Woanders gelesen: Herr, lass´ Hirn regnen! Eine Wutrede an Walter Borjahns zum Barzahlungsverbot

Werter Herr Walter-Borjahns,

Focus Money berichtet aktuell über Ihre Absicht, ein Barzahlungsverbot für „größere Geldgeschäfte“ vorantreiben zu wollen. Ähnlich wie in Italien, sollen auch für Deutschland bestimmte Grenzen für Bargeschäfte gelten. Nach Ihrer Ansicht sollte diese Grenze bei 2.000 bis 3.000 Euro liegen. Sie begründen diesen hirnverbrannten Unsinn damit, dass hauptsächlich Schwarzgeldgeschäfte bar abgewickelt würden. Der Kauf eines Fernsehers sollte nach Ihrer Meinung mit Bargeld zwar weiterhin möglich sein, der Kauf eines Sportwagens jedoch nicht.

Mit dieser „Meinung“ unterstellen Sie jedem unbescholtenen Menschen, der seinen Sportwagen auch zukünftig noch bar bezahlen will, ein potentieller Steuerhinterzieher, ein Mafioso oder ein Schwarzarbeiter zu sein. Unverschämter geht´s wohl nicht, oder?

Wie kommen Sie eigentlich dazu, gerade die Menschen, die Ihr überflüssiges Dasein mit echter Arbeitsleistung überhaupt erst ermöglichen, so schamlos unter Generalverdacht zu stellen? Sind es nicht eher Sie und Ihre absolut unproduktiven rot-grünen Bundesgenossen, auf die man verstärkt ein Auge haben sollte? Wer es sich in Deutschland auf wessen Kosten wirklich gut gehen lässt, ist doch wohl überdeutlich erkennbar.

Gut, es ist natürlich Ihre Sache, diesen politischen Selbstmord freiwillig und sehenden Auges zu begehen. Ein Verschwender weniger wäre ja schon mal ein guter Anfang. Denn aktuell wird selbst der unbedarfteste Wähler Ihr billiges Manöver schnell durchschauen. Ihre scheinheilige Argumentation ist doch nur ein weiteres und zudem äußerst unwürdiges Manöver, um die Freiheit aller Menschen in unserem Land immer noch ein wenig mehr einzuschränken.

Anstatt endlich der sinnlosen Geldverschwendung in den Parlamenten einen Riegel vorzuschieben, denken Sie nur über weitere Schikanen der Bürger nach.

Dabei geht es Sie eigentlich einen feuchten Kehricht an, für was und wie wir Bürger unser Geld ausgeben. Schlimm genug, dass wir dieses wertlose, beliebig vermehrbare EU-Zwangsgeld, das Sie Euro nennen, überhaupt verwenden müssen. Der Staat, den Sie vertreten, zwingt uns ja sogar per Gesetz dazu. Euro-Bargeld, ich meine diese bunt bedruckten Papierfetzen mit Copyright, ist das einzig legale Zahlungsmittel innerhalb der EU. Und Sie wollen die einzige legale Zahlungsweise im Euroraum allen Ernstes auf läppische 2.000 oder 3.000 Euro einschränken?

Herr lass´ Hirn regnen!

Bargeld ist für uns Bürger ein wichtiges Stück gelebte Freiheit. Und diese Freiheit gilt es für den eifrigen Sozialisten überall dort einzuschränken, wo der ach so soziale Staat mit seinen klebrigen Fingern noch etwas abgreifen kann. Solange die 100 % Totalenteignung noch nicht durchgesetzt ist, werden „rote Socken“ wie Sie wohl niemals Ruhe geben.

Das angestrebte Ziel ist für Politstatisten Ihres Formates doch immer gleich: Die Bürger sollen noch mehr ausgeplündert und noch engmaschiger überwacht werden, damit Ihre Erfolgsverhinderungsbürokratie ständig weiter wachsen kann. Weiter als über den Rand einer Mokkatasse reicht Ihr Horizont wohl nicht. Denn das blöde Bargeld verwehrt Ihnen dummerweise den vollständigen Einblick in unsere gesamten Finanzen und das behindert selbstverständlich den wichtigsten Teil des sozialistischen Umverteilungsvorgangs – den Diebstahl erworbener Werte von den Fleißigen.

