Woanders gelesen: Regierungsvertreter: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind frustriert von ‘Hühnerschiss’ Netanyahu

Bennett aufgebracht über Kritik am „Führer der jüdischen Welt“

Jason Ditz

Die gestern angekündigten Ausweitungen von Siedlungen im besetzten Ostjerusalem könnten eine dramatische Erweiterung einer Kluft zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels zur Folge haben, wobei Premierminister Benjamin Netanyahu die Kritik der Vereinigten Staaten von Amerika gestern als „abgekoppelt von der Realität“ beanstandete.

Heute scheinen die Samthandschuhe abgestreift zu sein, nachdem ein ungenannter “höherer Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika” verbal gegen Netanyahu ausholte und ihn als „Hühnerschiss“ bezeichnete, der nicht bereit ist, irgendwelche Zugeständnisse in Richtung Frieden zu machen, und „dessen eigener Schutz vor politischer Niederlage das einzige ist, an dem er interessiert ist.“

Der israelische Wirtschaftsminister Naftali Bennett, der Netanyahu mindestens ein paarmal pro Woche als Feigling verurteilt, forderte, dass die Obama-Administration öffentlich jede Kritik an Netanyahu zurückweist, indem er betonte, dass dieser der „Führer des jüdischen Staats und der jüdischen Welt“ ist. Bennett behauptete weiters, dass Obama plant, „Israel unter den Bus zu stoßen.“

Öffentliche Kritik an Israel, früher etwas unerhörtes, wird jetzt zunehmend normal unter den Regierungsvertretern der Vereinigten Staaten von Amerika, die eindeutig die Geduld verlieren mit Israels Politik der Unterhöhlung des Friedensprozesses, wann immer es eine Möglichkeit dazu bekommt.

Ob sich das zu einer tatsächlichen Änderung der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika über die Rhetorik hinaus auswachsen wird, wird man sehen, aber wir werden nicht lange warten müssen, da der UNsicherheitsrat eine Krisensitzung wegen Israels Ausweitung der Siedlungen abhält.

Normalerweise rechnet Israel damit, dass die Vereinigten Staaten von Amerika gegen jede Resolution des UNsicherheitsrats ihr Veto einlegen, die sich nur ein bisschen kritisch mit seinen Siedlungen befasst, sogar wenn die kritischen Äußerungen sich in öffentlichen Kommentaren der Vereinigten Staaten von Amerika finden. Wenn allerdings die Kluft breiter wird, könnte die Administration von dem Gefühl abkommen, Israel ein Veto schuldig zu sein.

http://antikrieg.com/aktuell/2014_10_29_regierungsvertreter.htm

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Noch ein Gedanke. Ist es euch schon aufgefallen, dass in jedem System Kritik/Beschimpfung etc. des tatsächlichen Herrschers verboten ist und geahndet wird?
Daran lässt sich der Grad des Herrschaftsanspruches messen.
Wir dürfen über Merkel lästern, über Obama herziehen, die Politfuzzys aller Coleur durch den Kakao ziehen. Vollkommen egal.
Nun empfehle ich das Ausschlussverfahren oder den Selbstversuch. Herrscher, Herrschaftsinstrumente etc. werden dann sehr schnell sicht- und evtl. auch spürbar werden.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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