Woanders gelesen: Biden äußert ‚Beileid’ für Zivilisten, die 1999 durch die Bombardierung Serbiens von den Vereinigten Staaten von Amerika getötet wurden

Die Bombenkampagne unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika tötete rund 500 Zivilisten

Jason Ditz

Während eines Besuchs in Belgrad äußerte Vizepräsident Joe Biden heute „Beileid” für die serbischen Zivilisten, die in der von den Vereinigten Staten von Amerika angeführten Bombardierung Serbiens 1999 durch die NATO getötet worden sind, in einem Krieg, der die von den Vereinigten Staaten von Amerika betriebene Abspaltung des Kosovo von Serbien zur Folge hatte.

17Jahre nach dem Überfall verfolgte Bidens Besuch den Zweck, Serbien dazu zu bewegen, die Beziehungen mit dem Kosovo zu normalisieren, wobei es das erste Mal ist, dass ein hochrangiger Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika etwas wie Beileid für die beträchtliche Zahl von Getöteten in der Zivilbevölkerung von sich gab, die der Luftkrieg verursachte.

Obwohl die genauen Zahlen weiterhin heiß umstritten bleiben, berichtete Human Rights Watch 90 bestätigte Vorfälle mit zwischen 489 – 528 getöteten serbischen Zivilisten. Drei chinesische Journalisten wurden getötet, als die Vereinigten Staaten von Amerika die chinesische Botschaft in Belgrad bombardierten. Durch die Bombenangriffe wurde eine große Zahl von Menschen verletzt, die Schätzungen gehen über 10.000 hinaus.

Jugoslawische Regierungsvertreter sagten, dass die Zahl der Toten weit höher liegt als die von Human Rights Watch angegebene, und zwar über 1.200 Getöteten. Die NATO beharrte darauf, dass alle Tötungen „gerechtfertigt“ waren, dass das notwendig war, „um ein großes Übel zu verhindern,“ und dass der Preis viel höher gewesen wäre, hätte man diese Zivilisten nicht getötet.

Bidens Schritt erfolgt gerade ein Jahr, nachdem der NATO-Generalsekretär Belgrad besuchte und in ähnlicher Weise „Bedauern“ über die getöteten Zivilisten äußerte, wobei wie bei Bidens Äußerungen von einer Entschuldigung kaum die Rede sein konnte und Stoltenberg den Krieg als einen „Erfolg“ verteidigte.

Die Anzahl der getöteten Zivilisten blieb eine Quelle der Spannung zwischen der NATO und Serbien, gemeinsam mit den anhaltenden Spannungen an der serbisch-kosovarischen Grenze. Nach der Abspaltung des Kosovo verblieb eine beträchtliche serbische Bevölkerung im Norden des Kosovo, welche die kosovarische Regierung verfolgt und daran gehindert hat, sich frei entlang der Grenze mit Serbien zu bewegen.

Dieser Krieg hat eine große Rolle dabei gespielt, Serbien in einer Zeit neutral zu halten, als der Rest der Region sich der NAZO um den Hals warf. Umfragen haben regelmäßig gezeigt, dass bei den Serben sehr wenig Interesse an einem Beitritt zu der NATO besteht, und das wird wohl als Beweggrund hinter dem plötzlichen Interesse von Regierungsvertretern an einer Wiederannäherung stecken.

http://antikrieg.com/aktuell/2016_08_17_biden.htm

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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