Die Taschen der Privilegierten sind hingegen heute schon fast überall prall gefüllt. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit greift ihr bei uns ab, was geht und schiebt unsere Kohle euren Günstlingen mit vollen Händen in den Allerwertesten.

Habt Ihr denn immer noch nicht genug davon?

Wo ich wie viel Geld habe und was ich damit kaufe, geht Sie verdammt nochmal überhaupt nichts an. Mein Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Banken und in die Politik dieses Landes tendiert seit vielen Jahren gegen null. Es ist mit der Zeit immer mehr einem gesunden Misstrauen gewichen, das durch die aktuelle Berichterstattung aus Südost Europa mehr als bestätigt wird und sich tagtäglich verstärkt.

Nur weil Sie und Ihre verschwenderische Klientel in den Amtsstuben den Hals nicht voll bekommen, wollen Sie sich den Zugriff auf unsere Ersparnisse und die totale Überwachung unseres Lebens durch solch einen Blödsinn noch leichter machen? Wir sind doch heute schon von den Banken abhängiger als ein Heroinsüchtiger von der Nadel. Und Sie wollen diese Abhängigkeit noch weiter steigern, indem Sie den Bargeldverkehr immer weiter einschränken?

Wer sich wie Sie, mit staatlichen Geldmonopol zum Schaden der Bürger mit wenigen Profiteuren ein Boot setzt, den bezeichnet man als Faschisten – und genau das ist Ihr Ansatz, wenn Sie die Einschränkung von Bargeldgeschäften fordern. Hinterlistig und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, wollen Sie einer Lobbygruppe, in diesem Fall den Banken, weitere Macht über uns zuschanzen.

Vielleicht sollten sich Ihre Genossen mal informieren, was das Wort sparen wirklich bedeutet. Ja, dieses Wort wurde sehr oft gebraucht, wenn es darum ging, die Griechen bei uns schlecht zu machen. Dabei gibt es „diese Griechen“ nicht, sondern es gibt in Griechenland wie bei uns auch verschwendungssüchtige Politiker, deren wohlversorgte Günstlinge, Unmengen von Beamten und sehr viele arme Schlucker, die diesen aufgedunsenen sozialistischen Wasserkopf irgendwie bezahlen sollen.

Merken Sie was?

Griechenland ist von uns in Deutschland gar nicht so weit entfernt, wie man uns ständig glauben machen will. Die Strukturen in Deutschland gleichen denen Griechenlands in vielen Bereichen. Auch unser Wasserkpopf wird immer größer. Und glauben Sie wir in Deutschland könnten die von Politikern wie Ihnen angehäuften Schulden jemals zurückzahlen? Ich glaube das nicht und jeder, der einiger maßen Verstand zwischen seinen Ohren hat, wird zumindest Ähnliches denken.

Schauen Sie doch mal richtig nach Griechenland und hören Sie dabei auch ganz genau hin, was dort gerade passiert. Machen Sie Ihre vom Dauerbüroschlaf permanent verschlossenen Augen und Ihre vom Sozialismus total verklebten Ohren weit auf. Sie werden geblendet und taub sein, von der krassen Realität, in der diese Menschen derzeit leben. Vielleicht begreifen Sie ja dann, welchen Blödsinn Sie gerade von sich geben.

In Griechenland haben die Banken selbst erklärt, dass Sie nur noch bis kommenden Montag liquide sein werden. Und die Menschen bekommen dort derzeit nur noch 50 Euro pro Tag ausgezahlt. 50 Euro von ihrem EIGENEN Geld. Die Banken dort haben dank jahrzehntelanger sozialistischer Misswirtschaft nämlich das große Problem, dass niemand mehr freiwillig sein Geld auf irgendwelche Konten einzahlen will. Jeder Grieche weiß, dass die griechischen Banken eigentlich längst Pleite sind.

Im Gegensatz zu Frau Merkel haben die Griechen schon vor längerer Zeit begriffen, dass ihr Land ein Fass ohne Boden ist.

