Zum Kalenderblatt 6. Januar/Hartung: Geburtstag von Ferdinand von Schill

Name: Ferdinand Baptista von Schill
Jahr: 06.Januar 1776 – 31.Mai 1809
Sonstiges: Am 18.Oktober 1838 legten Stralsunder Bürger an Schills Grab eine Eisentafel mit der (im Original lateinischen) Inschrift: „Großes gewollt zu haben ist groß. Er sank hin durch das Schicksal. Am Gestade liegt der mächtige Rumpf. Ward entrafft auch das Haupt, ist doch der Körper nicht namenlos.“

Klaget nicht, daß ich gefallen,
Lasset mich hinüberziehn,
Zu der Väter Wolkenhallen,
Wo die ew’gen Freuden blühn.

Nur der Freiheit galt mein Streben,
In der Freiheit leb‘ ich nun;
Und vollendet ist mein Leben
Und ich wag‘ es auszuruhn.

Süße Lehnspflicht, Mannestreue,
Alter Zeiten sich’res Licht,
Tauscht‘ ich nimmer um das Neue,
Um die welsche Lehre nicht,

Aber jenen Damm zerbrochen
Hat der Feind, der uns bedräut,
Und ein kühnes Wort gesprochen
Hat die riesenhafte Zeit.

Und im Herzen hat’s geklungen,
In dem Herzen wohnt das Recht:
Stahl, von Männerfaust geschwungen,
Rettet einzig dies Geschlecht.

Haltet darum fest am Hasse,
Kämpfe redlich, deutsches Blut.
„Für die Freiheit eine Gasse!“
Dacht‘ ein Held in Todesmuth.

Freudig bin auch ich gefallen,
Selig schauend ein Gesicht,
Von den Thürmen hört ich’s schallen,
Auf den Bergen schien ein Licht.

Tag des Volkes, du wirst tagen,
Den ich oben feiern will,
Und mein König selbst wird sagen:
Ruh‘ in Frieden, treuer Schill.

Max von Schenkendorf, 1809

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Zum Kalenderblatt 6. Januar/Hartung: Geburtstag von Ferdinand von Schill

  1. Kersti schreibt:

    Ich lebte in Stralsund, ist aber nicht meine Heimatstadt. Ich ging dort zur Schule und hatte meine ersten Freunde, mit denen ich auf irgendeiner Bank im kleinen Park des Schilldenkmals saß. Meine Oma lebte in der Schillstraße gleich rechts hinter dem Kniepertor. Dort war auch die Stelle gekennzeichnet, wo Schill fiel. Glaubt irgendeiner, daß Schill im geschichtsunterricht der DDR irgendeine Rolle spielte? Ich hielt die DDR immer für patriotisch, muß mich aber nun nach einigem Nachdenken berichtigen. Ich wußte rein gar nichts über diesen tapferen Mann. Heute ist es etwas anders, heute steht der Feind im eigenen Land. Eigentlich seit 1945, egal ob in West oder Ost. Statt gemeinsam gegen die Besatzer vorzugehen, verspielten beide Teile viel Zeit im gegenseitigen Geplänkel, Stasi gegen BND, traurig.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Servus Kersti,
      beide deutschen Staaten waren nur ein Werkzeug in den Händen der Sieger. Geblieben ist die BRD, geändert hat sichnur, dass eine Siegermacht aus dem Rennen genommen wurde.
      Der Feind steht natürlich im eigenen Land, aber dieser Feind hätte nicht den Funken einer Chance, würde er nicht von außen gestützt. Dieses Schicksal haben aber nicht nur wir, sondern auch die anderen westlich-demokratisch orientierten Staaten bzw. deren Völker.
      Gruß
      Gerd

      • Kersti schreibt:

        Alles richtig, das Positive: Einem haben die Ereignisse und Literatur die Erkenntnisse über die Hintermänner beschert, die wir vor gut 10 Jahren noch nicht hatten. Und DvB schreibt beim Mannheimer und PI auch etwas Sinnvolleres als vor vielen Jahren bei der CDU. Der Wind dreht sich, nur viel zu langsam.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Dem DvB traue ich nicht übern Weg. Habe vor einiger Zeit auch ein paar Mal was von ihm gelesen.

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