Können Wahlen etwas verändern?

Natürlich. Man stelle sich vor, beispielsweise die Linken oder die Grünen bekämen bei den nächsten Wahlen die absolute Mehrheit. Veränderung oder nicht?
Oder die Republikaner oder die NPD bekämen die absolute Mehrheit. Veränderung oder nicht?

1933 Veränderung oder nicht?

Wie sonst sollten Veränderungen durchgeführt werden?
Gewaltsame Revolutionen? Kriege?

Durch Kriege und gewaltsame Revolutionen fanden bereits Änderungen der politischen und herrschaftlichen Verhältnisse in unserem Land statt.
Veränderungen fanden beispielsweise statt durch den 1. Weltkrieg, in dessen Gefolge eine gewaltsame Revolution über unser Land kam, die nächste Veränderung kam nach Beendigung des 2. Weltkrieges.

Es ist relativ einfach zu beantworten, welche Art von Veränderungen vorzuziehen ist. Wahlen, Kriege oder Revolutionen?

Revolutionäre, ungeduldige Menschen wollen Revolutionen, sie können nicht warten, wollen nicht warten. Sie wollen ihr System durchsetzen, den Nährboden dafür schaffen und das Elend nutzen, um ihr System durchzusetzen. Was allerdings immer zur Folge hat, dass der Großteil der Menschen für die Veränderungen der Revolutionäre nicht bereit ist und diese damit zwangsläufig zu einer Gewaltherrschaft führen. Elend ist eine der Grundvoraussetzungen für Revolutionen. Daher werden die Menschen, konsequent gedacht, von zwei Seiten bedroht, den einen, unter deren Herrschaft es zum Elend kommt und den anderen, denen das Elend nützt und alles tun, um dies zu fördern, um ihren fruchtbaren Nährboden für ihre Revolution zu bekommen. Nur ein Stichwort sei hier genannt: Generalstreik, die Eintrittskarte ins Chaos.
Was geschähe, wenn morgen Unruhen ausbrechen würden, ein Generalstreik dem anderen folgen würde, die Infrastruktur zusammenbrechen würde, die Regale in den Supermärkten leer blieben usw. usf.. Sicherlich ein gutes Umfeld für Revolutionäre und Systemveränderer.
Wer will das schon?

Veränderung durch Krieg? Das bedeutet, dass das zu verändernde Land unterlegen ist und nach Wünschen und Vorstellungen der Sieger gestaltet wird.
Wer will das schon?

Es bleiben also noch Wahlen, um verändernd bzw. bremsend zu wirken.
Wir befinden uns auf einer Höllenfahrt, ohne Steuermann, ohne Kapitän und rasen ungebremst, mit zunehmender Beschleunigung auf den Abgrund zu.
Diese Höllenfahrt zu bremsen wäre schon ein kleiner aber wichtiger Erfolg. Zeit wäre/ist gewonnen und Zeit brauchen wir.

Die Systemveränderung die von vielen, auch von mir immer wieder gefordert wird, ist eine Aussage, die leicht von den Lippen kommt, evtl. unter bestimmten Umständen auch leicht umgesetzt werden kann (siehe oben) aber was dann, welches System soll errichtet werden.
Wer will das Land wie ordnen, wer soll entscheiden, wie neugeordnet wird?
Natürlich die Revolutionäre rufen jetzt alle „Ich/Wir machen das.“. Meist sind aber die Revolutionäre nur eine Handvoll Menschen, eine absolute Minderheit, die sich berufen oder auserwählt fühlt, die Geschicke von zig-Millionen zu lenken.

Zu verlangen, dass die große Masse der Deutschen einer Systemveränderung zustimmen sollte, wenn nicht einmal bekannt ist wer und wie, kann beim besten Willen nicht verlangt werden. Auch wenn mancher Systemveränderer dies nicht wahrhaben will und deswegen abgleitet und diejenigen die ihm den Weg bereiten sollen, als unfähige, hirnrissige Idioten darstellt. Dabei könnte es doch auch sein, dass er der hirnrissige, unfähige Idiot ist und es nur nicht bemerkt, die große Masse hingegen feinfühlige Antennen besitzt, wem sie ihr Vertrauen schenken kann/will oder eben nicht, den Dampfplauderer, vom vertrauenswürdigen Kapitän sehr wohl unterscheiden kann.