Die Reichen haben ihr Geld vernünftiger Weise rechtzeitig außer Landes geschafft. Weil die Menschen das Vertrauen in die Banken und den Staat jetzt endgültig verloren haben, wackelt in Griechenland das gesamte Wirtschaftssystem. Da der Staat zum „Schutz der Banken“ Kapitalverkehrskontrollen eingeführt hat, sind viele Griechen von heute auf morgen praktisch mittellos geworden. Egal, wie viel Guthaben sie auf der Bank haben, die griechischen Bank- und Kreditkarten werden nirgends mehr akzeptiert.

Auch im Ausland ist das Vertrauen völlig weg.

Einzig die Zahlung mit Bargeld lässt die Menschen in Griechenland derzeit noch überleben. Einzig Barzahlung hält die immer mehr in Agonie verfallende Wirtschaft noch etwas am Laufen. Alles was auf den Bankensektor angewiesen ist, steht still. Wie viele Tage es noch dauert, bis das totale Chaos ausbricht, werden wir sehen. Lange geht das sicher nicht mehr gut. Die ersten Plünderungen von Supermärkten gab es schon.

Der Athener Gemüsehändler bringt seine Tageseinnahmen deshalb derzeit genauso wenig zur Bank, wie der Barbesitzer oder der Hotelier. Sie kaufen davon lieber Waren, die sie für ihre Kunden benötigen, um ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Sie zahlen bar direkt beim Vorlieferanten. Alles andere funktioniert bei geschlossenen Banken nicht.

Wenn man wie Sie, werter Herr Walter-Borjahns, der Abschaffung des Bargeldes das Wort redet, sollte man sich die Ereignisse in Griechenland besonders genau anschauen, bevor man sich in aller Öffentlichkeit lächerlich macht.

Alles, was dort derzeit noch einigermaßen funktioniert, ist das von Ihnen so verschmähte Bargeld. Selbst wenn theoretisch das bargeldlose Bezahlen noch funktionieren sollte, so ist in der Praxis doch das genaue Gegenteil der Fall. Tun Sie deshalb nicht so, als wäre das Bargeld ein Problem. Das eigentliche Problem ist wie immer der gierige Staat, der sich anmaßt alles besser zu wissen und zu können als wir Bürger.

Und das, obwohl er das derzeit dümmste Gebilde im ganzen Spiel ist. In Griechenland sehen wir, was Politik leistet, wenn es wirklich ernst wird – NICHTS.

Wir werden in Kürze erleben, dass das Rest-Vermögen der Griechen, das auf den Konten der Banken immer noch als Guthaben gebucht ist, per Gesetz in Drachmen umgewandelt oder zumindest in Euro stark reduziert wird.

Es wird übrigens bereits davon berichtet, dass die griechischen Banken eine massive Enteignung der Sparer planen. So sollen alle Guthaben über 8.000 Euro um mindestens 30 % „rasiert“ werden. Als Alternative stünde nur ein Totalausfall auf dem Plan.

Diese Art von Diebstahl findet damit in der Eurozone schon zum zweiten Mal statt. Aus Zypern wurde also nichts gelernt. Ganz im Gegenteil – Griechenlands Enteignung wird noch drastischer ausfallen. Und wir sollen in dieselbe Falle tappen, die uns Politiker wie Sie gerade mit Ihrem quasi Bargeldverbot stellen wollen Herr Walter-Borjahns?

Merken Sie sich für die Zukunft:

Nur was der Grieche noch an Bargeld unter seiner Matratze liegen hat, wird bis zur völligen Wertlosigkeit des Euro erhalten bleiben. Das bunt bedruckte Baumwollpapier unter der Matratze ist jedoch auch kein Geld mehr für die Ewigkeit. Es ist ihm als gesetzliches Zahlungsmittel genau das gleiche Schicksal bestimmt, wie jedem anderen wertlosen Papiergeld – es wird zu seinem eigentlichen Wert zurückkehren und der ist Null.

Die Gesetze, die dem Euro derzeit noch seinen scheinbaren Wert verleihen, können jederzeit geändert werden. Die Zusagen der Regierungen könnten in dieser Hinsicht also genauso schnell gebrochen werden, wie man die anderen Regeln gebrochen hat, die Politiker sich selbst zur „Stabilität“ des Euro einst auferlegt hatten.

http://freiraum-magazin.com/2015/07/05/herr-lass-hirn-regnen-eine-wutrede-an-walter-borjahns-zum-barzahlungsverbot/

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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