Bürgerrechte und Bürgerpflichten I

Gestern entspann sich eine Unterhaltung über mögliche Formen des Zusammenlebens, sowie über die Demokratie und Anarchie. Der Kommentator Augustus stellte dabei Fragen in den Raum, wie denn das Faustrecht draußen gehalten werden könnte, wie es mit dem Eigentum wäre und wo die Freiheit des einen aufhört, um die des anderen nicht zu verletzen.
Kein einfaches Thema, deshalb auch die Nummerierung, da ich meine, dass da noch einiges kommen muss und wird.

Dies alles sind wichtige Fragen, die beantwortet werden müssen aber im Grunde bereits beantwortet sind.
Dinge wie das Faustrecht sind in unserem Lande bereits seit einigen hundert Jahren kein Thema mehr und es ist bestens geregelt, wann der einzelne Gewalt ausüben darf und wann nicht.
Es ist allgemein anerkannt ist, dass zum Zwecke der Notwehr Gewalt von jedermann angewandt werden darf. Körperverletzung, egal ob fahrlässig, grob fahrlässig oder vorsätzlich hingegen ist untersagt bzw. unter Strafe gestellt und niemand wird ein Problem damit haben, dies beizubehalten.
Damit möchte ich sagen, dass viele Dinge im Zusammenleben ohnehin bereits bestens funktionieren, dazu bedarf es keiner Obrigkeit. Dies bedeutet nicht, dass es keiner Ordnungsorgane mit besonderen Vollmachten bedürfte, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen und Zuwiderhandlungen ahnden und dies im Rahmen der für jedermann gleichermaßen geltenden Regelungen.

Eigentum ist eine kitzlige Frage. Wobei in erster Linie zu klären wäre, wie wurde das Eigentum erworben.
Nehmen wir als Beispiel die Ländereien von Kirche und Adel. Diese Ländereien waren ursprünglich Gemeineigentum. Von Landnehmern wurde der Gemeinschaft dieses Land entrissen, Kirchenfürsten und adlige Herren wurden als Eigentümer/Verwalter eingesetzt und in diesem Rahmen hatten sie vielfältige Aufgaben zu erfüllen, wie z. B. als Ordnungs- und Schutzmacht zu fungieren, sie hatten auch das Gerichtswesen unter sich.
Sie hatten Aufgaben die heute denen eines Ministerpräsidenten und anderer staatlichen Organe nicht unähnlich sind. Diese Aufgaben werden seit langer Zeit nicht mehr erfüllt und daher ist meiner Meinung nach auch der Anspruch auf diese  Ländereien verfallen und müsste wieder in Gemeineigentum überführt werden. Entschädigungslos versteht sich. Für eine Generation könnte noch eine Art Übergangsgeld bezahlt werden, dann muss die Sache aber erledigt sein. Sie könnten durchaus als Verwalter weiterhin mit der Betreuung der Ländereien beauftragt werden evtl. auch als Pächter. Das Eigentumsrecht hätten sie allerdings verloren.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, das jeweilige Volk hat generell das Obereigentum an sämtlichem Grund und Boden des Landes, dass diesem Volk als Lebensraum zur Verfügung steht, nach unten gestaffelt, so, dass Gemeinden im Besitz des Obereigentums wären und nicht eine irgendwie geartete übergeordnete Stelle, sei es ein Monarch, eine Staatsverwaltung oder ein republikanischer Präsident.
In diesem Rahmen werden Nutzungsrechte vergeben, die durchaus generationenübergreifend wirken können und auch sollen.
In diesem Fall würde „unser“ Land tatsächlich zu unserem Land und bliebe keine leere Floskel. Ganz egal, ob jemand in einer Mietswohnung lebt oder in einem komfortablen Eigenheim mit Grundstück. Tatsächlicher Landerwerb im Sinne von Eigentum daran erwerben, muss auch möglich sein, sollte aber nur bis zu einer gewissen Größe erlaubt werden. Das Obereigentum bliebe davon allerdings unberührt. Das Land ist die Lebensgrundlage eines Volkes und MUSS dessen Eigentum sein.

