Schlagbaum runter

Eine Diebstahlsserie hielt die Haidmühler in Atem, der Schaden belief sich auf gut 20 000 Euro, die Waitler hatten die Schnauze voll und sie haben einen guten Bürgermeister, einen ehemaligen Grenzpolizisten.
Dieser fackelte nicht lange und stellte einen Schlagbaum auf, der selbstverständlich geschlossen wurde.

Oh Wunder. Was nächtelange Polizeiüberwachungsaktionen nicht leisteten, leistete der geschlossene Schlagbaum über Nacht. Die Diebstahlsserie endete, schlagartig sozusagen.

Einige Leute sind in heller Aufregung. In Europa gibt es keine Schlagbäume mehr, sagte ein Professor für Europarecht. Da kann man mal sehen, was wir für Professoren haben, der setzt doch glatt den Schengenraum mit Europa gleich. Da kann ja nichts Gescheites mehr rauskommen.

Die Täter sind, wie sich jetzt angeblich herausstellte nicht aus Tschechien, sondern aus Polen und der Ukraine, will der Münchner Merkur wissen. Polizeiliche Ermittlungen hätten dies ergeben. Na und, sollen sie doch herkommen woher sie wollen. Hauptsache, die Straße ist gesperrt und der schnelle An- und Abmarsch ist versperrt.
So einfach kann man manche Probleme lösen. Wenn dies auch nur vorübergehender Natur sein dürfte. Der Schlagbaum wird wieder verschwinden müssen. Einige hyperventilieren schon.
Eines können wir jedoch daraus lernen, was heißt lernen, jeder der einen klaren Verstand hat weiß dies ohnehin.
Offene Häuser werden bevorzugt von Banditen heimgesucht, noch dazu wenn sich die Bewohner nicht wehren (dürfen). Dass man Schaden abwenden kann, indem man die Haustür verschließt, ist nun wirklich keine große geistige Leistung.
Versicherungen verpflichten Haus- und Wohnungsbesitzer zum Ab- bzw. Verschließen von Türen und Fenstern, nur unser Staat, der öffnet Banditen und anderem Gelichter Tür und Tor. Ein sauberer Staat, diese BRD. Da kann man schon nicht mehr von Dummheit sprechen, das ist Bösartigkeit.

Ach ja, die tschechische Seite antwortete auch. Die Schranke verschone die Tschechen vor temperamentvollen Junioren und tugendhaften Bürgern, die Zigaretten und Alkohol kaufen, so ein Funktionär der südböhmischen Eisenbahn.

Die einen stehlen und plündern, die anderen kaufen ein, bringen also Geld in die Kassen der besuchten.
Ein schöner Vergleich. Was soll man dazu sagen?
Von mir bekommen jedenfalls sie kein Geld, zumindest nicht auf direktem Wege.

Wer Haidmühle nicht kennt, sollte das Örtchen einmal besuchen. Ein kerniger Menschenschlag und der Bayerische Wald sind es wert besucht zu werden.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Schlagbaum runter

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