielleicht gibt es andere, dann könnt ihr diese ja im Kommentarbereich niederschreiben.

Es beginnt mit einer Behauptung und zugleich einem Bekenntnis, die Mitgliedschaft der BRD in der NATO betreffend.
Wieso die Mitgliedschaft den Interessen Deutschlands, gemeint ist damit immer die BRD, entsprechen sollte, wird nicht angeführt. Das wäre aber wichtig.

Die AfD will also weiterhin eine Bevormundung und Einbindung bundesdeutscher Streitkräfte in ein internationales Bündnis unter Führung der USA, der Macht die auf diesem Planeten einen Angriffskrieg nach dem anderen führt und somit der Bündnisfall immer gegeben ist. Irgendwer greift diesen Aggressor immer an und wenn dies nur durch gelenkte Provokationen stattfindet oder dies durch Lügen- und Schauermärchen erfunden wird. Das Imperium wird immer bedroht, je größer und mächtiger, umso größer die Zahl der Feinde und potentiellen „Angreifer“.
Die AfD will den „europäischen Teil“ deutlich stärken, also irgendwie alle Bündnispartner unseres Kontinents.
Was bedeutet diese Stärkung? Wie wollen sie diese stärken?
Vor wem soll uns dieses „Verteidigungsbündnis“ schützen?
Bedroht dieses Bündnis nicht viel mehr als es vorgibt zu verteidigen und zwar nicht erst seit heute, gestern oder vorgestern, sondern seit dessen Gründung?  Meiner Meinung nach war dieses Bündnis vom Tag seiner Gründung an ein Bündnis der Drohung und des Angriffes. Begriffe wie Vorneverteidigung zeigen den offensiven Charakter des Bündnisses. Als Antwort auf die Gründung der NATO wurde der Warschauer Pakt gegründet. Also der Gegner erst geschaffen, mit dessen Hilfe der europäische Kontinent gespalten wurde.
Dieser kriegerischen und aggressiven Organisation soll die BRD also lt. den programmatischen Grundsätzen der AfD weiterhin angehören. Richtiger wäre es die Neutralität der BRD einzufordern.

Anschluss an die operativen und strategischen Erfordernisse wollen sie bekommen und nicht nur die Landesverteidigung sondern auch die Bündnisverteidigung und Krisenvorsorge soll gestärkt werden.
Mit operativen und strategischen Erfordernisse dürften wohl weltweite Einsätze im Kampf gegen den sog. Terror gemeint sein. Bündnisverteidigung bedeutet im konkreten Fall Hilfe für die USA und die Türkei im Angriffskrieg gegen Syrien. Der Aufbau einer Drohkulisse an der russischen Grenze gegen ein Land mit dem wir keinen Meter gemeinsame Grenze haben und von dem sicher keine Bedrohung der BRD oder eines seiner Nachbarländer ausgeht. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus.
Krisenvorsorge. Welche Krisen sind gemeint? Hochwasser, Erdbeben etc. oder sind z. B. politische Krisen gemeint?

Die Bundesrepublik soll durch die Stärkung der Buwe mehr Einfluss und Gestaltungsmacht bekommen. Also wird die Buwe damit ein militärisches Druckmittel.  Die NATO soll auch gleich noch reformiert werden, wahrscheinlich wenn mittels der  Buwe genügend Gestaltungsmacht ausgeübt werden kann. Einfluss auf die europäischen Partnerstaaten will die AfD auch gleich noch ausüben. Wieso auch nicht, wenn man schon mal in Schwung ist.

Was ich  mir gewünscht hätte und das wäre dann, zumindest in diesem Bereich, eine echte Alternative.
Wenn geschrieben stünde, die Bundeswehr darf gegen äußere Feinde nur zur Verteidigung der eigenen Landesgrenzen eingesetzt werden.

Die NATO ist ein Relikt des Kalten Krieges, dieser ist beendet, das gegnerische Verteidigungsbündnis würde aufgelöst, also ist es längst an der Zeit auch diese NATO aufzulösen bzw. aus ihr auszutreten.

Ich habe mir das ganze Grundsatzprogramm wieder einmal durchgelesen. Einige Punkte finden sich darin die ich unterstützen kann. Eine Alternative kann ich nicht erkennen. Was ich aber erkennen kann, ist ein umfassendes Programm das alle Lebensbereiche der Menschen in diesem Land und auch in anderen regeln soll.
Das Programm umfasst 96 Seiten. Ganz schön viel, wie schauen da wohl die zukünftig noch auszuarbeitenden Gesetze und Regulierungen aus? Auf einem Bierdeckel hat da sicher nichts Platz, eher schon in Regalen voller Aktenordner.
Viele Punkte hätten gar nicht erörtert werden müssen, da hätte es einfach gereicht, hätte man geschrieben: „Dies liegt im Ermessen und der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen“. Das steht aber nicht geschrieben, sondern eine sehr, sehr umfangreiche Auflistung dessen, wie sich die AfD unser Leben vorstellt und wie sie dieses regeln würde.