Sozialistische Veränderungen seien sie national oder international werden keinen Erfolg haben. Die Deutschen werden auf diesen Zug nicht aufspringen. Wieso auch? Beide Züge sind im Abgrund zerschellt.

Die Utopien, die Himmelreiche auf Erden des 20. Jahrhunderts haben vor allem eines gebracht, viel Tod, Leid und Elend. Das Elend begann bereits im 18. Jahrhundert.
Dies sei auch als Beispiel genannt, wie lange sich Irrsinnsideen halten und unter welch verschiedenen Vorzeichen sie auftreten und immer noch auftreten. Man denke dabei nur an die Zauberwörter: Aufklärung, Fortschritt, Moderne etc.

Was aber brachten diese Ideen? Vermassung.

Sozialismus bedeutet immer Vermassung, Unterordnung des einzelnen unter die Interessen des Staates, der dann auch propagandistisch Gemeinschaft, Volksstaat, Volksrepublik oder ähnlich benannt wird.
Der einzelne geht in der Masse auf.

Dann bliebe noch die derzeit siegreiche Ideologie oder Wirtschaftsform, der Liberalismus, der Kapitalismus, das heute weltweit vorherrschende System.
Auch dieses System brachte Tod, Leid und Elend über die Menschheit, auch wenn einige Teile in nie gekanntem Wohlstand leben.
Uns, die wir in diesem System leben, geht es noch gut, auf Kosten anderer. Was hier zu viel ist, ist woanders zu wenig.
So wie uns die Schulden bald zu erdrücken drohen, erdrücken sie anderswo bereits und nehmen den Menschen das Notwendigste zum Leben.
Zudem entwurzelt der Liberalismus. Der Kapitalismus macht die Menschen zu Konkurrenten, eine Ellenbogengesellschaft entsteht, Rücksichtslosigkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg. Das gesamte Leben wird wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Solange die Zahlen stimmen, ist alles in Ordnung, so scheint es.
Unterirdisch jedoch setzen Zerfallsprozesse ein. Wanderbewegungen entstehen.
Zudem fordert der Kapitalismus die Aufgabe der völkischen Eigentümlichkeiten, zu Gunsten internationalisierter Produkte, denen ungehinderter Zugang zu den heimischen Märkten verschafft wird, falls notwendig auch mit Waffengewalt.
Auch hier geht der einzelne in der Masse auf, er wird zum Konsumenten, zum Produktionsfaktor, zum Kostenfaktor, zum Humankapital, zur menschlichen Ressource und letztendlich werden auch einige zu unnützen Fressern, die nur Geld kosten, nutzlos sind, da sie keine Werte schaffen.
Alles aber auch wirklich alles wird buchhalterisch erfasst. Soll und Haben.
Ein menschenwürdiges System?

Kann dieses System verändert werden?
Ich behaupte Nein.
Es ist noch nicht die Zeit dazu. Weder Wahlen, noch Revolutionen, noch Kriege werden derzeit grundlegendes an diesem System ändern. Eine Änderung wird erst dann erfolgen, wenn eine notwendige, große Zahl von Menschen ihr Bewusstsein verändert hat.
Dieses Bewusstsein kann man nicht aktiv verändern, es wird sich verändern.
Es wird sich von selbst verändern, da mag Propaganda laufen soviel und solange sie will, die Bewusstseinsänderung wird nicht aufzuhalten sein. Macht die Propaganda eine Tür zu, wird eine andere, unterirdische geöffnet.
Die großen Veränderungen auf unserer Welt haben immer auf diese Art und Weise stattgefunden und um große Veränderungen geht es doch, wenn man von Systemveränderung spricht.
Alles andere ist dem jakobinischen, marxistischen und/oder revolutionären Geist geschuldet, der mit Gewalt SEINE Vorstellungen schnellstmöglich durch- und umsetzen will.
Das auch kurzfristig immer wieder gelingt, langfristig ist jedoch eine Anpassung an den vorherrschenden Zeitenstrom nicht zu verhindern. Aus Sozialismus wird dann eben Staatskapitalismus, aus der Volksgemeinschaft ein Führerstaat, um zwei Beispiele aus dem 20. Jahrhundert zu nennen.
Jede Zeit sucht ihre Antworten und bekommt sie auch.