Das Eigentum an Produktionsmitteln wäre ähnlich zu sehen. Das Land gehört „uns“, das Unternehmen kann nur funktionieren,  wenn wir unser Land dafür hergeben, die erforderliche Infrastruktur bereitstellen usw. usf. und genau in diesem Rahmen haben wir auch ein Mitsprache- und Eigentumsrecht. Es wäre also nicht möglich, dass ein Unternehmer oder eine Gruppe von anonymen Besitzern das Unternehmen schließt und/oder weiterzieht und dadurch ganze Landstriche in Armut stürzen kann.

Nun noch zu der Frage “wann greift die Freiheit des Einen in die Freiheit des Anderen ein”.
Kurz und bündig, meistens. Das lässt sich nicht verhindern, die Frage ist, wann schadet ein bestimmtes Verhalten dem oder den anderen.
Ich habe bei ef auch eine Zeitlang mitgelesen, als noch kommentiert werden konnte, und von Kommentatoren gelesen, es dürfe z. B. niemand etwas dagegen haben, wenn jemand erotische/pornographische Zeichnungen auf seine Hauswand aufbringt oder seinem Gebäude eine phallische Form gibt. Große Widersprüche gab es damals nicht.
Ich bin da anderer Meinung, es gibt so etwas wie die guten Sitten und daran hält man sich oder hat man sich zu halten. Innerhalb seines Hauses kann sich jedermann an die Wand pinseln, wozu er gerade lustig ist, außen nicht.
Um ein anderes Beispiel zu nennen, gewalttätige Computerspiele mit denen die Seelen von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen geschädigt werden. Solche „Spiele“ zu verbieten, damit hätte ich keinerlei Problem. Nicht mit allem und jedem muss man Geschäfte machen dürfen.
Hier kommt auch das gesunde Empfinden der einzelnen zum Tragen und mancher Schund wäre nicht auf der Ladentheke oder im Netz zu finden, hätten die Menschen dazu etwas zu sagen.
Es muss die Möglichkeit genommen werden mit dergleichen Schund leichtes Geld zu verdienen. Denn nur darum geht es und hintergründig oder vielleicht doch hauptsächlich darum, uns Menschen aus dem gemeinen Volk, uns Untertanen, zu schädigen. Wenn man damit dann auch noch Geld verdienen kann, umso besser.
Hier sehe ich Gegnerschaft, über Freiheit will ich da nicht reden.

Für mich steht es außer Frage, dass es allgemeingültige Gesetze geben muss, wie sie beispielsweise im Strafgesetzbuch niedergeschrieben sind.
Auch für private Verträge müssen bestimmte Grundregeln gelten, vor allem, dass „Cleverles“ etwas unbedarftere Zeitgenossen nicht einfach übervorteilen können. Treu und Glauben, gute Sitten und ähnliches müssen einen hohen Stellenwert haben. Nicht das Kleingedruckte darf entscheidend sein, sondern das, was in großen Buchstaben geschrieben steht, was angepriesen wird.
Ich bin überzeugt, dass wir noch über Juristen verfügen, die entsprechende Vorschläge ausarbeiten und unterbreiten können und das unverständliche, ausufernde Gesetzesunwesen dieser Republik gründlich ausmisten und unseren Erfordernissen entsprechend anpassen können.

Es gibt viel zu tun, zu überlegen, zu besprechen. Z. B. auch die Frage der Landesverteidigung.
Erhalten diejenigen die sich der Verteidigung ihrer Heimat zur Verfügung stellen bestimmte Sonderrechte oder ist eine Vollbürgerschaft nur dadurch zu erreichen, wenn sämtliche Pflichten gegenüber den Interessen der Gemeinschaft, die letztendlich auch mit den eigenen verwoben sind, erfüllt wurden?
Oder kann es angehen, dass ein Teil der Männer im Feld steht und evtl. den höchsten Preis bezahlen muss; den Wehrdienst ableistet; an Wehrübungen teilnimmt, während andere sich in dieser Zeit private Vorteile verschaffen und sei es nur auf der faulen Haut zu liegen?
Meiner Meinung nach nicht. Rechte müssen mit Pflichten einhergehen, je mehr Rechte, umso mehr Pflichten.
Immer wieder hört und liest man von Kriegs- und Krisengewinnlern, die es auch tatsächlich gibt, also jene Leute, die vom Unglück anderer profitieren.
Wie wird mit jenen Verfahren? Welche Möglichkeiten gibt es, um solche Auswüchse von vornherein zu verhindern?

