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Der Roman spielt in den Jahren 1859 bis 1861 in Schleswig und auf Schloß Frederiksborg in Kopenhagen. Schleswig war damals halb selbständig, da es von Dänemark aus regiert wurde, was sich dann nach dem Deutsch-Dänischen Kriege 1864 änderte.
Graf Helmuth Holk und seine Frau Christine leben mit ihren beiden Kindern in einem einsamen Schloß an der Flensburger Förde. Christine ist eine fromme Frau von hohen moralischen Ansprüchen, Holk dagegen ein eher unbedenklicher und lebensfroher Mann, der seine von den Herrnhutern geprägte Frau zwar bewundert, aber unter ihrer Sittenstrenge leidet. Holk betreibt Landwirtschaft auf seinem Anwesen, hat jedoch auch ein Amt als Kammerherr am dänischen Hof inne. Als er für einige Monate an den Kopenhagener Hof einer alten dänischen Prinzessin berufen wird, kommt ihm die Abwechslung sehr entgegen. Im Gegensatz zu früheren Besuchen in der dänischen Hauptstadt wird die Mission diesmal zu einer Gefahr für seine Ehe. Früher führte die kurze Trennung stets zu einem Wiedererwachen der Liebe zwischen Christine und ihrem Mann, doch dieses Mal nicht. Denn er sieht er sich in Kopenhagen mit Frauen konfrontiert, die Vorzüge haben, die er an seiner Frau nicht kennt.
Zuerst erregt die verführerische Kapitänsgattin Brigitte Hansen, die Tochter seiner Wirtin, seinen Blick, und bald lernt er eine Gesellschafterin der Prinzessin, Ebba von Rosenberg, kennen. Diese ist weniger attraktiv, dafür aber geistvoller als Brigitte Hansen. Ein Besuch der kleinen Hofgesellschaft auf Schloß Frederiksborg wird schließlich zum Verhängnis für Holk. Nach einem riskanten Schlittschuhlauf über den Arresee kommt es zu einer gemeinsamen Nacht, die ein dramatisches Ende findet: Im Schloß bricht ein großer Brand aus, und Holk kann Ebba nur knapp retten. Die Flucht des Paares aufs Schloßdach wird schnell zum Tagesgespräch. Holk beschließt ohne Rückfrage bei Ebba, die einige Tage krank ist und Besuch nicht empfangen darf, diese zu heiraten, und fährt auf sein Schloß, um Christine von seinem Entscheid in Kenntnis zu setzen. Die Begegnung mit seiner Frau erschüttert ihn zunächst, doch ihre Selbstgerechtigkeit gibt den Ausschlag, und das Paar trennt sich. Zurückgekehrt nach Kopenhagen erhält er jedoch von Ebba einen Korb. Jetzt ist er der Lächerlichkeit preisgegeben und steht tief verletzt da, weshalb er sich auf Reisen begibt. Sowohl sein Schwager als auch der alte Ortsgeistliche und ein ehemaliger Erzieher der gräflichen Kinder arbeiten darauf hin, das Paar wieder zu versöhnten. Wirklich wird eine zweite Hochzeit gefeiert, doch findet das Paar zu keinem heiteren Verhalten mehr zurück. Wenige Monate nach der scheinbaren Versöhnung begeht Christine, die das Vergangene nicht verwinden kann, Selbstmord und geht ins Wasser.

 

Die weiteren Teile findet ihr hier.

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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