Wirtschaftssystem – Politisches System – Freiheit

Für mich gehören diese diversen Spielarten des Kapitalismus´ und das vorherrschende politische System zusammen wie Pech und Schwefel. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Dabei ist es egal, ob Einparteien- oder Mehrparteiensystem.

Das gemeinsame Merkmal all dieser Systeme ist die engste Verbindung und Verflechtung zwischen Kapital und Politik. Das politische System ist lediglich der administrative Arm des Kapitals. Jeglichem politischen System wird der Mantel der Volksherrschaft, der Demokratie umgehängt. Ziel ist es die wahren Herrschaftsstrukturen zu verschleiern.
Zu Beginn der Umgestaltung der Systeme trat dies noch ganz offen zu Tage. Die Herrschaft der Grundbesitzer, des Adels, wurde durch die Herrschaft der Geldbesitzer, des Bürgertums, abgelöst.
Die Rechte und Privilegien der Grundbesitzer gingen auf die Geldbesitzer über. Aus Grundadel wurde Geldadel. Da zu dieser Umgestaltung auch die breite Masse des Volkes gewonnen werden musste, wurden Einrichtungen wie Parteien, Arbeiterbildungsvereine, Gewerkschaften etc. geschaffen. Dabei war es erst einmal vollkommen unerheblich, ob diese Parteien sozialistisch oder kommunistisch ausgerichtet waren. Der Hauptfeind, das zu zerstörende System, war das Herrschaftssystem der Grundbesitzer. Alles andere, wie Streitigkeiten zwischen Sozialisten, Kommunisten, Bürgerlichen etc. waren und sind nichts anderes als Streitereien innerhalb des Systems. Es wird entweder um einen Anteil an der Beute gestritten oder weitergehend um die Macht im Staat und damit um die Alleinherrschaft. Egal ob vollkommene Privatisierung oder vollkommene Sozialisierung, die die unten sind, sind immer an die Machtmittel des Systems gebunden und diesem unterstellt. Entweder werden die Interessen der Menschen Privatinteressen oder der sog. Gemeinschaft unterstellt.
Der Herr über das Privateigentum kann nach Belieben mit seinem Privateigentum verfahren. Er kann lebensnotwendige Einrichtungen schließen, wann immer er will, wann immer es seinen Interessen dienlich erscheint.
Ist die sog. Gemeinschaft, also der Staat, Herr über all die notwendigen Einrichtungen, wie Produktionsstätten, Infrastruktur etc., so liegt die Machtausübung in den Händen einiger weniger und damit das Wohl und Wehe aller.
Der Hebel zur unumschränkten Herrschaft ist die Herrschaft über das Geld. Meinte Carl Schmitt, wer über den Ausnahmezustand herrscht, der hat die Macht im Staate, so sage ich, wer über das Geld verfügt hat die Macht im Staate. Geld – das ist der Stoff auf dem nicht nur Träume sind, Geld ist der Stoff mit dem alles möglich ist. „Ohne Moos nichts los.“
Selbst oppositionelle Bewegungen sind auf Geld angewiesen. Wer will kann es ausprobieren. Wer etwas erreichen will, braucht Geld, braucht die Unterstützung geldgewaltiger Kreise. Sonst läuft nichts.

Wie sollen sich also Zustände ändern, wenn dazu das Treibmittel notwendig ist, über das nur diejenigen in ausreichendem Maße verfügen, die bereits die Macht darüber ausüben?

Solange sich die Verhältnisse, die Zeiten nicht ändern, wird sich grundlegend nichts verändern können. Mit Änderung der Zeiten meine ich, diese Änderung wie sie geschah, als die Macht der Grundbesitzer durch die Macht der Geldbesitzer abgelöst wurde. Es muss sich im Inneren etwas bewegen. Das alte System muss bröckeln, muss vergreisen. Jedes System hat eine bestimmte Lebensdauer, geht den Weg allen Irdischen. Es entsteht, wächst und gedeiht, wird reif und schließlich alt und gebrechlich. Ob wir bereits in den Zeitabschnitt des Alters eingetreten sind, vermag ich nicht zu sagen. Es sind ja mittlerweile erst einmal gut 200 Jahre vergangen, seit der Geldadel seine erste Machtergreifung feiern konnte und von da an kontinuierlich Land für Land eroberte und nach den letzten beiden großen Kriegen die Weltherrschaft übernahm.
Die Zentralisierung ist noch in vollem Gange. Die Abschaffung des vormals nützlichen Nationalstaates ist in vollem Gange, die Ablösung von nationalen Einzelwährungen hin zu einer einzigen Währung schreitet voran. Auch wenn es Widerstände gibt, so sind diese doch auch wieder Widerstände von Zusammenschlüssen und münden letztendlich im selben Unterfangen, dem Schaffen einer gemeinsamen, allgemeingültigen Abrechnungseinheit. Eben wieder einer Weltwährung oder einer neuen Weltleitwährung.