Über was wir uns hier Gedanken machen, ist ein anderes Leben, das mit dem heutigen nicht mehr viel gemein hat. Es sollte aber doch jeder Mal in sich gehen und sich überlegen, wie er es denn gerne hätte, wie er sein und das Leben der Gemeinschaft in der er lebt gestalten würde, hätte er dazu die Möglichkeit.
Durchbrechen wir die Stellvertretermentalität, dass wir anderen die Gestaltungsmöglichkeit für unser Leben überlassen, die sich in dieser Republik repräsentative Demokratie nennt.
Hilf Dir selbst so hilft Dir Gott oder mit Schiller gesprochen Dem Mutigen hilft Gott

Bürgerrechte und Bürgerpflichten II

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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10 Antworten zu Bürgerrechte und Bürgerpflichten I

  1. Augustus schreibt:

    Servus Gerhard,

    werde auf einiges eingehen und erlaube mir, die betreffenden Passagen zu zitieren:

    ***Dinge wie das Faustrecht sind in unserem Lande bereits seit einigen hundert Jahren kein Thema mehr und es ist bestens geregelt, wann der einzelne Gewalt ausüben darf und wann nicht.***

    Das halte ich für nedingt gültig. Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, ist es für Andere noch längst nicht. Hier ist insbesondere bei den „Einwanderern“ aus Mohamedanischen Ländern zu verweisen –> Stichwort Paralleljustiz.

    ***Diese Aufgaben werden seit langer Zeit nicht mehr erfüllt und daher ist meiner Meinung nach auch der Anspruch auf diese Ländereien verfallen und müsste wieder in Gemeineigentum überführt werden. Entschädigungslos versteht sich. Für eine Generation könnte noch eine Art Übergangsgeld bezahlt werden, dann muss die Sache aber erledigt sein. Sie könnten durchaus als Verwalter weiterhin mit der Betreuung der Ländereien beauftragt werden evtl. auch als Pächter. Das Eigentumsrecht hätten sie allerdings verloren.***

    An sich eine akzeptable These. Wer allerdings das Tor für derartige Enteignung aufstößt kann sich jedoch schnell selbst in der Flut wieder finden. Beispiel: Du erwirbst ein Stück Eigentum – rechtmäßig (gemäß der simulierten Rechtsordnung) – von einer jener Institutionen, die in Folge dieser Simulation enteignet wurden. So stellen sich folgende Fragen: Hast Du in diesem Fall das Eigentum rechtmäßig erworben, oder müsste mit dem „neuen Eigentümer“ nochmals verhandelt werden. Also m. E. gibt es nur zwei Möglichkeiten: Eine komplette Revolution i. S. d. neuen Eigentumrechtes (was auch für Dritte – in dem beispiel für Dich – unbillige Härten in enormem Umfang bedeuten würde), oder aber – nach dem Rechtstaatlichen Prinzip – eine Änderung des Eigentumrechtes ausschließlich in die zukunft, sobald es belastend für betroffene ist.

    ***Grundsätzlich bin ich der Meinung, das jeweilige Volk hat generell das Obereigentum an sämtlichem Grund und Boden des Landes, dass diesem Volk als Lebensraum zur Verfügung steht, nach unten gestaffelt, so, dass Gemeinden im Besitz des Obereigentums wären und nicht eine irgendwie geartete übergeordnete Stelle, sei es ein Monarch, eine Staatsverwaltung oder ein republikanischer Präsident.
    In diesem Rahmen werden Nutzungsrechte vergeben, die durchaus generationenübergreifend wirken können und auch sollen.
    In diesem Fall würde „unser“ Land tatsächlich zu unserem Land und bliebe keine leere Floskel. Ganz egal, ob jemand in einer Mietswohnung lebt oder in einem komfortablen Eigenheim mit Grundstück. Tatsächlicher Landerwerb im Sinne von Eigentum daran erwerben, muss auch möglich sein, sollte aber nur bis zu einer gewissen Größe erlaubt werden. Das Obereigentum bliebe davon allerdings unberührt. Das Land ist die Lebensgrundlage eines Volkes und MUSS dessen Eigentum sein.***

