Menschenrechte: Für Ausländer ja – für Deutsche nein?

Sehr geehrter Herr Ortmann,
Wir haben erst jetzt Ihren Neujahrsaufruf im Namen des Bundes der
Vertriebenen (BdV) gelesen und fragen uns nach der Absicht, die Sie
damit verfolgen.
Wollen Sie den BdV, um den es recht ruhig geworden ist, unbedingt
wieder ins Gespräch bringen – und das sogar mit einem Thema, das
so unendlich weit von den Aufgaben des BdV entfernt ist??
Wollen Sie damit kaschieren, wie sehr der BdV mit einem seiner
Hauptthemen, nämlichh die Menschenrechte für Millionen deutscher
Flüchtlinge und Vertriebenen einzufordern, schlichtweg gescheitert
ist – gescheitert auch am Widerstand der einst bedeutenden
Volkspartei CDU?
An „Menschenrechten für Deutsche“ kläglich gescheitert – jetzt also
„Menschenrechte für Hunderttausendein vielen Teilen dieser
Welt“,  das kann doch keine Kompensation sein?
Oder wollen Sie  ganz einfach den Chor derjenigen nicht versäumen,
die so unentwegt nach „Mehr Fachkräften“ und „Mehr Kindern“
rufen, ohne das armselige Ende einer solchen Politik für unser Land
zu bedenken? Wollen Sie wirklich die Aushöhlung unseres Volkes,
den Zusammenbruch unseres Sozialstaates, das allmähliche E nde
dieser Nation?

Wie – bitteschön – ist zu verstehen, daß dem BdV die Erfahrung aus
Flucht und Vertreibung sowie die Erlebnisse damals in der neuen
Heimat helfen sollen, offen auf Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan
usw. zuzugehen? Meinen Sie etwa die Abwehr, vielerorts auch die
Verachtung, die den Ostdeutschen von Seiten ihrer reichsdeutschen
„Brüder“ entgegenschlug, keine  Rede von„Willkommenskultur“?
Dann müßten wir die Ankommenden wohl erst recht bitten, schnellstens
wieder umzukehren …Oder meinen Sie, daß diese deutsche Flüchtlings-
generation in erneuter Demutshaltung und bußfertig – das ihr durch
eigene Landsleute widerfahrene Unrecht entschuldigend – nun die
Flüchtlinge dieser Welt an den Segnungen unseres Sozialstaates
grenzenlos teilhaben lassen soll?< /FONT>
Wo bleibt die Menschlichkeit, fragen Sie. Und Sie könnten
hinzufügen: Wo bleibt das Recht? Das Menschenrecht?
Die Menschenrechte für Ausländer werden in Deutschland gewahrt. 
„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ – so will es das Grundgesetz
in Art. 16a. Das Grundgesetz ist unantastbar. Von der Unzahl an
Wirtschaftsflüchtlingen, die ungebremst und mit fatalen Konsequenzen
in in unser Land strömen, spricht das Grundgesetz nicht.
Die Menschenrechte für Deutsche? Was hat der BdV gegenüber
den verschiedenen Bundesregierungen unternommen, die sich dem
Kampf um die Menschenrechte für Deutsc he so feige verweigerten?
Was hat der BdV gegenüber dem einstigen Bundespräsidenten
Richard v. Weizsäcker unternommen, der die mörderischen
Vertreibungen im Osten unseres Landes schönfärberisch
„Erzwungene Wanderung“ nennen konnte – so, als hätte es sich
u m eine Art Sonntagsspaziergang gehandelt?
Hier, wo es um  12 Millionen deutscher Vetriebener, um vier Millionen
weitgehend rechtlos in ihrer Heimat Verbliebenen und zwei Millionen
Vertreibungstoter ging – wie unüberhörbar haben Sie bzw. der BdV
die Menschenrechte für Deutsche eingefordert? Was haben Sie erreicht?
Was bei den Bundesregierungen, was bei den Bundespräsidenten?
Nichts haben Sie erreicht für Deutsche, Herr Ortmann! Und jetzt
werben Sie für20 „Hunderttausende in vielen Teilen dieser Welt?“
Wir schlagen vor, daß Sie wieder bei den Deutschen anfangen und
die bestehenden Defizite aufarbeiten. Dabei erinnern wir an die klaren
Rechtspositionen, wie sie der amerikanische Völkerrechtler Alfred de
Zayas zur Vertreibung der Deutschen formuliert hat. Zitate :
Heimatrecht ist Menschenrecht!
Das Selbstbestimmungsrecht der Vö lker. Auch 1945 waren
Vertreibungen nach dem damals geltenden Völkerrecht absolut
unzulässig. Eine Massenvertreibung bedeutet eine ungeheure
Verletzung der Haager Landkriegsordnung.
Die Vertreibungen der Deutschen durch Polen, die Tschechoslowakei,
Ungarn und Jugoslawien stellen Kriegsverbrechen und Verbrechen
gegen die Menschheit dar. Kein Sieg, auch nicht der Sieg der Opfer
eines Angriffskrieges, gibt dem Sieger eine unbeschränkte
Verfügungsgewalt über das Leben und andere elementare Rechte
der Besiegten.
Alle Bundesregierungen blieben gegenüber dieser Rechtslage „taub
und stumm“. Sie duckten sich weg – 70 Jahre lang wegducken! Und
jetzt? Jetzt werden sie plötzlich mutig, weil es Ausländer sind?
Bitte, Herr Ortmann, denken Sie darüber nach.
Mit freundlichen Grüßen
Lutz Radtke           Prof. Dr. Rainer Gladisch

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Menschenrechte: Für Ausländer ja – für Deutsche nein?

  1. Augustus schreibt:

    Servus Gerhard,

    summa summarum werden die Deutschen von ihrer eigenen „Elite“ nicht als Menschen angesehen. Das deckt sich mit dem Volksverhetzungsparagraphen des StGB. Eine Beleidigung wie “ scheiß Ausländer“ ist diesem Paragraphen nach Volksverhetzung. Man sollte meinen, daß „scheiß Deutscher“ ebenso unter diese Regelung fällt. Ist allerdings nicht der Fall, sondern bestenfalls eine Beleidigung mit erheblich geringerem Strafmaß. Die Begründung der Richter mutet abenteuerlich an. Sinngemäß: Volksverhetzung ist es nur, wenn ein Teil der Gesellschaft betroffen ist. Im Umkehrschluss bedeutet das, daß die Deutschen offenbar nicht als Teil der Gesellschaft Deutschlands gewertet wird. M. E. ein noch besseres Beispiel für die Benachteiligung von Deutschen durch den angeblich deutschen Staat.

    Beste Grüße

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Servus Augustus,
      richtig. Deutsche sind Menschen 2. Klasse. Rechtlos im eigenen Land. Wir sollten uns damit abfinden, WIR haben keinen Staat.
      Ich habe das Thema vor einigen Jahren schon einmal behandelt.
      Gruß
      Gerd

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