Was bleibt zu tun?
Bremsen, erhalten und denken.

Bremsen damit wir nicht in den Abgrund rauschen und auf die eine oder andere unangenehme Art und Weise verändert werden.
Was durchaus geschehen kann aber nichts mit wirklicher Veränderung zu tun hat, da die Veränderung nur von einigen wenigen geplant, gewünscht und durchgesetzt wird.

Erhalten
Erhalten wir das, was erhaltenswert ist. Pflegen wir unsere völkischen Eigentümlichkeiten, lassen wir die Vermassung nicht zu weit fortschreiten.

Denken.
Denken wir an unsere Zukunft, wie diese Zukunft aussehen soll. Diese Bilder haben gestaltende Kraft, in uns und bei den Menschen die diese Bilder zu „sehen“ bekommen.
Diese Bilder können das Samenkorn sein, das in Zukunft aufgeht. Haben viele Menschen in etwa dieselben Bilder und Vorstellungen von ihrer gemeinsamen Zukunft, dann besteht die echte Chance auf Verwirklichung und Änderung.
Entfernen wir uns vom rein negativen Denken, sprich vom verneinenden Denken, „das System muss weg, muss verändert werden“, hin zum positiven Denken, sprich zum gestaltenden und bejahenden Denken, in dem wir uns unsere Zukunft vorstellen oder diese sich uns.  Wer weiß das schon?

Wahlen können etwas bewirken, im Kleinen und im Großen. Je nachdem. Auch wenn man Wahlen als Umfragen betrachtet, die vom herrschenden System veranstaltet werden, so können auch im Rahmen dieser Umfragen Zeichen gesetzt werden. Zeichen, die Signale werden können, Signale die eine Aufbruchsstimmung erzeugen können.
Wenden wir uns ab vom rein politischen Gedanken der Wahlen von Parteizielen und Wahlprogrammen. Nehmen wir Wahlen als Gradmesser, als Fieber- und Erregungskurve unseres Volkes.
Wahlbeteiligung und welche Parteien gewählt werden spricht eine deutliche Sprache. Nicht nur für uns, die wir diese Ergebnisse aufmerksam betrachten, sondern auch für die große Masse unserer Volksgenossen, die sich mit dem Thema Politik, Veränderung etc. nicht so intensiv befassen.
Durch kantige Oppositionsparteien kann in den Parlamenten einiges blockiert oder erschwert werden. Es kommen Dinge zur Sprache, die so nicht an die Öffentlichkeit gelangen würden, in den Parlamenten finden Debatten statt, die von den Machthabern nicht gewünscht sind.

Wahlen sind EIN Mittel zur Veränderung und es muss genutzt werden. Unsere Aufgabe ist es nicht dazu beizutragen unser Land ins Unglück zu stürzen. Unsere Aufgabe ist es einen Weg zu beschreiten, der eine Veränderung ermöglicht, ohne Krieg, ohne Revolution, ohne wirtschaftlichen Zusammenbruch.
Geht nicht. Wieso?

Es wurden sicherlich nicht alle Facetten des Themas Wahlen behandelt, aber einige wichtige wurden angesprochen und ich will mit zwei Fragen schließen:

Was/wem schadet der Gang zur Wahlurne?
Was/wem nützt Wahlverweigerung?

 

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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