    Bin voll und ganz Deiner Meinung. Aber auch hier bedarf es genauer Regeln. Wenn wir uns an die Flut in diesem Jahr erinnern, dann muss natürlich einigkeit in der Gefahrenabwehr bestehen. Berichten zufolge haben einzelne immer wieder verhindert, dass wirkungsvolle Maßnahmen zu Prävention getroffen werden konnten. Insbesondere in diesem Thema gehe ich mit Deiner Version vom „Obereigentum“ vollkommen konform.

    Nur ein Wort zu den „guten Sitten“: Diese sind in vielen Gesetzen bereits verankert, haben aber zunehmend an Bedeutung verloren. Der Grund ist klar: Es handelt sich um einen „Gummibegriff“. Bei solchen Themen bin ich immer sehr vorsichtig. Was der Eine als anstößig empfinden mag kann der Andere durchaus als ästhetisch empfinden, deshalb will ich hier auch nicht so stark drauf eingehen. Diese Themen weiten sich schnell in Endlosdiskussionen aus, bei denen dann doch kein Konsens gefunden werden kann. Ich zum Beispeil finde leicht erotische Werbebilder in Ordnung, pornografische hingegen lehne ich – sofern sie in der öffentlichkeit gezeigt werden – ab. Da sind wir – denke ich – im Kern der gleichen Ansicht.

    ***Um ein anderes Beispiel zu nennen, gewalttätige Computerspiele mit denen die Seelen von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen geschädigt werden. Solche „Spiele“ zu verbieten, damit hätte ich keinerlei Problem.***

    Da bin ich allerdings anderer Meinung. Ich bin der Ansicht, dass nicht diese Spiele an sich die Leute schädigen, sondern dass die Betreffenden Leute – die darauf hin diese Spiele als Anlass zu Gewalttaten nehmen – bereits geschädigt sind. Sei es weil die Gesellschaft sie geschädigt hat, oder sei es weil sie einfach nur gestört sind. Vielleicht bin ich auch leicht befangen bei diesem Thema, da ich selber gerne mal taktische Schießspiele spiele, aber ich erkläre mich da gerne. Gerade weil ich diese Spiele gespielt habe, meine ich, dass ich dazu etwas sagen kann. So hat beispielsweise Renate Künast sich für ein solches Verbot ausgesprochen. Als Beispiel nannte sie ein Spiel, welches ich selbst gespielt habe. So behauptete sie in einer Talkshow, dass man dort Prostituierte töten müsse und sie zerstückeln müsse. Das war allerdings in diesem Spiel überhaupt nicht möglich. Entweder hat sie glatt gelogen, oder aber sie hat sich die Materie – mit welche sie sich dort befassen wollte – überhaupt nicht selbst angeschaut. Mit dem gleichen Argument werden von Zeit zu Zeit immer mal die Waffengesetze verschärft. Einer läuft Amok, tausende anständige Leute werden dafür kriminalisiert und bestraft.
    Die jetzigen Gesetze und Alterseinstufungen sind m. E. ausreichend, aber sie müssen auch umgesetzt werden. Hier sind gesellschaftlich allerdings auch die Eltern gefragt. Was sind das für Eltern, die Kinder Spiele spielen lassen, die sie noch nicht verarbeiten können?

    ***Erhalten diejenigen die sich der Verteidigung ihrer Heimat zur Verfügung stellen bestimmte Sonderrechte oder ist eine Vollbürgerschaft nur dadurch zu erreichen, wenn sämtliche Pflichten gegenüber den Interessen der Gemeinschaft, die letztendlich auch mit den eigenen verwoben sind, erfüllt wurden?
    Oder kann es angehen, dass ein Teil der Männer im Feld steht und evtl. den höchsten Preis bezahlen muss; den Wehrdienst ableistet; an Wehrübungen teilnimmt, während andere sich in dieser Zeit private Vorteile verschaffen und sei es nur auf der faulen Haut zu liegen?***

    Vollkommen Deiner Meinung!

