Zum Kalenderblatt 8. Januar/Hartung: Schlacht/Gemetzel von Aidenbach – Brauauer Parlament

Die Schlacht von Aidenbach fand am 8. Januar 1706 zwischen ca. 7.000 bayerischen Aufständischen der bayerischen Landesdefension und kaiserlichen Truppen des Habsburgers Joseph I. unter General Georg Friedrich von Kriechbaum statt. Sie war eine der kleineren Schlachten im Rahmen des spanischen Erbfolgekriegs.

Die kaiserlichen Truppen siegten dabei ohne größere eigene Verluste, nachdem die unorganisierten Aufständischen auf dem Schlachtfeld schnell die Flucht ergriffen hatten. Die kaiserlichen Truppen töteten einen Teil der Aufständischen, als diese sich bereits ergeben und die Waffen niedergelegt hatten. Es gab nach heutiger Schätzung etwa 4.000 Gefallene auf bayerischer Seite. Die Schlacht führte zum endgültigen Zusammenbruch des Aufstands gegen Österreich. Am 13. Januar wurde Schärding, am 16. Cham, am 17. Braunau den Kaiserlichen übergeben. Am 18. Januar 1706 kapitulierte schließlich mit Burghausen die letzte Stadt, die sich noch in der Hand der Landesdefension befand.
Quelle: Wikipedia

Hier ein Verweis zu einem Artikel des Kreisheimatpflegers Ludwig Maier, Vilshofen an der Donau:

http://www.aidenbach.de/index.php?id=73

Als Volksschüler besuchten wir das Denkmal im Rahmen des Heimatkundeunterrichts, der alsbald abgeschafft wurde. Wieso wohl?

Hier noch ein Kurzartikel über das Braunauer Parlament, eine ebenfalls wenig bekannte geschichtliche Tatsache, die demselben Vorgang zuzuordnen ist:

14. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Braunauer Parlament“
Adel, Klerus, Bürger, Bauern 1705 – 2005
Braunau am Inn, Stadttheater 23.- 25. September 2005

Braunauer Parlament


Das Braunauer Parlament ist eine Bezeichnung für den Landesdefensionskongreß zu Braunau am Inn im Dezember 1705. Der bayerische Volksaufstand gegen die kaiserliche Besatzung von 1705/06 ist gewöhnlich durch die Sendlinger Mordweihnacht und die Volkssage vom Schmied von Kochel bekannt. Weniger bekannt ist, dass dieser Oberländeraufstand lediglich ein verhältnismäßig kleiner Teil einer großen Volkserhebung war, die weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das östliche Oberbayern beherrscht hat. Die in diesen Landstrichen liegenden Städte und Festungen wurden erobert und der Aufstand der Bauern hat auf den Bayerischen Wald, Teile der Oberpfalz sowie Kelheim an der Donau übergegriffen.

Dieser einzige echte Volksaufstand der bayerischen Geschichte richtete sich gegen eine Fremdherrschaft, die das Land nach der Vertreibung seines Kurfürsten Max Emanuel rücksichtslos ausbeutete. Er organisierte sich als kurbayerische Landesdefension mit großen Heerhaufen und sogar mit einem Parlament das in Braunau tagte und daher auch als Braunauer Parlament bezeichnet wird.

Noch vor der Französischen Revolution, und dem deutschen Frühparlametarismus trafen sich am 21. Dezember 1705 im Stadtquartier des Freiherrn von Paumgarten im Gasthof Breuninger in Braunau am Inn Vertreter der vier Stände Adel, Klerus, Bürger und Bauern.

Direktorium des Braunauer Parlaments

Laut Angaben von Henric L. Wuermeling bildeten folgende sechs Abgeordnete das Direktorium des Kongresses:

Franz Freiherr von Baumgarten (oder Paumgarten) ist als Hausherr Präsident des Parlaments.

Joseph Franz Graf von Aham aus Mauerkirchen.

Johann Baptist von Leyden aus Schärding

Franz Bernhard Freiherr von Prielmayr als Vertreter der Regierung Burghausen.

Freiherr von Widmann als Rentmeister von Burghausen.

Oberst Ludwig Karl Baron d´Ocfort ist als General und Kriegsminister im Direktorium

Georg Sebastian Plinganser muss seine Funktion an d´Ocfort abgeben und wird „Sekretär der Kriegsdirektion und Protokollführer der Landesdefension“.

Als weitere Abgeordnete nennt Wuermeling den Wirt Paulus Hartinger als Vertreter des Magistrats Burghausen, den Seiler Franz Platianer als Vertreter der Burghausener Bürger und den Bauern Nagelstätter. Offizieller Sprecher der Bauern-Fraktion ist Andreas Thanner, ein Kupferschmied aus Braunau.

Beschlüsse des Defensionskongresses zu Braunau

Bauernsöhne, wohl vor allem Hoferben, waren ursprünglich unter den Aufständischen stark vertreten, doch erwiesen sich diese laut Christian Probst als besonders unzuverlässige Landesverteidiger; ihre Väter bestachen die Offiziere, dass sie ihre Söhne nach Hause gehen ließen. Aus diesem Grund beschloss der Kongress am 23. Dezember 1705 unter anderem:

„Und soll sich kein Officierer, er auch sey, Macht und Gewalt nehmen, einen gestelten Mann von seiner Compagnie, wohin er gestellet worden, zu entlassen, damit nicht geschehe, wie man vormahls gethan, daß nemlich die Officierer von denen reichen Bauern-Söhnen das Geld nehmen, die Armen alsdann stehen bleiben.“

http://www.hrb.at/bzt/doc/zgt/b14/wiki/braunauerparlament.htm

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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