„Irgendwann werden wir schießen müssen.“

Versteht dies nur nicht als Aufforderung aber passend zu Sylvester lassen wir es heute mal krachen und sei es nur verbal von linksextremer Seite.
Mit obiger Überschrift begann ein Artikel auf linksunten indymedia org.
Der Artikel behandelt die Vorgänge um die Krawalle in Hamburg und das Vorgehen der Polizei.
Ich möchte noch das Ende des Artikels zitieren:

„…Unsere Hypothese für die Flora-Räumung: 200 Leute, 400 Mollis und dazu 50 GenosInnen mit Zwillen, jeweils 15 Schuss Stahlkugeln – und die Bullen werden den Abstand einhalten der geboten ist. Zweitausend bewaffnete, mit Hand- und Schnellfeuerwaffen – und die Bullen werden das Viertel verlassen.

 Das Traurige zum Schluss: Irgendwann werden wir schießen müssen. Das ist unvermeidlich. Nicht weil wir das Blutbad wollen. Sondern weil die Bullen uns jeden Raum genommen haben, den wir uns dann mit aller Gewalt zurückerobern müssen. Um atmen zu können. Um nicht in der Diktatur zu ersticken. Um nicht eines Tages aufzuwachen, nur um festzustellen, dass wir bereits tot sind.

 

Wir hoffen nur, dass wir nach der Scheiße, die uns der Bürgerkrieg abverlangt, noch genügend Menschlichkeit besitzen, das Andere, wozu wir antraten, zu verwirklichen.“

Dazu sage ich nur eines, die Menschlichkeit, soweit in Restbeständen überhaupt vorhanden, ist Revolutionären dieses Typus, bisher immer abhanden gekommen.
Wäre sie in genügendem Maße vorhanden, gäbe es die Schlächtereien der diversen Revolutionen nicht und es wäre auch nie notwendig gewesen sich der Revolutionäre nach Beendigung der Revolution, nach getaner Drecksarbeit, zu entledigen. Wie es bei allen Revolutionen der Fall war.
Beschönigend ist dabei der Satz „Die Revolution frisst ihre Kinder“.
Spontan fällt mir hier die Schlächterei an den Kronstädter Matrosen ein, die sich dem ehemaligen Zarenleutnant und späteren Marschall Tuchatschewski bereits ergeben haben und auf Befehl Sinowjews erschossen wurden. Insgesamt wurden ca. 2500 gefangene Matrosen wie Hunde erschossen.
Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Leben von Revolutionären, denen die Menschlichkeit „abhanden“ gekommen ist.
Tuchatschewski und Sinowjew wurden bei, von Väterchen Stalin durchgeführten, späteren Säuberungsaktionen ebenfalls zum Tode verurteilt.

Also ihr, die ihr euch um den Verlust eurer Menschlichkeit sorgen macht, nehmt euch in Acht. Nicht die Reaktion, nicht das faschistische System wird euch erledigen, eure Gesinnungsgenossen, werden dies übernehmen.
Falls ihr denn jemals soweit kommen solltet und einen Funken mehr Macht erreichen solltet, als eure unmittelbare Umgebung zu terrorisieren und mit Mord und Totschlag zu bedrohen.

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“

Oder

„Wer Wind sät, wird Sturm ernten“

Mein Ratschlag an ALLE Revolutionäre:
Geht arbeiten, verdient euch euren Lebensunterhalt und lasst euch nicht aushalten, von wem auch immer und schon gar nicht von diesem Scheißstaat, der er ja in euren Augen wohl ist.
Wenn ihr nur einen Funken Ehre im Leib habt, nehmt ihr kein Geld von diesem Staat, lasst euch z. B. auch nicht die Miete für von euch besetzte Häusern bezahlen.
Verlasst die Universitäten oder Hochschulen, kehrt dem Elternhaus und dessen Geldbörse den Rücken.
Werdet selbstständig, lernt auf eigenen Beinen zu stehen. Kauft, pachtet euch z. B. im In- oder Ausland landwirtschaftlichen Grund, gründet ein Handwerkerkollektiv oder was auch immer, werdet autark und lebt von der eigenen Hände Arbeit.
Beweist uns und euch, dass ihr mehr drauf habt als zerstören.
Dann reden wir weiter. Dann aber habt ihr auch keine Zeit mehr für Krawalle und Straßenschlachten. Wetten?
Ihr könntet im Kleinen das verwirklichen, was ihr anderen aufzwingen wollt.