    Und hier darf ich nochmals auf Machiavelli verweisen: Das Herrschaftssystem – Monarchie, Republik etc. – ist nicht entscheident. Entscheident ist das Volk, seine Werte und jene Institutionen, die alles in einem Rahmen verteidigen.

    Danke auch nochmal, dass Du das hier zum Thema gemacht hast, ich finde diese Grundsatzdiskussionen immer ausgesprochen interessant.

    Eine Schönes Wochenende.
    Beste Grüße

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Servus Augustus,
      danke für Deine ausführliche Antwort. Ich werde morgen in Form eines Artikels auf einige Punkte eingehen.
      Nun kurz zur Frage des „enteigneten“ Eigentums, dies soll auch nicht in Privateigentum umgewandelt werden, sondern in Gemeineigentum. Wie dies z. B. auch während der Säkularisation geschah, so gingen die bayerischen Staatsforste aus solchen Gütern hervor. Der Unterschied wäre, dass nicht der Staat Eigentümer würde, sondern die entsprechenden Gemeinden und dieses Land auch Gemeineigentum bleiben müsste und nicht privatisiert werden darf.
      Ähnliche Konstrukte gab es bereits, z. B. bei Rittergütern, die unter der Oberaufsicht der Ritter standen und im Falle schlechten Wirtschaftens oder sozialen Missständen von der Ritterschaft geführt verwaltet wurde. Damals wirkte auch der Fideikommiss und diese Ländereien durften auch nicht beliehen werden. Eine sehr wichtige Sache.
      Wir brauchen nur etwas zurückzugehen und schon zeigen uns unsere Vorfahren Möglichkeiten der VErwaltung von Ländereien.
      Genaueres ist aber wirklich Sache von Juristen.
      Auch die Fürstenenteignung gab es bereits in Deutschland und zwar während der Weimarer Republik.

      Zu den „Guten Sitten“. Die Guten Sitten sind ein verankerter Rechtsbegriff, der nicht von persönlichen Anschauungen abhängig ist und als Rechtsbegriff muss dies auch wieder mehr Bedeutung erlangen oder auch entsprechend ausgebaut werden.

      Nur noch nebenbei, heute habe ich die Fischerprüfung abgelegt und bin nun staatlich geprüfter Petrijünger.
      Auch Dir und allen Gefährten ein schönes Wochenende
      Gruß
      Gerd

      • Augustus schreibt:

        Servus Gerhard,

        sehr gerne.

        Interessanter Punkt. Dieses Gemeineigentum müsste m. E. dann allerdings den jeweiligen Gemeinden zufallen. Keinesfalls dürfte dieses Eigentum (meiner Ansicht nach) wie im Sozialismus als Volkseigentum angesehen werden. Aber das meinst Du sicherlich auch, denn Deine Einstellung zum Zentralismus ist ja bekannt.

        Ja, ich weiß was Du mit verankertem Rechtsbegriff meinst, doch gleichzeitig sind sie auch ein unbestimmter Rechtsbegriff. Juristen sagen gern, dass man diese Begriffe dann mit Leben füllen muss. Hier sehe ich das anders, denn die Richter sind immer auch Kinder des Zeitgeistes. Das kann man nun so und so beurteilen, anthropologisch ist dies allerdings nur konsequent. Ein Gesellschaftsbild kann man ohnehin nicht immer von Gesetzen abhängig machen, daher feinde ich den Gummiparagragen von dieser Seite her gut, aber man kann gewiss auch berechtigte Kritik anbringen.

