„Handy-Anzapfen ist keine Demütigung Deutschlands“

So titelte WeltOnline und zitierte damit den ehemaligen US-Botschafter der USA in der BRD, John Kornblum.

Kornblum ist dem bundesdeutschen Fernsehzuschauer durchaus bekannt, er redet immer mit Engelszungen und niemand könnte Böses oder Schlechtes hinter dieser Maske des Bieder- und Ehrenmannes vermuten. Wenn er denn nicht wüsste, dass der Bursche ein hochrangiges Mitglieder der US-Administration ist und dies nicht erst seit ein paar Jahren. Nein, der Bursche ist 1964 am Werke, also „unter“ den verschiedensten US-Präsidenten. Begonnen hat er in der BRD und er beendete seine offizielle politische Karriere als Botschafter in der BRD im Jahre 2001.

Vor einigen Tagen habe ich die Tätigkeiten des derzeitigen US-Botschafters John B. Emerson kurz umrissen und auf seine Tätigkeit für die Goldene Internationale hingewiesen.
Bei Kornblum ist die Sache nicht anders, nachdem er seinen Botschafterjob an den Nagel hing, ging er zur Investmentbank Lazard und wurde dort, wie könnte es anders sein, Deutschlandchef.
Das hört sich doch gut an und wer ein bisschen hinter die Kulissen schauen kann, wird auch wissen, dass Kornblum tatsächlich einer der Chefs von Deutschland ist, wenn auch  nicht an der „Welt“Spitze, aber immerhin Chef ist Chef.
Er arbeitet auch noch als „Berater“ für die deutsche Wirtschaftskanzlei Noerr, die als eine der wenigen, großen, unabhängigen Wirtschaftskanzleien der BRD bezeichnet wird. So unabhängig wohl doch nicht.
Zudem gehört Kornblum dem Aufsichtsrat von  ThyssenKrupp Technologies AG und der Bayer AG an.

Dass das Anzapfen des Handys der Bundesdeutschen keine Demütigung ist, mag einer der Chefs so sehen. Chefs haben ja oftmals eine etwas andere Anschauung über das, was für die Untergebenen gut und richtig ist. Das kommt einfach auch von der unterschiedlichen Interessenlage her.
Richtig ist, Deutschland kann man nicht demütigen, das was Deutschland genannt wird und die BRD ist, kann nicht gedemütigt werden, das besorgen die „Würden-“ und Amtsträger der BRD schon selbst.

Es gibt auch Neuigkeiten, in ungewohnter Offenheit verkündete die NSA, dass die Handys der Bundesregierungen bis Anfang der 70er Jahre NICHT abgehört wurden. Dies wurde zusätzlich von Obama bestätigt, der zugleich darauf hinwies, dass die Abhöraktion, Merkels Handy betreffend, nicht als Überwachungsaktion gedacht war, sondern lediglich ein Freundschaftsdienst. Da wie wir ja alle wissen, mündliche Gespräche oft falsch verstanden werden, es Missverständnisse gibt und es daher gut ist, wenn man auf Aufzeichnungen zurückgreifen kann.
Aus diesem führt man bei wichtigen Sitzungen auch Protokolle und so und nur so sei die Aufzeichnung der Merkelgespräche zu verstehen.
Es beruht also alles auf einem Missverständnis.

Da mir persönlich so viel Freundschaft unheimlich ist, sage ich nur eines:

Ami go home

Aber nicht nur die offiziellen Regierungsstellen und die in der BRD stationierten US-Soldaten, sondern auch diese ganzen Chefs und Vorsitzende von Lenkungs- und Planungsausschüssen, von Freundschafts- und Brückenvereinen. Sollen sie alle hingehen, wo sie hergekommen sind.
Wenn sie so gut und unentbehrlich sind, wie sie glauben, dann können sie in den USA wirklich wertvolle Arbeit leisten. Was man so hört und  liest, steht ja da nicht alles zum Besten.
Da produzieren sie Wirtschaftsnobelpreisträger am laufenden Band und dann solche Zustände, die beileibe keine Einzelfälle sind, sondern nahezu flächendeckend. Da kann man mal sehen, was der ganze Schmus wert ist oder wem er dient.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Finanzwirtschaft, USA abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu „Handy-Anzapfen ist keine Demütigung Deutschlands“

  1. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    „Handy-Anzapfen ist keine Demütigung Deutschlands“

    Dem kann ich nur zustimmen. Wer Angela Merkel nicht als Demütigung Deutschlands begreift, der sollte sich um Handys keine Gedanken machen.
    Abgesehen davon, Vielen Dank, Gerhard Bauer, für Ihren lesenswerten Artikel.

Kommentare sind geschlossen.