Video: Hans-Hermann Hoppe: Der Niedergang Deutschlands begann mit Gründung des Nationalstaats

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Video: Hans-Hermann Hoppe: Der Niedergang Deutschlands begann mit Gründung des Nationalstaats

  1. Frieder schreibt:

    Ich teile etliche von Hoppes Ansichten, die er u.a auch in seinem Buch „Demokratie – Der Gott, der keiner ist“ veröffentlicht hat. Aber hier irrt er nach meiner Ansicht. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war Deutschland mit seinen Kleinstaaten mitnichten eine führende Wissenschafts- oder Wirtschafts“nation“, die sie dann im Kaiserreich mit Nachwirkung bis 1933 wurde. England und Frankreich waren damals eindeutig voraus. Im Kaiserreich kam es fast zu einem „Quantensprung“ betreffend die Wirtschaft und die Wissenschaften, was Neid und Ängste bei den europäischen Nachbarn und den USA hervorrief und in den 1. WK mündete bzw. den „30-jährigen Krieg 1914 bis 1945“. Bis 1933 war Deutsch die Sprache der Wissenschaften weltweit. Das sich das änderte, ist diesem Krieg und der Politik der Nazis zu verdanken.
    Ein föderaler Staat ist sicher gegenüber einem zentralistischen Gebilde im Vorteil.
    Und im Kaiserreich war die föderale Ordnung ja nicht aufgehoben; nur nach außen agierte Deutschland unter Bismarck und seinen dilettantischen Nachfolgern als Nationalstaat. Die verhängnisvollste Zentralisierung in Deutschland fand dann unter dem nationalen Sozialismus mit der „Gleichschaltung“ von allem und jedem statt.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Ob es ein Quantensprung war möchte ich bezweifeln, es war eine Zusammenfassung, eine Konzentration. Das Bismarck´sche Reich profitierte und baute auf den Errungenschaften der vormals selbstständigen Staaten auf. Dass Zentralisierung Vorteile hat, möchte ich nicht bestreiten. Nur für wen, das ist die Frage.
      Kurz nach der Ausrufung des Kaiserreiches kam es auch zum Gründerkrach, dessen Folgen bis Anfang der 90er Jahre zu spüren waren. Österreich wurde noch stärker durchgebeutelt.
      Ich sehe zwar auch die „Glanzzeit“, allerdings bin ich mir da nicht sicher, ob dies auf das Kaiserreich zurückzuführen ist oder auf die Wirkung der selbstständigen, deutschen Staaten über die Gründung des Kaiserreiches hinaus. Eine gewisse Wechselwirkung wird schon bestanden haben, aber ohne vorherige Leistung und Aufbauarbeit hätte das Kaiserreich wesentlich schlechter ausgeschaut.
      Während der Kaiserzeit gab es auch große Auswanderungswellen, nicht nur in die Kolonien. Es war auch in der Kaiserzeit nicht alles Gold, was man heute glänzen lassen will.

      Wie auch wir lange Zeit von der Sozialen Marktwirtschaft Erhards zehrten, so wirkten auch die Leistungen der deutschen Staaten weiter. Hätte es sich für Preußen überhaupt gelohnt, unwirtschaftliche, daniederliegende Volkswirtschaften unter ihre Kuratel zu stellen? Ich denke nein. Bismarck hätte wohl gesagt, es lohnt sich nicht, die sollen erst mal auf die Füße kommen.
      Ich möchte nicht für andere deutsche Staaten sprechen, Bayern jedenfalls hatte das Deutsche Reich zur industriellen und kulturellen Entwicklung nicht nötig.
      Ein etwas anderer König als der Schlösserbaumeister Ludwig II. hätte wahrscheinlich anders agiert. Wobei ich den Pfälzer Wittelsbachern nicht allzuviel Liebe zu Land und Leuten zutraue, den Prinzregenten Luitpold ausgenommen. Das Tauschangebot an die Habsburger kann ich dieser Familie nicht vergessen. Aber das ist eine andere Baustelle.

      PS: Ich hab´s mit den Preußen nicht so, wenn sie auch bei Königsgrätz etwas schneller schossen. Auch aus meiner Heimatgemeinde sind einige im Abwehrkampf gegen die preußische Vorherrschaft gefallen.

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