Woanders gelesen: Umerziehungslager für Antifeministen

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Umerziehungslager für Antifeministen

4.Vorletzten Monat.

Das LIBE-Kommittee des EU-Parlaments (LIBE = Civil Liberties, Justice and Home Affairs), diskutiert über den Vorschlag, Antifeministen wegen Intoleranzverbrechen in Gewahrsam zu nehmen.

Das liest sich so:

  • Es sollen konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Intoleranz verwirklicht werden, mit besonderem Hinblick auf die Eliminierung von Antifeminismus:
    „Take concrete action to combat intolerance, in particular with a view to eliminating … racism…, anti-feminism and homophobia“
  • Verboten sollen zum Beispiel Gruppenbeleidigigungen, die eine Gruppe (z.B. Feministinnen) ins Lächerliche ziehen:
    „Group libel means: defamatory comments… with a view to holding it to ridicule
  • Was eine schützenswerte Gruppe ist, soll man sich aus folgender Gummidefinition ableiten:
    „‚Group‘ means: a number of people joined by… cultural roots…, gender identity or sexual orientation, or any other characteristics of a similar nature.“
    Im Klartext: Feministinnen werden mehrfach als schützenwerte Gruppe benannt: Einmal durch die Erwähnung „antifeminism“, ein anderes Mal durch das Verbot der sogenannten „Homophobie“ (sehr viele Feministinnen sind homosexuell), und andere Male, weil sie behaupten können, für Gender, Kultur, Antidiskriminierung und so weiter zu kämpfen.
  • Selbst Feministinnen vor hundert Jahren und in fernen Ländern sind mitgeschützt:
    „members of the group in a different time (another historical era) or place (beyond the borders of the State)“
  • Opfer (also Feministinnen) dürfen Schadenersatz fordern und erhalten kostenlos einen Rechtsbeistand/Prozesskostenhilfe:
    „Victims of crimes listed in paragraph (a) will have a legal standing to bring a case against the perpetrators… Free legal aid will be offered to victims“
  • Selbst Privatpersonen müssen zur Toleranz gezwungen werden:
    „It is important to stress that tolerance must be practised not only by Governmental bodies but equally by individuals
  • Überwacht wird das ganze von Spezialeinheiten des Staates:
    „a special administrative unit in order to supervise the implementation“
  • Jugendliche „Intoleranzverbrecher“ sollen Rehabilitationsprogramme absolvieren, um ihnen eine Kultur der Toleranz einzuimpfen/einzuträufeln („to instill“):
    Juveniles convicted of committing crimes listed in paragraph (a) will be required to undergo a rehabilitation programme designed to instill in them a culture of tolerance.“
    Mit „crimes listed in paragraph (a)“ ist alles gemeint, was der Staat als sogenanntes Hassverbrechen klassifizieren will.
  • Von der Grundschule bis zur Universität (und darüber hinaus) soll man lernen, Antifeminismus zu bekämpfen:
    „The Government shall ensure that schools, from the primary level upwards, will introduce courses… these courses must be offered also at higher levels of education, up to and including universities.“
  • Auch die Polizei, Richter, Ärzte sollen gegen Antifeministen geschult werden:
    „Similar courses will be incorporated in the training of those serving in the military and law enforcement agencies.. It is especially important to ensure advanced professional training of lawyers (including judges and criminal justice personnel), administrators, police officers, doctors, etc.“
  • Der Staat soll alle Massenmedien belohnen/subventionieren (Filme, Bücher, TV, Zeitungen), selbstverständlich nur, wenn es keinerlei negative Erwähnungen („innudendo“ = Sticheleien) über Feminismus oder Feministinnen gibt.
    „The production of books, plays, newspapers reports, magazine articles, films and television programmes… will be encouraged and, where necessary, subsidized by the Government.“
  • Ein Mindestprozentsatz der TV-Sendungen muss sich der Bekämpfung von Intoleranz (also z.B. Antifeminismus) widmen, überwacht von einer Toleranzkommission:
    „The Government shall ensure that public broadcasting (television and radio) stations will devote a prescribed percentage of their programmes, to promoting a climate of tolerance… all the mass media (public as well as private) to adopt an ethical code of conduct, which will prevent the spreading of intolerance and will be supervised by a mass media complaints commission.“
  • Außerdem sind „Intoleranzverbrechen“ keine politischen Verbrechen. Das ist ganz praktisch, weil man dann nicht von „Politischen Gefangenen“ zu reden braucht:
    „Crimes listed in paragraph (a) will not be considered political offences

Und übers Internet werde man sich noch gesondert unterhalten müssen:

