Krieg gegen Syrien – Oder, das vorzeitige Weihnachtsgeschäft

Die Kassen der US-Rüstungskonzerne klingeln, nein, nicht süß, es kracht ganz gewaltig und dieses Krachen füllt die Kassen dieser gewerbsmäßigen Kriegstreiber. Dass an anderer Stelle Ströme von Blut fließen, kann man nicht ändern, das ist das Geschäft, nichts Privates, nur unser Job.

Die Vorfreude auf kommende Geschäfte lässt die Aktien der US-Rüstungskonzerne steigen. Während die Politik diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg diskutiert, treffen sich Parlamentarier mit Beratern des Friedensnobelpreisträgers Obama, hinter verschlossenen Türen versteht sich. Was dort gesprochen wird, ist nicht für jedermanns Ohren geeignet, es geht um´s Geschäft. Da lauscht auch keine NSA.

RIA-Novosti zitiert den Exekutivdirektor des Ron Paul Institutes for Peace and Prosperity Daniel McAdams, „Natürlich spielen sie (die Lobbyisten der Rüstungsindustrie) eine große Rolle“…. „Sehen Sie sich einmal die Sponsorenliste des Instituts für Kriegsforschungen an, des neokonservativen Analysenzentrums mit Kimberly Kagan an der Spitze, der Gattin von Fred Kagan.“ (Fred Kagan ist ein bekannter Analyst, der außenpolitisch als Anhänger der „Hawks“ gilt.) „Das sind alles Waffenhersteller, die Experten finanzieren, die sich immer für neue Kriege einsetzen“, ergänzte McAdams.

Northrop Grumman und Raytheon gehören zu den Sponsoren des Instituts für Kriegsforschungen.
Northrop baut u. a. Flugzeugträger und B2-Langstreckenbomber. Raytheon baut für das US-Militär u. a. Lenkbomben und Patriot-Abwehrraketen, sowie Tomahawk-Marschflugkörpern.
Vor allem letztere Waffen kann man als schnelllebige Wirtschaftsgüter bezeichnen.
Vorausgesetzt, es kracht, sprich es gibt einen kleinen netten Krieg, sprich einen schnellen Umschlag der Lagervorräte.
In einem Werbespot werden diese Bomben als „günstige Waffen“ bezeichnet, Stückpreis lumpige 500 000 Dollar. Der Pleitestaat USA hat´s ja. Der Weißkopfadler ist längst zu einem Pleite- und Aasgeier mutiert.
Tomahawks, eine bevorzugte Waffe der Fernkämpfer und –helden des US-Militärs, kosten pro Stück lausige 1 000 000 Dollar.
Diese Umsatzträger wurden gegen den Irak, gegen das ehemalige Jugoslawien und Libyen in großen Mengen eingesetzt.
Auf gute Geschäfte, Prost.

Um dem Blutvergießen einen wohlklingenden Namen zu geben, werden Kriege nun in „humanitäre Interventionen“ umbenannt. Befürworter der humanitären Interventionen sind, so McAdams, zitiert von RIA-Novosti, Susan Rice (Sicherheitsberaterin von Barack Obama) und Samantha Power (US-Botschafterin in der UNO). Sie sitzen am Steuer, und die Neokonservativen auf dem Beifahrersitz. Aber ausgerechnet sie (Rice und Power) treten auf das Gaspedal“.

„Humanitäre Interventionen“ ist im Übrigen ein Begriff, den das Völkerrecht nicht kennt, auf diesem Wege soll das geltende Völkerrecht ausgehebelt werden. Eine Trickserei wie sie seit spätestens dem 1. Weltkrieg von angelsächsischer Seite immer wieder gerne gemacht wird. Dazu zählt auch, das angebliche Märchen von der Blockade des Sicherheitsrates durch Russland und China. Wenn die USA ihr Veto einlegen, dann ist dies ihr gutes Recht, wenn andere sich unterstehen dasselbe zu tun, ist es Blockade und kann nicht geduldet werden. In solchen Fällen gibt es eben die sog. „Alleingänge der Weltgemeinschaft“, im Klartext Angriffskriege der USA und ihrer Kettenhunde.

