Schuldenstaaten enteignen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie, die doch gar nicht mehr so deutsch ist, wie wir wissen, schlägt vor eine Art Super-ESM zu schaffen, in den die Pleitestaaten das nationale Vermögen einbringen und dieses von dort aus verscherbelt wird.
In der ehemaligen DDR wurde fast ebenso verfahren, da nannte man diese Institution Treuhand und „Investoren“ besser gesagt Räuber, machten lohnende Geschäfte.

Das der Bundesverband der nicht mehr so deutschen Industrie diesen Vorschlag machen darf, ist ganz einfach erklärt. Im Falle eines Falles braucht man einen Schuldigen, einen der Entschädigungen an die geschädigten Pleitestaaten zahlt und wer eignete sich besser dazu, als die Deutschen. Die Industrie nicht, nein, die kaufen auf, kaufen für ihre internationalen Anteilseigner unter denen sich nicht wenige der Ableger der Goldenen Internationale befinden dürften und auf diese Art die Pleitestaaten vollends der Besitzlosigkeit und damit der Armut und damit der vollständigen Abhängigkeit anheim geben wollen.

Privat funktioniert ja alles, viel, viel besser. Klar, für diejenigen, die an den Schaltstellen der Macht, des Geldes und der staatlichen Gewalt sitzen. Für die funktioniert dann alles bestesn, der Rest, der Rest ist Pöbel, minderwertiges Volk das zu dienen hat. Basta.

Privatisierung ist Enteignung

Damit sind nicht die selbstgeschaffenen und erarbeiteten privaten Vermögen und Besitztümer gemeint aber ALLES was der Allgemeinheit geraubt wurde. Heutzutage nennt man es Privatisierung, in früheren Zeiten wurde das Allgemeineigentum dem Stärkeren oder dessen Handlanger zugeschlagen.

Schutz des Eigentums, einfach nur lachhaft. Auch Allgemeineigentum ist Eigentum. Geschützt wird nur das Eigentum der wahrhaft Mächtigen, der Rest ist Verfügungsmasse, den diese sich langsam aber sicher vollständig in ihr Eigentum überführen. Zumindest versuchen sie es und wir haben dafür zu sorgen, dass ihnen der Schnabel sauber bleibt.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Schuldenstaaten enteignen

  1. Kersti schreibt:

    In Rußland wurde in den 90ern auch privatisiert, aber nur an Russen. Einige Gauner sind dabei schwerreich geworden. Rohstoffe wurden auch an das Ausland verkauft, ich kenne einen Ganoven, der hatte Zugang zu Holz in Sibirien, das er nach Westeuropa verscherbelte, auch einer ohne Heimat, zog dann von Deutschland nach England., ein Wirtschaftsnomade. Ob er das unter Putin weiter vertreiben darf, entzieht sich meiner Kenntnis, wohl eher nicht.
    Ich glaube, ich irre mich nicht, wenn ich sage, daß seit der Teilvereinigung Eigentum immer weniger bedeutet. Es begann mit Kohls Verrat an den bis 1949 Enteigneten in der Sowjetzone, die ihr Eigentum teilweise zurückkaufen mußten, ein unwürdiger Zustand, die meisten verzichteten dankend, so wurde Mitteldeutscland deindustrialisiert, Schritt 2 war die Absage an die kolonisierten Ostgebiete, das Einknicken vor Tschechen und Polen. Dann folgte der Ausverkauf der DDR, das war aber noch nicht alles, jetzt ging es an die Bahn, die Post und die Krankenhäuser. Wenn denn nun alles in deutscher Hand geblieben wäre, wäre es wie in Rußland nur zu einer Umschichtung gekommen, auch sehr ungerecht, aber so etwas kann man als Staat ja wieder rückgängig machen, Putin hat ja bekanntllich auch einigen Vaterlandsverrätern den Kampf angesagt und sie im Gefängnis verfaulen lassen. Bei uns war es schlimmer, es sind die Weltzerstörer, die sich bereicherten, viele Großbetriebe wurden so ausgeschlachtet, daß nur noch mit dem Namen gehandelt wird. Wo waren da eigentlich die Professoren von der AfD? Die lebten da doch auch schon, oder irre ich mich?

    • Moritz Haberland schreibt:

      Alles richtig, ergänzend ist auf die „Fördermittel“ hinzuweisen, denn Wirtschaft ist zu einem großen Prozentsatz eben auch Psychologie. Darum wurden die DDR-Betriebe eoypso zu Katastrophengebilden herabgeredet, weshalb die „Investoren“ auch noch zusätzlich „Wessi-Knete“ bekamen.
      Ein „besseres Geschäft“ wird es niemals mehr geben, ganz sicher.

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