        Besonders gefährlich sind Gummiparagrafen im Strafrecht. Beispiel Beleidigung: Was in bestimmten Gesellschaftlichen Gruppen normal ist, kann in Anderen schon als Beleidigung empfunden werden. M. M. n. müsste dieser Paragraf abgeschafft werden, nicht weil ich Beleidigung gut heiße, sondern weil es einfach viel zu komplex ist um in einem Gesetz erfasst zu werden. Wir beide würden uns – davon gehe ich fest aus – niemals mit Worten wie Arschloch bezeichnen, es sei denn, wir hätten wirklich die Intention uns zu beleidigen. Unter anderen ist das vielleicht normal (ob nun freundschaftlich oder Gruppenmäßig). Hier sind der Justizwillkür Tür und Tor geöffnet. Aktuelles Beispiel ist Herr Sürzenberger. Vorab: Ich mag ihn eher weniger, aber in einer Sache ist im durch den Gummiparagrafen Unrecht geschehen. Bei einer Diskussion mit einem Polizeibeamten, dessen Entscheidung er offenbar als unrechtmäßig empfand sagte er wohl sinngemäß: „Ja lecks mich doch am Arsch“. Damit muss der Polizeibeamte nicht mal gemeint gewesen sein, trotzdem wurde Herr Stürzenberger bestraft. Hätte nun jemand mit einer „akzeptierten Meinung“ gleiches gesagt, wäre alles in Butter.

        Abschließend – und jetzt nerv ich nicht weiter 🙂 – gratuliere ich Dir recht herzlich zur erfolgreich absolvierten Fischerprüfung. Petri Heil!

        Danke 🙂

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Petri Dank

        Begriffe wie Sozialismus, Volkseigentum und dergleichen will ich gar nicht verwenden, da sie allesamt „besetzt“ sind.
        Ich führe auch nur Beispiele auf. Es könnte ja z. B. eine Gemeine durchaus anders entscheiden und mit ihrem „Grundherrn“ andere Vereinbarungen treffen. Auch hier selbstverständlich kein Zentralismus, auch keine Revolution, sondern gedeihliches Zusammenleben zum Nutzen aller, in dem sich vieles entwickeln kann. Der Raum hierzu muss allerdings vorhanden sein und deshalb muss der Zentralismus weg.
        Würde ich hier allgemeingültige Vorschläge unterbreiten, befände ich mich ebenfalls wieder auf dem Weg des Zentralismus oder auf dem Weg des deutschen Sozialismus, der wie Spengler meint, darin besteht, dass der Deutsche allgemein immer der Meinung ist, alle müssten so leben wie er es macht.
        Für einen Baiern ist das abwegig, wir, die echten Baiern, sind mehr Eigenbrötler und manchmal ganz sture Hunde.
        „Was geht das mich an?“ – „Das geht Dich an Sch…….. an.“, wenn wir es auch nicht immer sagen (dürfen), denken tun wir´s oft.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Noch was zum Thema gewalttätige Computerspiele/Pornographie und ähnliches.
      Ich kenne auch Leute die solche Spiele spiel(t)en, die gingen auch nicht auf die Straße und legten Leute um. Wie auch niemand der sich irgendwelche Pornos reinzieht dies auch ausleben muss. Ich kenne aber auch Leute, denen merkt man es an, die haben einen an der Klatsche. Ich weiß ja nicht was Du spielst und ich kenne die Spiele auch nicht, aber wenn jemand gewalttätige Spiele spielt, im Sessel sitzend, der hat irgendwo ein Problem oder es kann sich eines entwickeln. Wenn jemand zum Painball geht, was ich auch nicht mache, dann hat er noch die Bewegung und kann sich ausarbeiten. Vor dem Rechner geht alles, die ganze Aktion, der ganze Stress in die Psyche, Stresshormone werden gespeichert und nicht abgebaut.

      Wieso sollten Spiele, die u. a. auch dazu verwendet werden US-Soldaten die Tötungshemmung abzutrainieren, was ohnehin schon ein perverser Vorgang ist, auch noch öffentlich verkauft werden? Nur damit sich ein paar Drecksäcke und Verrückte die Taschen mit Geld füllen können? Nein, da bin ich ganz entschieden dagegen. Diese Dinge sind so unnötig wie ein Kropf und niemand würde sie von sich aus verlangen, wenn sie nicht geschaffen und beworben würden. Geschaffen und beworben werden sie nur, wenn Geld damit zu verdienen ist und diese Grundlage würde ich diesen Verbrechern nehmen.
      Das mag für Dich hart klingen.
      Wenn jemand auf diesen Gebieten nicht erfahren ist und so etwas zum ersten Mal ansieht, kann er sich nur mit Grausen abwenden. Natürlich gibt es einen Gewöhnungseffekt und das ist ein gefährlicher Punkt. Man gewöhnt sich an vieles, aber muss es sein?

