VON SCHWEINEKÖPFEN UND BRENNENDEN KIRCHEN

 

Marco Kunz

Berlin

VON SCHWEINEKÖPFEN UND BRENNENDEN KIRCHEN

Als vor einigen Monaten die Willehadi-Kirche in Garbsen (mutmaßlich von einer migrantischen Jugendgang, deren Anführer den Namen Mohammed trägt) vollständig niedergebrannt wurde und von unseren Medien und Politikern außer demonstrativem beredtem Schweigen nichts zu hören war und selbst die (Kirche) EKD nicht wirklich protestierte, sondern die Täter zu Opfern machte, und die lokale Presse (die überregionale berichtete gar nicht) noch die aufgebrachten einfachen Bürger und Gläubigen, die ihren nicht unbegründeten Verdacht äußerten, beschimpfte und sich über eine angebliche „Hatz auf Muslime, die christliche Kirchen anstecken – irrsinnig“ echauffierte – da stellte ich schon fest (und dass das so ist, liegt wirklich auf der Hand), dass im umgekehrten Fall, also wenn eine Moschee abgefackelt würde, alle Medien aufschreien, die Kanzlerin, der Bundespräsident vor Ort sein würden, es eine weitere Verschärfung der Zensur und eine „Hatz auf Islamkritiker“ geben würde, usw.