  • „Initiatives to bring about a legal regulation of cyberspace are currently debated in a wider context. It is too early to speculate how the matter will be resolved.“

Ach so, noch eins:

  • Nicht nur Feministinnen, sondern Frauen im Allgemeinen genießen einen Sonderstatus, denn Toleranz beinhaltet nicht die Toleranz gegenüber der Dominanz über Frauen.
    „tolerance does not denote acceptance of such practices as … domination of women.“

Und zum Schluss, als ob es in diesem Machwerk nicht schon genug Orwellsprech gäbe:

  • „This is a delicate matter, inasmuch as there is no intention to censor the media.“
  • Übersetzung: „Das ist eine delikate Angelegenheit, denn niemand hat die Absicht, Medien zu zensieren.“

Und wer hat sich das alles ausgedacht?

Ein 12jähriges pubertierendes Mädchen etwa? Vielleicht auf Seite 87 in ihrem rosaplüschen Tagebuch, nachdem sie sich mit ihrer besten Freundin über „die blöden gemeinen Jungs“ in Rage gequasselt hat?

Nein.

Der Vorschlag wurde eingebracht von der ECTR („Europäisches Konzil für Toleranz und Versöhnung“, allerfeinstes Orwellsprech), dessen Mitglieder politisches Who’s Who sind:

  • Viatcheslav Moshe Kantor (Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses)
  • Die ex-Präsidenten/-Ministerpräsidenten von Polen, Spanien, Zypern, Lettland, Slovenien, Schweden, Tschechoslowakai
  • Rita Süssmuth (ex-Bundestagspräsidentin, ex-Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit)
  • Yoram Dinstein, Präsident der Tel Aviv Universiät
  • Rudiger Wolfrum („Prof.Dr.Dr.hc.“), Direktor des Max Planck Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

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http://bloganddiscussion.com/argumentevonfemastasen/3932/geschlechtergleichwertler-und-gleichberechtigungsutopisten/#umerziehungslager_f%26uuml%3Br_antifeministen

Obigen Verweis hat gestern der Kommentator DuUndIch eingestellt. Es lohnt sich die Seite zu lesen.
Natürlich gelten die Straf- und Umerziehungsmaßnahmen etc. nicht nur für antifeministische „Umtriebe“, sondern für alle aufgeführten Tatbestände, die da wären:

Rassismus, Farb-Voreingenommenheit, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre Ideologien, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antifeminismus und Homophobie“

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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3 Antworten zu Woanders gelesen: Umerziehungslager für Antifeministen

  1. Augustus schreibt:

    Servus Gerhard!

    Zu Punkt zwei: Lustig. Die „Gruppe“ macht sich doch regelmäßig selbst lächerlich. Folglich müssten sie auf Grund vieler eigener Aktionen belangt werden. Aber mal ehrlich: Wer soll so einen Quatsch durchsetzen? Die meisten Frauen finden diese Kampfemanzen selbst lächerlich. Das ganze belegt nur, wie weltfremd jene Theoretiker sind, die sich das haben einfallen lassen. Jeder weiß was ist, wenn Ideologie und Realität aufeinander prallen. Zumal diese „Intellektuellen“ eines bemerken sollten: Wie soll sich das mit der von ihnen geförderten Umvolkung verhalten? Mal schauen wie die diese Denke bei beispielsweise Mohamedanern vermitteln wollen. Wäre lustig das zu beobachten, dann gehts nämlich rund.

    Einen schönen Tag und beste Grüße

    Augustus

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Servus Augustus,
      natürlich ist das Blödsinn, aber nichts ist blöd genug, um von der EU nicht umgesetzt zu werden.
      Vieles von dem was vor 30 oder 40 Jahren unmöglich gehalten wurde, ist heute nicht nur Realität, sondern vielfach Normalität.
      Zu den Moslems, da sprichst Du etwas an. Die Moslems werden unterdrückt und sind durch diese und ähnliche Gesetze etc. geschützt, die christliche Kirche wird nicht unterdrückt und darf folglich auch verspottet etc. werden.
      Natürlich wird auch hier mit zweierlei Maß gemessen, darum geht es doch.
      Bei Moslems werden dann kulturelle Eigenheiten berücksichtigt, bei Abendländern wird das Gesetz auf´s schärfste ausgelegt und angewandt. Ist doch kein neues Vorgehen.
      Wie gesagt, nicht nur den Feminismus beachten, der Rest hat es in sich.
      Dir auch einen schönen Tag, ich gehe nun zum Fischen.
      Gruß
      Gerhard

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