      Viele dieser Spiele und Filme gehen eindeutig über das normale Maß hinaus und sind einfach nur eine Sauerei und großer Mist. Für Kinder und Jugendliche Gift und für Erwachsene so unnötig wie ein Kropf und welche Wirkungen im Unterbewusstsein sich entfalten, das mag wahrscheinlich niemand so richtig zu beurteilen.
      Bei den Spielen weiß ich nicht so Bescheid, aber schau Dir im Fernsehen mal an, welche Namen bei bestimmten Serien und Filmen als Produzenten aufgeführt werden. Dann weiß ich, wer uns „versauen“ will und damit auch noch eine Menge Geld macht.

      In den 60er Jahren, das war die Zeit als die Filme aus den USA ins deutsche Fernsehen schwappten. Schlägereien, Morde und Einbruchtechniken gehäuft gezeigt wurde. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Generation unserer Eltern und Großeltern schimpften und meinten, man bräuche sich nicht zu wundern, wenn Jungendliche dies nachmachten. Natürlich machten es nicht alle, ein Teil allerdings schon.
      Auf diese Art und Weise wird das sittliche Gefüge in Unordnung gebracht und dies hat durchaus System.

  2. Augustus schreibt:

    Vorm Umtrunk habe ich noch kurz Zeit 🙂

    Ich kann Deine Einwände durchaus verstehen, die Begründung ist plausibel. Ich für meinen Teil spiele einen sogenannten Shooter. Also kein „Splatter-Spiel“, sondern einen, der auf Taktik und Teamarbeit ausgelegt ist. Ich treibe übrigens auch selbst gerne Sport mit diesen Elementen. Lange habe ich eine asiatische Nahkampfkriegskunst gelernt. Als emotional abgestupft würde ich mich nciht bezeichnen, im Gegenteil, ich achte Tiere, Menschen und sogar Pflanzen, ich kann aber auch ausgesprochen hart und konsequent handeln, wenn ein Angriff erfolgt und Verteidigung angesagt ist. Eine funktionfähige Psyche kann sehr wohl Realität und die virtuelle Welt unterscheiden. Vielmehr sollte man sich fragen, was bei den Leuten falsch läuft, die das nicht können.

    Sicherlich kann man sich hier taktiken aneignen, die jemand bei einem Amoklauf – oder was weiß ich – nutzen kann. Diese kann man sich allerdings auch im Wehrdienst aneignen – und das ist dann wirklich auf Realität getrimmt. Auch dort habe ich genügend Leute gekannt, die ich als psychisch auffällig bezeichnen könnte. Ob das nun bloße Hervortuerei war sei mal dahin gestellt. Ich behaupte, den Zustand einer Gesellschaft erkennt man auch an Amokläufen. Amokläufe sind ein Phänomen, dass – vergleichweise – häufig in den USA und Deutschland auftritt. In Japan, der Schweiz und in anderen intakten Ländern (Süd)Korea hingegen werden diese Spiele auch gespielt, sogar viel häufiger. Wie oft hört man dort von derartigen Amokläufen? Dort ist es die absolute Ausnahme. Ich denke wir wissen beide, dass diese Völker sich eine vollkommen andere Ordnung und ein anderes Gesellschaftsbild bewahrt haben.

    Das sittliche Gefüge wird erst durcheinander gebracht, wenn es ohnehin schon zerbröselt ist. Das ist in Deutschland der Fall. Ob ein tieferer Plan dahinter steht? Gute Frage. Er wäre „genial“. Man zerbröselt eine Wertnorm um gesellschaftliche Unruhe zu stiften. Dann atomisiert man die Gesellschaft, damit sie dieser Wertezerstörung nicht mehr entgegentritt und nutzt die Fälle von Amokläufen um die anständigen Bürger zu entwaffnen. Neulich war ein Bericht in den Nachrichten, bei dem berichtet wurde, dass es eine Schießerei gegeben hätte. Ganz beiläufig. Was wäre wohl gewesen, wenn es sich um zwei Sportschützen gehandelt hätte, die legal Waffen besitzen? Dann wäre die Kavallerie angerollt, hätte die Computer beschlagnahmt in der Hoffnung, dass dort irgendwelche Ballerspiele gespielt wurden oder „rechte“ Seiten aufgesucht wurden. Dann hätten die Politiker gefodert, dass Sportschützen nur noch Wasserspritzpistolen nutzen dürfen, wieder zensiert werden soll und der „Kampf gegen Rechts“ angekurbelt.