Wenn man die heutige Opposition in unserem Land betrachtet, dann formiert sie sich zumeist im Umfeld der einen oder anderen Partei. Wenn eine Partei Erfolg hat, stellt man sich hinter sie und glaubt diese Partei würde die eigenen Vorstellungen nach einer oder mehreren siegreichen Wahlen umsetzen. Das Prinzip Hoffnung steht an vorderster Stelle, den entscheidenden Schritt, sich loszulösen macht man allerdings nicht. Ganz im Gegenteil man verbindet sich immer mehr mit dem System, das man eigentlich ablehnt, kämpft mit den Waffen die das System zur Verfügung stellt und denkt man könnte so siegen. Tja, da wäre das System aber schön blöd.
Ich behaupte bestenfalls können Scheinsiege errrungen werden.

Eine Alternative die keine ist, ist eine Scheinalternative und lenkt vom Wesentlichen ab. Oppositionsparteien gab auch schon vor der AfD, teilweise traten diese mit mehr oder weniger Erfolg an. Zarte Pflänzchen der Hoffnung wurden zertreten, die Opposition wurde immer systemkonformer und letztendlich Bestandteil des Systems.
Der Rest muss draussen bleiben und kämpft auf verlorenem Posten innerhalb der Schranken des Systems um ein kümmerliches Leben.

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Hier steht´s geschrieben? Meine Interpretation des Inhaltes

  1. Andy schreibt:

    Hat dies auf Andreas Große rebloggt.

  2. Uranus schreibt:

    Diese Interpretation des Grundsatzprogramms der AfD macht deutlich, worum es sich bei der AfD letztlich handelt: Um eine Partei des noch nicht einmal besonders nationalen Sozialismus. Innerhalb der AfD gibt es Führungspersönlichkeiten wie Björn Höcke, die einen eher nationalen Sozialismus vertreten, und solche wie Frauke Petry oder Alice Weidel, die einen eher anti- bis mittel-nationalen Sozialismus predigen. Sozialismus in der einen oder anderen Form wollen sie alle, weil das Grundsatzprogramm der AfD, wie oben beschrieben, „eine sehr, sehr umfangreiche Auflistung dessen [ist], wie sich die AfD unser Leben vorstellt und wie sie dieses regeln würde.“

    Nun ist aber Sozialismus, egal ob nationaler, anti-nationaler oder mittel-nationaler Sozialismus, so ziemlich das Letzte, was ich mir für das Land wünsche, in dem ich lebe. Zwar habe ich jetzt auch wieder formuliert, was ich mir nicht wünsche, deshalb will ich gleich anfügen, was ich mir stattdessen wünsche und nicht nur wünsche, sondern teilweise in meinem persönlichen Leben bereits praktiziere. Ein Teil dessen, was ich mir wünsche, ist im obigen Text einen Satz zuvor formuliert: „Dies liegt im Ermessen und der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen“. Etwas grundsätzlicher formuliert beschreibt das, was ich mir wünsche, recht gut der kategorische Imperativ des Immanuel Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Oder in volkstümlich: „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu.“ Mancher versteht den Kant’schen Imperativ insofern gerne miß, als er die Ansicht vertritt, damit wolle Kant ja doch wieder allgemeingültige Gesetze formulieren. Eben nicht! Kant bringt damit lediglich zum Ausdruck, ein Einzelner möge bei seinen Überlegungen immer berücksichtigen, welche Auswirkungen auf Andere, also auf die Allgemeinheit, die eigenen Überlegungen und Handlungen haben KÖNNTEN. Die persönliche Freiheit, auch das persönliche Eigentum der anderen Individuen ist immer zu achten und zu respektieren.

    Man kann natürlich darauf warten, bis irgendwelche äußeren Autoritäten die erhofften Verhältnisse schaffen. Da wage ich aber die Behauptung, daß diejenigen, die darauf hoffen, lange warten können. Mich kann jedenfalls niemand davon abhalten, schon heute meinen Mitmenschen die Achtung und die Empathie entgegenzubringen, die ich mir für mich selber wünsche. Das heißt nicht, daß ich nicht auch zu einer gewissen Rücksichtslosigkeit in der Lage wäre, wenn es angebracht ist, z.B. im Fall einer Selbstverteidigung. Natürlich könnte ich ebenfalls über die derzeitigen nationalen und internationalen Zustände ein endloses Lamento anstimmen, was aber solange völlig unglaubwürdig, scheinheilig und absurd wäre, solange ich durch mein tägliches Denken und Handeln genau das System unterstütze, das den Anlaß zu meinem Lamento liefert.

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