Bisher war es doch meist immer so, dass die radikalsten und extremsten Revolutionäre nie von der eigenen Hände Arbeit gelebt haben und dazu auch nicht in der Lage waren.
Sie wollten die Macht, sie brauchten die Macht.
Sie brauchten sie, um einem Lebensstil frönen zu können, der ihnen durch Arbeit und Leistung niemals zugekommen wäre. Sie haben immer nur sich selbst befreit, der Rest, die Masse, das Volk wurde weiterhin unterdrückt und dies in einem Maße, dass die vorherigen Zustände meist als wohltuend empfunden werden konnten.

Revolutionäre, Politiker, sie sind alle aus ein und demselben Stoff. Sie unterscheiden sich in manchen Punkten, im Kern sind sie aber aus demselben Holz geschnitzt.

Jetzt noch eine entscheidende Frage ganz zum Schluss, die ja auch gelöst werden muss:
Wer kauft und bezahlt die entsprechenden Waffen?
Woher kommt das Geld?

Noch ein Gedanke.
Man stelle sich vor, irgend so ein Hirni von „nationalem Revolutionär“ mit Hitlerbild an der Wand oder so, hätte solche Zeilen geschrieben.

Es kann natürlich auch so kommen, dass eines Tages ein Photo auftaucht, auf dem unser zukünftiger Bundeskanzler oder irgendein Minister mit der Knarre oder einem Molotowcocktail in der Hand, auf einer der Barrikaden zu sehen ist, die in gegenwärtig in Hamburg errichtet werden. In der BRD ist vieles möglich.

Zur Motivation der Schreiber o. a. Zeilen kann ich nur einige Vermutungen anstellen.
Es ist auch möglich, dass es sich dabei um bezahlte Provokateure handelt, um Aufreißer für den VS, die ein paar Dumme suchen, die bereit sind den „revolutionären“ Kampf gegen den „Scheißstaat“ mit der Waffe in der Hand zu führen und im Falle einer Notwendigkeit, für das System wohlgemerkt, diese auch benutzen.
Die Folgen kennen wir alle. Verschärfte Gesetze, polizeiliche Maßnahmen etc..

Es könnte auch sein, dass es eine Gruppe von Spinnern ist, die selbst zu feige sind, um zur Waffe zu greifen und ein paar Dumme suchen, die dies für sie tun und so eine neue RAF oder ähnliches ins Leben rufen wollen.
Spinner gibt es ja genug und für nahezu alles lassen sich ein paar Idioten finden.

Es gibt noch viele Möglichkeiten, auf jeden Fall aber wird keine Gruppe zum bewaffneten Kampf aufrufen, wenn sie nicht schon bewaffnet ist und diesen aus der Illegalität heraus führt.

Wieso nicht? Falls Geheimdienste und Polizei nicht ohnehin schon Bescheid wissen, so wissen sie spätestens ab diesem Moment Bescheid und können entsprechend reagieren.
Dass auf solche Artikel von Seiten des Systems nicht reagiert wird, könnte darauf hinweisen, dass dieses „unverbesserliche Kollektiv“, in dessen Namen der Aufruf unterzeichnet wurde, dem System oder dessen Herren, dient und diese(s) diese Kettenhunde noch an der lockeren Leine bellen lässt.
Gebissen werden evtl. dann Leute, die das System „entsorgen“ will oder deren „Entsorgung“ dem System dient.
Ein Mord, eine Gewalttat zur rechten Zeit, ist besser als tausend Worte, wenn man denn bestimmte Dinge durchsetzen will, wie z. B. Verbote, Gesetzesverschärfungen, Repressalien usw. usf..

Meine Devise, je radikaler, je extremer sich manche Leute gebärden, umso mehr Vorsicht ist angebracht.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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