Freizügigkeit – eine der vier Grundfreiheiten der EU

Wollen wir uns doch einmal die sog. Freizügigkeit unter einem Aspekt anschauen, der in der medialen Welt der buntesdeutschen Medien so gar nicht behandelt wird.

„Lustig ist das Zigeunerleben“, wer kennt es nicht, dieses Faschingslied, das ganz ohne rassistische Hintergedanken gesungen wird oder sollte ich sagen wurde. In politkorrekten Zeiten verschwindet so manches aus dem zeitgeistigen Sprachschatz.
Die vielbeklagte politische Korrektheit, die im übrigen keine Erfindung der Neuzeit ist, sondern schon lange praktiziert wird und auch nicht unbedingt zwangsläufig ein Merkmal der herrschenden Klasse ist, da auch in oppositionellen Kreisen bestimmte Meinungen/Begriffe geächtet sind und sofort auf´s heftigste bekämpft werden. In anderen Zeiten wurden sicherlich andere Begriffe verwendet, aber rauskommen tat es auf das gleiche.

Nun aber wieder zurück zur Freizügigkeit, die Grundfreiheit die als besonders schützenswerte Errungenschaft der EU gilt und von Anhängern, wie auch von sog. EU-Kritikern hochgejubelt wird.
Die EU braucht man nicht zu kritisieren, die EU muss weg, ganz einfach. Diese Kritiker wollen allesamt nur eines, dieses oder jenes besser machen und so die EU erhalten. Das läuft aber nicht, die EU muss wieder dorthin, wo sie herkam, ins Nichts. Hinweg mit ihr.

Ja, was ist dennn diese Freizügigkeit?
Sie ist nichts anderes, als die Freiheit zum Nomadentum, dorthin zu ziehen, wo die fettesten Wiesen abzugrasen sind und jetzt kommt das Wesentliche; daher auch die Unverzichtbarkeit auf diese Grundfreiheit, die letztendlich Zwang bedeutet; potentielle Arbeitnehmer, auch Lohnsklaven genannt, sind verpflichtet sich den Wanderungsbewegungen und dem Standortverhalten des großen Geldes, auch Investoren oder Märkte genannt, anzupassen und diesen zu folgen. Echtes Unternehmertum nomadisiert nicht.
Heute mag eine Wanderungsbewegung in die BRD erfolgen, morgen müssen vielleicht die Buntesdeutschen nach Rumänien oder Bulgarien wandern, dann nämlich, wenn dort im Gesamten günstiger produziert werden kann, wie im noch Mittellohnland BRD.

Wer den Finanznomaden, den vaterlandslosen Gesellen, nicht folgen mag oder kann, ist eben unflexibel und nicht für die gute, neue Zeit geeignet. Der hängt einem rückwärtsgewandten Lebensstil an, ist für seine Armut selbst verantwortlich und könnte künftig auch durch das sog. soziale Netz fallen.
Wer der Arbeit nicht nachzieht, hat eben keinen Anspruch auf Hilfe der Gemeinschaft. Irgendwie werden sie die verstockten Deutschen noch dazu bekommen, zu den Bedingungen zu arbeiten, die das internationale Kapital wünscht.

Die Freizügigkeit ein Zwang, eine Grundfreiheit ein Zwang?
Ein Zang zum nomadisierenden Lebensstil, ein Zwang die Heimat zu verlassen, ein Zwang zum Bezahlen von Hilfsgeldern an nicht arbeitswillige und -fähige Menschen, die dem Lockruf der höheren Sozialhilfe folgen usw. usf..
Wohnwagensiedlungen, wieso nur in den USA, dem Mutterland dieses Raubtier- und Nomadenkapitalismus´.

Freiheit bedeutet diese Grundfreiheit lediglich für das Großkapital, evtl. auch noch für Teile des mittleren, das aber über kurz oder lang von den großen Fischen gefressen werden wird.
Wie auch die anderen Grundfreiheiten ausschließlich auf die Großkopferten zugeschnitten sind und für sonst niemanden.

EU bedeutet Freiheit des Kapitals. Wer die EU stützt, stützt das Kapital und entzieht den Völkern innerhalb dieser EU den Boden.

Die größten Teile der jeweiligen Völker, innerhalb der EU und auch weltweit können und wollen nicht nomadisieren. Abgesehen von echten Nomadenvölkern, denen, so sie denn Naturvölker sind, die Nomadisierung zunehmend erschwert wird.
Für die überwiegende Mehrzahl der Menschen kommt die Nutzung der Freizügigkeit überhaupt nicht in Frage. Ich behaupte auch die Mehrheit der nomadisierenden Minderheit, will dieses Leben nicht, wirtschaftlicher Zwang und der Wunsch zum Überleben zwingt sie dazu.

Eine schöne „Freiheit“ diese Freizügigkeit. Noch mehr solcher „Freiheiten“ und es ist gar nicht mehr zum Aushalten.

Wie wenig diese Freizügigkeit innerhalb der Deutschen als Freiheit angesehen wird, ist am heftigen, medialen Trommelfeuer zu erkennen.
An der Stärke des medialen Trommelfeuers ist die Stärke der eigenen Stellungen zu erkennen. Wozu sonst dieser Aufwand?

Noch was zum Schluss. Wie sollte Freizügigkeit Arbeitsplätze schaffen?
Dieser Zwang zum Nachzug, erhöht die Anzahl von Bewerbern um eine begrenzte Zahl von vorhandenen Arbeitsplätzen. Was bedeutet dies, wenn man Angebot und Nachfrage in Betracht zieht? Richtig, es erhöht die Bereitschaft/den Zwang auch schlechtere Angebote anzunehmen. Die Freizügigkeit verknappt Arbeitspläzte im Verhältnis zu den Nachfragern.

Ist ja klar, dass dies alles nur der Sicherung „unseres“ Wohlstandes dient. Wer möchte anderes behaupten?

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Freizügigkeit – eine der vier Grundfreiheiten der EU

  1. Gerhard Bauer schreibt:

    Danke, Herr H., der Fehler ist beseitigt, bei dieser Gelegenheit auch ein gutes neues Jahr und auf weiteres gutes Zusammenwirken.
    Gerhard Bauer

  2. Pingback: Freizügigkeit – eine der vier Grundfreiheiten der EU | rundertischdgf

  3. nervender Kommentator schreibt:

    Schöner Text. Ich fasse mal zusammen: Irgendwann wird jeder Segen zum Fluch!
    In Zeiten, als die Masse der Menschen zeitlebens nicht weiter als bis ins Nachbardorf kam und auch noch als sich Deutsche eingesperrt fühlten, weil ihre Reisemöglichkeiten begrenzt waren, da war die Mobilität ein Segen. Die Masse kannte ihre Heimat bis ins Detail, wußte aber nichts von der großen weiten Welt. Der Reisende, der Wanderarbeiter konnte sein Weltbild erweitern. Heute kennt die Masse die Welt (zumindest aus dem Scheuklappenblick bis zum Straßenrand, darüber hinaus – Fehlanzeige). Heimatlose, orientierungslose Getriebene.

    Und das paßt auf viele unserer Freiheiten und Errungenschaften.

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