So einen krassen Fall gab es allerdings bisher nicht, aber vor ein paar Tagen hat ein weit weniger schwerwiegender Fall zu einem immerhin deutlich größeren Echo bei Politik und Medien geführt als die abgefackelte Kirche in Garbsen (von der wohl 99% der Bundesbürger bis heute nichtmal wissen): Auf einem Baugelände in Leipzig, auf dem die Ahmadiyyas (eine obskure islamische Sekte, die von den anderen Moslems nicht anerkannt und in praktisch allen islamischen Ländern verboten ist und blutig verfolgt wird) eine Moschee errichten wollen, steckten Unbekannte eine Mülltonne in Brand und hinterließen einige auf Holzpflöcke gespießte Schweineköpfe. Die beiden „Anschläge“ und die Reaktionen darauf lohnen einen Vergleich, der die Absurdität des Zustands unserer Gesellschaft exemplarisch vor Augen führt:
Während bei der vollständigen Niederbrennung der Kirche in Garbsen – erwiesenermaßen vorsätzliche Brandstiftung – in sämtlichen Artikeln der Lokalpresse und Reden der Kirchenvertreter i mmer nur von einem „Brand“ die Rede war, sprechen alle Medien und Politiker, die sich nun zu der Schweinekopf-Aktion äußern, von einem „Anschlag“, schon die Schlagzeilen führen immer das Wort „Anschlag“, das beim Brandanschlag auf die Willehadi-Kirche in Garbsen tunlichst vermieden wurde.
Ja, SPD-Chef Gabriel, der persönlich den „Tatort“ besichtigte, sprach gar von einem „Anschlag auf unsere Gesellschaft“, wörtlich begründete er seinen außerordentlichen Besuch mit den Worten: „In Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Deshalb ist so ein Angriff auf ein Gotteshaus auch immer ein Angriff auf unsere ganze Gesellschaft“ – das ist in vielfacher Weise interessant: denn – völlig abgesehen davon, ob man eine Moschee für ein „Gotteshaus“ hält, es gibt triftige Argumente dagegen – gegen welches „Gotteshaus“ richtete sich der „Anschlag“?
Die Moschee ist ja noch gar nicht gebaut, wie kann sie dann angegriffen werden? Ja, der Bau hat noch nicht einmal begonnen, bzw. um die volle Wahrheit zu sagen: die Baugenehmigung ist noch nicht einmal erteilt! Bei aller berechtigten Kritik an dieser geschmacklosen Aktion, die wie ich weiß, auch die meisten Islamkritiker ablehnen: es ist schon eine wirklich sehr „phantasievolle“, um nicht zu sagen verblendete Sicht der Dinge, in einer Installation von Schweineköpfen auf einem Gelände, auf dem eine muslimische Gemeinde eine Moschee bauen will, für die noch nicht einmal die Baugenehmigung durch ist, einen „Anschlag“ und einen „Angriff auf ein Gotteshaus“ zu sehen. Und wie bei so vielen ähnlich gelagerten Fällen ist es wieder „seltsamerweise“ so, dass ALLE unsere Medien und Politiker, die sich dazu äußern, in der Verblendung, ja sogar in der Wortwahl völlig übereinstimmen ..
Das ist aber noch nicht einmal die interessanteste Frage, denn – und jetzt kommt Garbsen ins Spiel – wenn Gabriel meint, „ein Angriff auf ein Gotteshaus“ sei „auch immer ein Angriff auf unsere ganze Gesellschaft“ und er müsste deshalb sofort anreisen und sich empört und entsetzt zeigen: warum, zum Teufel nochmal, war er dann nicht in Garbsen, das auch noch im Gegensatz zu Leipzig in seiner niedersächsischen Heimat nicht weit von seinem Wahlkreis entfernt liegt, und in dem WIRKLICH ein GANZ REALES Gott eshaus nicht nur angegriffen, sondern komplett niedergebrannt wurde (unter dem Hohngelächter drumherum tanzender muslimischer Jugendlicher) – er war nicht nur nicht da, sondern er hat sich nicht einmal dazu geäußert – und keine seiner Politikerkollegen, auch nicht welche von der Partei mit dem großen „C“ im Namen, taten das.
Warum empörte ihn DIESER Anschlag nicht?
War das für ihn kein „Angriff auf unsere ganze Gesellschaft“? Das würde aber der Logik seines Satzes oben folgend nur bedeuten, dass die reale Kirche in Garbsen für ihn kein Gotteshaus ist, die virtuelle Moschee in Leipzig aber sehr wohl eines. Das aber wiederum würde bedeuten, dass selbst der Gedanke einer Moschee für ihn unendlich heiliger ist als eine reale Kirche, was umso absurder ist, da Gabriel offiziell derselben evangelischen Kirche, sogar derselben Landeskirche angehört wie die Kirche in Garbsen.
Zu Sigmar Gabriels Wertungen und Wertigkeiten kann sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken machen, zumal Gabriel ja auch schon mit Äußerungen wie der, er wünsche sich bald im deutschen Fernsehen Nachrichtensprecherinnen mit islamischem Kopftuch, aufgefallen ist.
Aber wie gesagt, abgesehen von Sigmar Gabriel,  stoßen alle anderen Medien und Politiker ja ins gleiche Horn, und das ist auch kein Zufall, jeder konnte wissen, welches Empörungsgehabe folgen würde (weshalb ich mir gar nicht mal sicher bin, dass es wirklich „Islamgegner“ oder gar „Rechtsextreme“ waren, das könnte um diese einschlägigen Reaktionen zu provozieren auch von anderer interessierter Seite initiiert worden sein):
Sachsens SPD-Chef Martin Dulig betonte: „Wir dürfen nicht nur entsetzt über so eine Tat sein – sondern wollen Ihnen auch unsere Verbundenheit demonstrieren.“
Und Leipzigs Oberbürgermeister Jung erklärte: „Die Stadt Leipzig ist geschockt von diesem widerwärtigen Anschlag. Ein solcher Frevel, der jenseits meiner Vorstellung liegt und der die Grundlagen des interreligiösen Zusammenlebens erschüttert, ist nicht hinnehmbar.“ und bat die Ahmadiyya-Gemeinde im Namen der Stadt um Entschuldigung.
Und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek nannte die Tat „einen Angriff auf unsere Demokratie“!
Die Frage ist jetzt, in welcher Gesellschaft leben wir eigentlich mittlerweile, in der das Niederbrennen einer Kirche ein „Brand“ ist, von dem nur das Lokalblatt (und islamkritische Blogs im Internet wie PI) berichtet und zwar hauptsächlich in Form von Herunterspielen und Verurteilung jeglicher Empörung, das Aufspießen von Schweineköpfen auf einem unbebauten Gelände, auf dem eine islamische Sekte eine Moschee errichten will,=0 dagegen ein „Anschlag auf ein Gotteshaus“, ein „Angriff auf unsere ganze Gesellschaft“, ein „Frevel, der jenseits aller Vorstellung liegt“, und über den alle überregionalen Zetungen wie FAZ, FOCUS, SPIEGEL und BILD mit lautem empörten Aufschrei berichten.
In der die Täter des „Schweinekopf-Anschlags“ bereits für alle Medien und Politiker feststehen, obwohl es praktisch keine Indizien dafür gibt und sich keiner über diese Vorverurteilung aufregt, während die mutmaßlichen Brandstifter der Kirche, für die viel mehr Indizien sprechen, in Schutz genommen werden, und allein die Äußerung des Verdachts von Betroffenen in der Lokalpresse als „Hatz auf Muslime, die christliche Kirchen anstecken – irrsinnig“ verurteilt wird. Wo auf diesen skurillen von Schweineblut betroffenen leeren Bauplatz die empörten Politiker und Medien stürmen, um sich in Verurteilungen, Superlativen und Entschuldigungen zu ergehen, ja, sogar den Staatschutz(!!!) ermitteln lassen, während sie die abgebrannte Kirche nicht einmal einer Pressemitteilung würdigten, in der sie ihr Bedauern äußerten.
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Info von Lutz Radtke

 

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu VON SCHWEINEKÖPFEN UND BRENNENDEN KIRCHEN

  1. Pingback: VON SCHWEINEKÖPFEN UND BRENNENDEN KIRCHEN | rundertischdgf

  2. rundertischdgf schreibt:

    Ein Artikel für eine Grundsatzdebatte. Wir haben ihn übernommen! http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/11/21/von-schweinekopfen-und-brennenden-kirchen/ Und wer eine Twittertaste hat, der kann die gar nicht oft genug drücken.

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