    Versteh mich hier nicht falsch. Du hast natürlich auch Recht. Solche Leute konsumieren solche Medien. Solche Leute haben allerdings meist auch gemeinsam, dass sie Außenseiter sind, gemobbt werden. MEist wurden sie durch ihre Umwelt zu dem, was sie dann sind. Dann stellt sich nur noch die FRage: Haben sie selbst noch ethische Werte.

    Wir werden uns bei dem Thema sicherlich nicht in vollem Umfang einigen können. Das ist aber auch nicht wichtig, weil nur aus Reibung Energie entstehen kann 🙂

    So, nun aber wirklich: Einen Schönen Abend 🙂

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Ich habe die Thematik „Amokläufe“ etc. bewusst nicht angesprochen und wollte dazu auch keine Verbindung herstellen. Mir ist der propagandistische Missbrauch, die Instrumentalisierung, vollkommen klar und weiß, dass man auf einer anderen Ebene darüber sprechen muss.
      Trinke nicht mehr, als mit Gewalt rein geht, nur die Viecher hören auf zu trinken, wenn sie keinen Durst mehr haben.
      So, damit kann auch der oder die Drogenbeauftragte hypervenitilieren und sich einen Samstagabendrausch der besonderen Art gönnen.

  3. Moritz Haberland schreibt:

    Zitat: „Durchbrechen wir die Stellvertretermentalität, dass wir anderen die Gestaltungsmöglichkeit für unser Leben überlassen, …“

    Das scheint mir ein Grundproblem der Menschen zu sein, sie scheuen die (politische) Verantwortung für ihr eigenes Dasein.

    Ich war mit meinen „Stellvertretern“ immer so recht unzufrieden, in der ersten Lebenshälfte war es für 30 Jahre die SED, Pech gehabt und in der zweiten Lebenshälfte hatte ich die CDU, SPD, FDP und BüGrü, noch mehr Pech gehabt.

    Das menschliche Leben verträgt (und meines schreit) nach Selbstverwaltung,
    doch die „Vermassung“ der Menschen spricht leider dagegen, macht unmündig.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Richtig, diese Bequemlichkeit ist ein Problem, aber auch eine gewisse natürliche Angelegenheit. Der Mensch will seiner Arbeit nachgehen und sich nicht mehr groß mit anderen Dingen beschaffen, von ein paar Naturen mal abgesehen. Wenn man die Leute in dieser Richtung in Ruhe lässt, nicht zu sehr gängelt oder aussaugt, dann dürfte alles einigermaßen gut laufen.
      Hier zeigt sich aber auch Widersprüche die vielleicht gar nicht aufzulösen sind, aber mit etwas Verstand auch nicht aufgelöst werden müssten.
      Zum einen, die Masse, die in Ruhe gelassen werden will, für ihren Lebensunterhalt sorgen will, sich je nach innerer Einstellung mit einem gewissen Grad Fremdbestimmung abfindet, zum anderen als Gegenpart jene, die für andere alles regeln und organisieren wollen und jene, damit zwangsläufig im Laufe der Zeit über das Ziel hinausschießen, dann gibt es noch jene die andere organisieren und für die eigenen Interessen arbeiten lassen wollen oder anders ausnutzen wollen.

      Jedem dieser Bedürfnisse, die wohl im Menschen verankert sind, muss Rechnung getragen werden, da sie auch eine gewisse Berechtigung haben. Es kommt darauf an, dass man das richtige Maß findet und sowohl das eine, wie das andere nicht Überhand nehmen lässt.

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