RIA-Novosti listet auch Zahlen auf, die US-Rüstungskonzerne an Lobbyisten zahlen:

„Große Waffenhersteller haben schon immer aktiv lobbyiert. So gab Northrop Grumman allein im ersten Halbjahr 2013 insgesamt 9,2 Millionen Dollar für die Lobbyisten aus. Bei Lockheed Martin betrug diese Summe 7,6 Millionen, bei Boeing 7,5 Millionen, bei General Dynamics 5,5 Millionen, bei Raytheon 3,6 Millionen. Die gesamten Ausgaben für Rüstungslobbyisten werden in den USA offiziell auf etwa 60 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt, inoffiziell auf mehr als 100 Millionen….
…In seinem Bericht „Tools of Influence: The Arms Lobby and the Super Committee“ („Einflusshebel: Die Verteidigungslobby und das Superkomitee“) führte William Hartung an, dass die Rüstungsindustrie allein während des Wahlkampfes der Jahre 2009 und 2010 politischen Kandidaten insgesamt 22,6 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt hatte. Mehr als eine Million Dollar haben die zwölf Mitglieder des Superkomitees im Kongress erhalten, die berechtigt sind, eine Kürzung der militärischen Haushaltsausgaben vorzuschlagen…“

Ist doch ein gutes Geschäft, wenn man den Stückpreis dieser Bomben und Raketen gegenüberstellt. Voraussetzung ist allerdings, es muss krachen und für den Fall, dass es nicht kracht, müssen ständig neue Bedrohungen geschaffen werden. Bei der Außenpolitik der USA ist dies kein Problem, legen sie sich doch mit jedem an, wie pöbelnde Halbstarke. Sollte sich der angepöbelte wehren, wird sofort von Bedrohung der nationalen Interessen gesprochen, damit wird dann alles aber wirklich alles gerechtfertigt.
In diesem RIA-Novosti-Artikel findet ihr noch mehr Zahlen und Fakten über die üble Geschäftemacherei der US-Rüstungskonzerne und ihren Einfluss auf die Politik dieses Landes. Das sind Informationen die in der gleichgerichteten, US-hörigen Bundespresse nicht zu finden sind.

In diesem Artikel, der vom Schwedenbesuch Obamas handelt, kommt der US-Präsident und Friedensnobelpreisträger wie folgt zu Wort:

„“Ich als US-Präsident kann nicht umhin, solche Entscheidungen zu vermeiden“, sagte der Präsident auf die Frage, wie er die Zwiespältigkeit erklären würde, dass ein Friedensnobelpreisträger einen Krieg gegen Syrien vorbereite. Er erkenne seine Verantwortung und habe bereits Anstrengungen für die Beendigung des Irak-Krieges und für die Einstellung der Kampfhandlungen in Afghanistan unternommen, sagte Obama.

„Ich bin bemüht, Diplomatie und friedliche Beilegung von Konflikten durchzusetzen. Aber die (Syrien-)Frage betrifft jetzt die gesamte internationale Gemeinschaft, nicht nur mich… Wir müssen Aktionen unterbinden, die die Ruhe uns aller gefährden.“

„Für mich wird die Annahme derartiger Beschlüsse mit jedem Tag immer schwieriger. Ich hätte lieber von der Notwendigkeit guter Ausbildung gesprochen. Aber ich als Oberhaupt des amerikanischen Staates kann manchmal Beschlüsse nicht vermeiden, die von der ganzen Welt verurteilt werden, aber notwendig sind“

Die USA gegen den Rest der Welt, wenn notwendig. Das war deutlich und entlarvend. Damit sollten die allerletzten Zweifler überzeugt worden sein, die USA sind nicht der Weltpolizist, zu dem sie sich selbst ernannt haben, sie haben nichts mit Gerechtigkeit oder ähnlichem Gesums am Hut, sondern lediglich ihre Interessen zählen und wenn notwendig, werden diese gegen die ganze Welt durchgesetzt.

Gott schütze die Welt vor Amerika

Ami go home

Hier noch ein lesenswerter Artikel über „Mein Amerika“.

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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