Falsches Heidegger-Zitat entlarvt – Sendungsleitung entzogen

Die Szene spielte sich vor ein paar Wochen im „Literaturclub“ des Schweizer Fernsehens ab. Bei der Kritikerin handelt es sich um Elke Heidenreich, das ominöse Zitat ordnete sie Martin Heidegger zu, der in den „Schwarzen Heften“ geschrieben haben soll: „Die verborgene Deutschheit müssen wir entbergen, und das tun wir, indem wir die Juden endlich beseitigen.“ Das Dumme ist nur – das Zitat stimmt nicht.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/eklat-im-literaturclub-was-steht-bei-heidegger-12953272.html

Elke Heidenreich erfand (so steht es in der FAZ) dieses Zitat, der Leiter der Sendung Stefan Zweifel bemerkte dies und  sprach es an. Aber anstatt sich elegant aus der Affäre zu ziehen, bestand Heidenreich auf der Echtheit des Zitats.
Das Ende vom Lied, Stefan Zweifel wird die Leitung der Sendung entzogen.
So geht´s natürlich auch. Das Schweizer Fernsehen ist auch nicht mehr das, was einmal war oder ist es das was es immer schon war, eine Propagandaanstalt?

Trau, schau, wem

Heidegger ist nicht einfach zu lesen, ich gebe zu, ich steige regelmäßig aus; Anfang und Mitte gehen noch, wenn er aber richtig einsteigt, steige ich aus; aber ich lasse mir wirklich nicht von anderen vorsagen, was Heidegger oder andere geschrieben haben oder wie dies interpretiert werden muss. Entweder ich lese und verstehe es selbst, wenn nicht, interessiert mich die Meinung anderer nicht im Geringsten. Vor allem dann, wenn diese ihn auch nicht gelesen haben, sondern ihre Meinung wiederum nur aus zweiter Hand haben.

Am besten man belastet sich mit derlei Unsinn gar nicht. Einfach nicht anschauen, anhören oder lesen. Dann wirkt die Propanganda in keiner Weise. Wieso sich ständig mit Schmutz und Lügen befassen? Was diese Kerle in unsere Wohnzimmer und Gehirne bringen und sich somit auch Zutritt verschaffen ist ohnehin eine Ungeheuerlichkeit. Themen mit denen man sich niemals beschäftigen würde, die einem niemals in den Sinn kämen, werden ins Haus geliefert, in den Kopf gehämmert, ob man will oder nicht.
Es gibt keinen anderen Schutz vor dem Schmutz, als ihn ganz einfach (soweit irgendmöglich) zu ignorieren.

In Abwandlung eines Zitats möchte ich hierzu sagen:
„Stell´ dir vor, es läuft eine Propagandasendung und keiner hört/sieht hin.“

Ansonsten gilt, „Hier rein und da wieder raus“.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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3 Antworten zu Falsches Heidegger-Zitat entlarvt – Sendungsleitung entzogen

  1. Rob schreibt:

    Zufällig vorbeigekommen! Die Sache ist selbst mir als Linker peinlich!
    H. hatte eine jüdische Geliebte mit der er bis zu seinem Tod befreundet war. Noch in hohem Alter schrieb er Gedichte für sie. Sie hat ihm seine 2jährige Nazi-Verirrung bis 1935 verziehen. H. lehnte die christliche Theologie (darunter Dogma v. Juden als „teuflische Gottesmörder“) ab. Jede naturwissenschaftlich-biologische Deutung des Menschen war für ihn primitiv. Darunter fällt auch biologistische Rasselehre der Nazis von den Juden als der Teufelsrasse. Philosophisch versuchte er auch den von den Nazis verehrten Nietzsche zu überwinden. Ab 1938 kritisierte H. den unbedingten „Willen zur Macht“, die Grundlage des NS-Denkens, als letztendlich verbrecherisch u. klagt die „planetarischen Hauptverbrecher“, die sich daran orientieren, an. Wie bei 90% seiner Zeitgenossen lassen sich bei ihm Zitate finden, die heute äußerst bedenklich wären, damals aber relativ normal waren. Insgesamt war er noch ein eher harmloser, nicht gewaltbereiter, Konservativer. Jemand mit dem ich gut leben kann!

  2. m.ela schreibt:

    Zufällig kommt „Ron“ immer da vorbei, wo die Rede von Heidegger ist.
    http://www.fixpoetry.com/comment/70#comment-70
    http://peterzwey.blog.de/2014/01/25/erwischt-schwarzen-heft-17628952/#c19903472
    http://derblindehund.wordpress.com/2014/02/23/alles-was-sie-uber-heidegger-wissen-mussen/#comment-1968
    usw. usf.
    Zufällig und auch ungefragt erzählt „Ron“ dann überall von Heideggers jüdischer Mätresse und schwadroniert über die Nazilehre der „Teufelsrasse“. Nach dieser war ich nun im Netz nämlich auf der Suche – und fand……….. NICHTS, außer den Ergüssen von „Ron“.
    Die sog. Nazis, werter Ron, haben nicht gelehrt, daß die Juden eine Teufelsrasse sind. Ich erbitte mir von Ihnen Quellen zu dieser Behauptung, denn möglicherweise habe ich etwas übersehen.

  3. Ron schreibt:

    Heidegger ist mein Hobby und ich find es nicht gut, wie er in der Presse fertig gemacht wird!
    Zur Frage:
    Das hat eine lange Tradition, die geht ungefähr so (so hab ich es mir zumindest angelesen)!
    Im Christentum galten laut Jesus die Juden als „Gottesmörder“, „Söhne des Teufels“ (die den Teufel zum Vater haben?), auch Luther dachte z.B. so, Hitler auch, Gott ist gegen die Juden, sie übertreten teuflisch die Gebote Gottes: „Die ewige Natur rächt unerbittlich die Übertretung ihrer Gebote. So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn“ (Mein Kampf). Oder: „Wer einen Juden gesehen hat, der hat den Teufel gesehen.“ (Offizielle Werbe-Parole des Stürmer, eigentlich von Luther) Viele Rassetheoretiker (z.B. Chamberlain, Gobineau, es gibt viele mehr, z.B. Ritter Lanz?) gingen ausdrücklich von dieser christlichen Vorstellung der Juden als teuflisches Gegenprinzip, wie es Jesus andeutete, aus und konzipierten daraus ihre moderne biologistischen Rasselehren: Juden als die, die menschliche Kultur und Moral zersetzende Rasse, als allgemeines (teuflisches) Gegenprinzip, als Todfeind der arischen, christlichen Kultur (wobei Jesus dann als Arier galt, Hitler glaubte das mit dem Arier vielleicht auch?), viele gingen auch von einem Entscheidungskampf zwischen dem guten arischen Prinzip und dem bösen jüdischen Prinzip aus. Die Juden waren soz. die teuflische Rasse in der Geschichte!
    Hitler hielt diese modernen biologistischen Rasselehren ausdrücklich für notwendig und richtig als „Antisemitismus der Vernunft“: „Sein letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein.“ Mir fällt noch ein: Goebbels sprach doch auch immer vom „Strafgericht“, dass für die Juden fällig sei, der ging dabei sicher von Jesus aus, der den Juden, die ihm nicht folgen ein „Strafgericht“ in Aussicht stellte.
    (müsste alles ungefähr so stimmen, legen Sie mich nicht fest, genaueres müssten Sie sich selbst googlen)

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