Eines muss jedem klar sein, die weitestgehende Macht der Menschen über sich selbst, wurde seit der schrittweisen Machtergreifung des Adels über den vormals freien Menschen niemals wieder zurückgegeben oder besser gesagt zurück errungen.
Denkt mal darüber nach, was es denn wirklich bedeutet ein freier Mensch zu sein.
Wären da Strukturen möglich wie wir sie heute kennen? Wäre dies nicht ein vollkommen anderes Leben? Ein Leben wie wir es uns gar nicht oder nur sehr schwer/undeutlich vorstellen können?
Das genau ist es, wir können es uns gar nicht so genau vorstellen und wenn, dann ist die Frage, wollten wir ein solches Leben überhaupt. Wenn die Vorstellung des „Freien Menschen“, des freien Mannes, der freien Frau in vielen Köpfen Eintritt findet, dann und erst dann werden sich die Zeiten dahingehend ändern.
Dies kann mit Propaganda, Aufklärung oder wie immer man es nennen will, nicht beschleunigt aber auch nicht verhindert werden. Entweder es kommt oder es kommt nicht (mehr). Wobei ich sagen muss, der Blick zurück ist nur bedingt hilfreich. Die Freiheit von Morgen wird sicherlich eine andere sein müssen, als die Freiheit der früheren Freien Menschen.
Weder Zusammenbrüche, noch Revolutionen oder andere Umgestaltungsmaßnahmen werden auch nur irgendetwas daran ändern. Es werden immer wieder Systeme geschaffen werden, die genauso oder denen ähnlich sind, die heute das gesellschaftliche Bild unserer Welt bestimmen. Revolutionen fressen nicht ihre Kinder, Revolutionen fressen diejenigen, die nicht in diese Zeit passen, die dem Prinzip hinderlich sind.

Was bleibt also zu tun? Meine Antwort: Den freien Geist erhalten.
Dieser freie Geist ist das Samenkorn. Aus diesem Samenkorn kann eines Tages der Freie Mensch hervorgehen. Die Natur streut, ähnlich wie eine Schrotgarbe, und ein Schrot am richtigen Platz zur richtigen Zeit, ein Samenkorn auf fruchtbarem Boden genügt und die Zeiten/Menschen ändern sich.

Es gibt auch keine Handlungs- oder Verhaltensanweisungen, jeder muss und soll für sich selbst entscheiden. Keiner soll sich in das Leben der anderen einmischen, das ist gar nicht so einfach. Sind doch die Entscheidungen der anderen oft genug nicht mit unseren Vorstellungen und Wünschen identisch. Wäre nicht alles viel besser, wenn die andern so denken/handeln würden, wie man selbst? Ist das wirklich so? Man stelle sich vor, man lebte mit Menschen zusammen, die genauso wären und dächten wie man selbst. Ein ungeheuerlicher Gedanken.

 

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Wirtschaftssystem – Politisches System – Freiheit

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

  2. KW schreibt:

    Nun, das ist möglich, gleiche Menschen zu treffen. Ich treffe mich seit 4 Jahren mit Gleichgesinnten, und es werden immer mehr. Das ist das eine, das andere ist, man kann gegen seine Feinde anleben, gegen die Globalisten, gegen die Völkermörder. Keine Waren und Dienstleistungen von Ausländern, denen muß man klarmachen, daß sie ausgenutzt werden und ihrem Volk entfremdet werden, keine Waren von Konzernen, man stärke den Mittelstand in der Region, Freiheit bedeutet auch Selbstverantwortung, also Reparatur geht vor Neuanschaffung, selber kochen vor Fertigfraß. Keine Hauptstrommedien, die werben für das System und klären nicht auf. Freiheit bedeutet Arbeit. Was wir jetzt haben, ist Umverteilung, der Staat nimmt bei den einen und verteilt willkürlich an kleine Grüppchen. Geld dient auch der Erziehung des Nutzvolkes. Und damit haben sie den Bogen überspannt, immer mehr Leute wachen auf, in welch scheußlichem System wir leben.

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